Interview mit Miriam Rademacher

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :) 

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Ja, klar. Ich bin bald 43, glaube ich, und wohne mit meiner Familie, Hamstern und Hunden in Osnabrück und freu mich des Lebens. Ich schreibe Bücher und gebe Tanzstunden, letzteres ist der Beruf, den ich erlernt habe.

Seit wann schreibst du? 

Eigentlich schon seit frühester Kindheit. Meine ersten Bücher habe ich gemalt. In den neunziger Jahren hatte ich allerdings eine lange Schaffenspause. Damals war alles andere wichtiger als Schreiben. Aber dann fing ich 2009 einfach wieder an. Der erste Versuch war ein Krimi. Der liegt hier noch irgendwo rum.

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen? 

Schon meine ersten Bildersammlungen nannte ich mutig "Buch", und konnte mir gar nicht vorstellen, dass es Menschen geben sollte, die sich nicht selbst Geschichten ausdachten und diese in irgendeiner Form zu Papier brachten. Mein Vater schrieb als Kunsthistoriker auch immer gerade an irgendeinem Artikel oder Jahrbuch. Schreiben erschien mir normal.

Ab wann wusstest du, dass du Autorin werden willst?  

Mit elf Jahren sagte ich meinen Eltern, dass ich Schriftstellerin werden würde. Die fanden die Idee nicht so klasse und meinten, davon könne man nicht leben. Stimmt übrigens. Also wurde ich erst einmal Tanzlehrerin und kehrte später zu meinem ersten Traumberuf zurück.

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Bilderbuch: Krebs in Knoblauch (Fuchs Verlag 2013)

Fantasy-Roman: In der Wänden (Aeternica Verlag 2014) 

Kurzroman: Ebba unter den Bäumen (Textlustverlag 2014)

Historienroman: Sternschnuppenregen (Alea Libris 2014)

Krimi: Der Tanz des Mörders (Juli 2015 Carpathia Verlag)

Krimi: Die Farben des Mörders (2016 Carpathia Verlag)

Historienroman: Die Bestie aus den grünen Hügeln (Alea Libris 2016)

Hast du für deine Bücher recherchiert? 

Für das eine mehr, für das andere weniger, aber ganz ohne Recherche geht es eigentlich nie. Dank dem Internet und der Osnabrücker Stadtbibliothek ist das aber nie ein Problem gewesen. Nur die Frage, wann das Malagaeis erfunden wurde, ließ sich beim besten Willen nicht klären.

Wo schreibst du am liebsten?

In der Küche, im Wohnzimmer, auf dem Balkon, im Bett, im Garten, im Bus ... Da lege ich mich nicht fest. Je nach Befinden und Jahreszeit wechselt die Schreibstätte munter hin und her.

Hast Du ein festes Schreibritual?

Nein. Wenn ich auf das Eintreten bestimmter Rahmenbedingungen warten würde, wie Ruhe oder Einsamkeit, dann würde ich nicht eine Zeile zu Papier bringen. Ich fange einfach an und unterbreche, wenn es nötig ist. Das führt manchmal zu angebranntem Mittagessen, aber meine Familie ist leidensfähig.

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst? 

Gerade ist mein zweiter Krimi "Die Farben des Mörders" erschienen, und damit werde ich jetzt erst einmal mehrere Lesungen gehen. Für 2016 sind noch zwei weitere Bücher geplant. Im Arunya Verlag erscheint mein satierischer Vampirroman "Schleich dich, Gift" als eBook. Und im Fuchs Verlag startet meine Kinderbuchreihe um Abenteuer, Ängste und Pferdeklugheit unter dem Titel: Talisman.

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat? 

Agatha Christie, Nancy Atherton, Kerstin Gier, J.K. Rowling, Stephen King, Tiziano Terzani, sie alle haben Spuren hinterlassen. Gute Autoren und ihre Bücher sind die besten Lehrer, wenn man Schreiben will. Manchmal denke ich beim Lesen plötzlich: das hätte ich jetzt selber ganz anders aufgelöst! Oder: genial! Warum hatte ich diese Idee nicht zuerst? Aber am meisten beeinflusst mich immer der Autor, den ich gerade lese.

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren? 

Tiziano Terzani: Noch eine Runde auf dem Karussell

Nancy Atherton: Tante Dimity

Agatha Christie: Das Sterben in Wychwood

Martin Suter: Small world

Kerstin Gier: Die Müttermafia

Diese Bücher stehen für Weisheit, Gefühl, Raffinesse, Stil und Humor. Und zwar genau in dieser Reihenfolge. Das alles sind Komponenten, die ein gutes Buch braucht. Ein gutes Buch bringt mich zum Nachdenken, zum Lachen, zum Weinen, nimmt mich gefangen und hinterlässt Spuren in meinen Gedanken. Vielleicht sollte ich an dieser Stelle noch das Buch "Jacke wie Hose" von Rita M. Brown erwähnen, weil es so vieles davon in sich vereint.

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Freizeit? Das ist das, was ich mache, wenn ich gerade mal nicht Tanz unterrichte oder ein Buch schreibe oder irgendetwas Dringendes für Haus und Familie erledige, nicht wahr? Kommt zwar nicht oft vor, aber dann stoppe ich mein Hirnkarussell beim Yoga oder Puzzeln. Oder ich male eine Wand an oder ich bastle mir ein neues Regal aus einem alten Pappkarton. Oder ich trinke ein Glas Wein und schaue in den Regen. Ich mag Regen.

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest? 

Als Tochter eines Historikers liebe ich Schlösser und Burgen. Ich würde gerne mal ein paar Wochen darauf verwenden, die Schlösser und Gärten Englands zu erleben. Mit den Einnahmen aus dem ersten Bestseller gönne ich mir und den meinen glaube ich eine Rundreise. Oder ich gehe zu Fuß. Das fänd ich noch viel spannender.

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern? 

Sehr wichtig. Ich schreibe schließlich nicht nur für mich. Ich möchte unterhalten und erfreuen, und natürlich will ich gern wissen, ob mir das gelungen ist.

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen? 

Ja. Achtet darauf, dass ihr liebt, was ihr tut und, dass ihr euch wohlfühlt. Der Weg ist schließlich das Ziel, und wir können ihn alle nur ein einziges Mal gehen. 


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