Interview mit Christiane Gref

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :) 

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Gerne. Ich bin vierzig Jahre alt, verheiratet und habe drei Kinder (8 Jahre, 5 Jahre und 6 Monate alt). So weit die Fakten. Ach ja, ich arbeite im Vertrieb eines Edelmetall verarbeitenden Unternehmens. Vom Schreiben kann ich leider (noch) nicht leben. Die Hoffnung, dass plötzlich eines meiner Bücher ein Bestseller wird, ist allerdings noch nicht gestorben. ;-)

Seit wann schreibst du? 

Ich oute mich jetzt mal schreiberisch als Spätzünderin, denn ich begann erst Ende des Jahres 2004 damit, belletristische Texte zu verfassen. Bislang sind es ca. 45 Kurzgeschichten, die in Anthologien und Magazinen erschienen sind.

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen? 

Ganz unspektakulär. So wie vermutlich fast jede Autorin, jeder Autor. Ich begann mit Kurzgeschichten und merkte irgendwann, dass da eine größere Geschichte existierte, die erzählt werden wollte. Und so stieg ich kurzerhand auf das Schreiben von Romanen um. Kurzgeschichten schreibe ich nach wie vor. 

Ab wann wusstest du, dass du Autorin werden willst?  

Bei mir war es anders herum. Autorin bin ich einfach so geworden, indem ich geschrieben habe. Indem ich meine Geschichten anderen Menschen zugänglich gemacht habe. Dass ich tatsächlich eine Autorin bin, wurde mir erst bewusst, als ich mein erstes eigenes Buch in der Hand hielt. Ein toller Moment war das.

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

"Das Meisterstück", historischer Roman, Naumann Verlag, 2010

"Im Bann der Engel", erotischer Fantasyroman, Elysion Books, 2011

"Kabuki", historischer Kurzroman, VSS Verlag, 2012

"Die Schädeljäger", historischer Medizinthriller, Gmeiner Verlag, 2012*

"Die Seelenwärter", historischer Medizinthriller, Gmeiner Verlag, 2014*

"Schatten über Yarivenna", Fantasyroman, Betts and Atterberry, 2015

"Die Blutlüge - Ludwig Tessnow", biografischer Roman, Gmeiner Verlag, 2016

Die Bücher mit den * habe ich gemeinsam mit Meike Schwagmann geschrieben. 

Hast du für deine Bücher recherchiert? 

Ja, ich habe für alle Bücher recherchiert, auch für die Fantasy-Romane. Für die historischen Romane natürlich wesentlich mehr. Es ist die mühsamste, aber auch spannendste Arbeit im Schreibprozess.

Wo schreibst du am liebsten?

An einem ruhigen Ort. Aktuell habe ich mein Schreibbüro auf derselben Etage, in der wir wohnen. Da ist immer Trubel, da kommen die Kinder rein, wollen mir etwas zeigen. Oder streiten sich. Das lenkt ganz schön ab. Aber bald werde ich wieder in mein "kreatives Souterrain" gehen, wo ich vor der Geburt meines dritten Kindes geschrieben habe. Das ist bei weitem der ruhigste Ort im Haus, weil die Kinder meist zu faul sind, zwei Etagen herunter zu kommen.

Hast Du ein festes Schreibritual?

Früher hatte ich das. Da kam ich von der Arbeit, ging auf den Balkon, trank einen Kaffee, rauchte zwei, drei Zigaretten und setzte mich anschließend an den Computer. Heute zweige ich mir jede ruhige Minute ab, die ich irgendwie ergattern kann. Ich rauche nicht mehr und den Kaffeekonsum habe ich ebenfalls eingeschränkt. Der Balkon ist aufgrund massiven Fluglärms ebenfalls nur noch bedingt zu genießen. Ach, ich merke gerade, dass es an der Zeit ist, wieder ein Ritual einzuführen. Irgendwie fehlt mir das. 

Hast du ein neues Projekt, das du uns schon verraten kannst? 

Ja, da gibt es tatsächlich etwas. Ich versuche mich im Genre Jugendbuch und sitze derzeit an einem Mysterythriller, der in meiner Region spielt. Das erste Kapitel ist bereits geschrieben :-)

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat? 

Definitiv. Und nicht nur einen. Ganz vorne steht für mich Andreas Eschbach, dessen Bücher ich immer auf einen Rutsch durchlese. Inspiriert haben mich außerdem: Poe, Lovecraft, Kafka (er hat mich gelehrt, dass alles möglich ist), Heine, Tolkien, King. Ich merke gerade, dass ich die Liste wohl bis ins Unendliche fortsetzen könnte. Beeinflussen kann uns, denke ich, jedes Buch, das wir lesen. Jeder Text hinterlässt einen Nachgeschmack. Der kann entweder süß oder bitter sein. 

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren? 

Auch hier würden die Leser dieses Interviews vermutlich irgendwann gelangweilt aussteigen, weil meine Liste kein Ende fände. :-) Ich nenne an dieser Stelle einfach mal J.R.R. Tolkien mit "Der Herr der Ringe". Warum? Weil ich die Trilogie von all meinen Büchern am häufigsten gelesen habe. Es muss jetzt ungefähr das 16. Mal sein, das ich die Bücher wieder zur Hand genommen habe. So sieht der Klett Cotta-Schuber auch mittlerweile aus. ;-)

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Lesen. :-) Ja, ich bin so verrückt und stecke auch noch in meiner Freizeit die Nase in Bücher. Zum Ausgleich sehe ich mir auch gerne Filme an. Zombiefilme stehen gerade hoch im Kurs. 

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest? 

Es hört sich vielleicht doof an, aber alles, was ich mir vom Leben erhofft habe, hat sich bereits erfüllt. Ich bin zufrieden.  

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern? 

Sehr wichtig. Deshalb schätze ich gut moderierte Leserunden via Internet. Oder natürlich auch Lesungen, nach denen das Publikum auch immer die Möglichkeit erhält, Fragen zu stellen. Signierstunden eignen sich auch bestens, um mit den Lesern ins Gespräch zu kommen. Es kamen in der Vergangenheit schon sehr viele wichtige Rückmeldungen, für die ich meinen Lesern und Leserinnen sehr dankbar bin. 

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen? 

Es hat mir Spaß gemacht, Rede und Antwort zu stehen. Was ich den Lesern noch mitgeben möchte: Bleibt eurer Leselust treu. Immer mehr wird mir bewusst, wie sehr das Lesen den Alltag entschleunigt. In unserer hektischen Zeit ist es wichtig, zur Ruhe zu kommen. Was eignet sich dafür besser als der eigene Leserhythmus, der so individuell ist wie das Atmen?


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