Interview mit Torsten Jäger

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :) 

Gerne - und es ist mir eine Ehre. :) 

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Vor 37 Jahren habe ich in Mainz das Licht der Welt erblickt und seitdem hält mich Rheinhessen in seinem Bann... So wohne ich in Bodenheim und engagiere mich hier ganz praktisch im Naturschutz.

Hauptberuflich arbeite ich als kaufmännischer Sachbearbeiter. Im Nebenberuf bin ich "Grünschreiber". Denn ich finde, es gibt so viele Schwarzmaler - da braucht es auch Menschen, die die Welt ein Stück weit grüner schreiben...

Deshalb schreib ich neben den Büchern auch Beiträge für www.oekoblog.info, www.naturwelt.org und natürlich für meinen eigenen Blog: gruenschreiber.wordpress.com.

Seit wann schreibst du? 

Etwa seit 2003.

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen? 

Vorweg: In der Hauptschule hab ich Aufsätze und den Deutschunterricht gehasst. Aber ich hatte daneben auch eine Abneigung gegen die ganze Schule. Der Grund: Jahrelanges Mobbing!

Mit dem Schulabschluss sollte ich dann auch mit meinem bisherigen Leben abschließen. Denn es folgte wie aus heiterem Himmel eine massive Panikattacke die mich glauben ließ, mein letztes Stündlein hätte geschlagen. Irgendwie war es dann auch so: Die letzte Stunde des alten Lebens.

Es folgte eine Therapie, bei der ich auch Tagesprotokolle mit meinen persönlichen Gedanken und Gefühlen zu bestimmten Situationen führen musste. Zwischen den Therapiestunden lag jeweils eine Woche Pause und als ich eines Tages in dieser Pause etwa 40 DIN-A4-Seiten beschrieben hatte, meinte mein Therapeut: Mensch, wenn Sie so weiter schreiben, können Sie glatt ein Buch draus machen.

So entstand die Idee, und das Niederschreiben von Gefühlen und Gedanken - das von der Seele schreiben - wurde zum festen Bestandteil meines Lebens.

Ich besuchte schließlich einen Abendkurs zur Mittleren Reife, bei dem das Fach „Deutsch“ zu meinen Lieblingsfächern gehörte. Kurzgeschichten von Berthold Brecht, Thomas Mann,…

Die Tür zur spannenden Welt der Literatur und des Schreibens stand nun offen. 

Ab wann wusstest du, dass du Autor werden willst?  

Als ich bemerkte, welche Macht im Geschriebenen Wort und welche Magie zwischen den Zeilen steckte. Als sich spürte, wie heilsam und erleichternd es war, Gedanken zu Papier zu bringen. Und als mir bewusst wurde, dass das geschriebene Wort die Welt verändern kann. - Wenn auch zunächst im Kleinen...

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Zunächst war es ein Erfahrungsbericht über das Mobbing und den Ausweg aus der Angst. Er erschien 2005 unter dem Titel "Wer hat Angst vorm bösen Wolf".

Es folgte "Klima - Wandel Dich!", eine Anthologie zum Schutz des Weltklimas in Kooperation mit dem Deutschen Naturschutzring.

Als nächstes erschien "Zwergenaufstand! - Rebellion von Zwerg acht...", in dem ich mich noch einmal sehr intensiv und vor allem kreativ mit meinen Schulerfahrungen und der daraus resultierenden Angsterkrankung auseinander gesetzt habe.

Dann folgte im Jahr 2012 "Tiefe Wasser sterben still...", eine anthologische Kondensationsreise durch die Wasserwelten des Blauen Planeten. Dieses Buch entstand in Kooperation mit der Stiftung Artenschutz, der ich auch den Gesamterlös aus dem Buchverkauf spende.

Im Jahr 2014 erschien schließlich "Todes Mais", ein Krimi, der sich mit der Grünen Gentechnik auseinandersetzt, wobei der "Superorganismus Bienenvolk" eine entscheidende Rolle spielt: Ein Bienenvolk wird hier nämlich zur Mordwaffe…

Hast du für deine Bücher recherchiert? 

Ja, gerade für die Naturschutz-Bücher war Recherche nötig. Und ich wurde bei "Tiefe Wasser sterben still..." auch von der Stiftung Artenschutz fachlich unterstützt. Beim "Todes Mais" recherchierte ich nicht nur rund um das Thema "Bienen" wegen des Krimis. Vor allem möchte ich in kürze selbst ein Bienenvolk in meinem Garten ansiedeln. Und allgemein bin ich sehr interessiert an Umweltthemen, wodurch ich ohnehin schon viel Hintergrundwissen gesammelt habe.

Wo schreibst du am liebsten?

In meiner Dachgeschosswohnung, am liebsten in lauen Sommernächten. Ich öffne die Fenster, höre die Grillen im Garten zirpen, die Waldohreule rufen und genieße jedes laue Lüftchen. Da wird das Schreiben manchmal fast schon zum meditativen Erlebnis... :)

Hast Du ein festes Schreibritual?

Das Ritual steckt eigentlich im Umfeld. Vor allem brauche ich Ruhe, keinen Straßen- oder Fluglärm. Ideal sind dann auch noch Naturgeräusche, wie zirpende Grillen oder zwitschernde Vögel, der säuselnde Wind in den Blättern der Birke vorm Haus. Und eben, wenn es die Jahreszeit zulässt, immer ein offenes Fenster zur Natur.

Hast du ein neues Projekt, das du uns schon verraten kannst? 

Ja, mehrere... :)

Eines ist bereits im fortgeschrittenen Stadium. Es ist wieder ein Krimi mit den gleichen Kommissaren, die bereits im "Todes Mais" ermitteln. Der Krimi behandelt ein ökologisches Problem, das nicht nur in der Ferne ein Thema ist: Der Flächenfraß. Handlungsorte sind Deutschland und Island. Dabei spielt auch die germanische Mythologie eine entscheidende Rolle. Veröffentlicht wird der Krimi Ende 2016 / Anfang 2017.

Das zweite Krimi-Projekt behandelt die Massentierhaltung. An diesem Manuskript arbeite ich momentan noch auf Hochtouren und muss dabei wirklich oft innehalten, wenn man sich anschaut, was die Menschen den Tieren jeden Tag antun…

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat? 

Nein, und eigentlich orientiere ich mich ungern nach anderen. Wenn mich meine Schulerfahrung eines gelehrt hat, dann ist es die Gewissheit, dass man seinen Weg gehen sollte und dass die Lösung nicht sein kann, in den Fußspuren anderer zu laufen. Denn dann hinterlässt man selbst keine Spuren. :)

Eine Zeit lang hätte ich ja alles dafür gegeben, dazu zu gehören. Doch irgendwann habe ich mich dann gefragt, wieso ich zu einer Gruppe gehören wollte, die so respektlos mit Andersdenkenden umgeht, Leute ausgrenzt und terrorisiert.

Daher gehe ich beim Schreiben lieber meinen eigenen Weg.

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren? 

Sehr beeindruckend fand ich das Buch "Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry" und auch Hape Kerkelings "Ich bin dann mal weg".

Ich kann mir Namen nicht gut merken - daher kenne ich nur wenige Autoren namentlich. Aber Jostein Gaarder ist aus meiner Sicht ein sehr guter Autor.

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Ich liebe die Natur. Daher arbeite ich oft in meinem Garten. Momentan baue ich gerade ein Hühnerhaus, da ich noch in diesem Jahr ein paar Tieren eine artgerechte Heimat bieten möchte. Außerdem bin ich oft mit meiner Kamera in der Natur unterwegs. Ich liebe die Makro-Naturfotografie. Einmal im Jahr verreise ich, fernab vom Mainstream, oft gerne auch mal in nördliche Breiten, nach Island und Dänemark. Ich bin ein wenig künstlerisch aktiv, versuche Natur und Kunst zu verbinden. Und seit neuestem versuche ich mich mit Keyboard-Spielen. Allerdings bisher mit eher mäßigem Erfolg... ;-)

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest? 

Ich möchte meinen Naturgarten weiter gestalten, möchte einigen Hühnern aus der Massentierhaltung einen schönen Lebensabend bieten. Ein Traum wäre es zudem, ein paar Alpakas zu halten. Außerdem würde ich gerne mal die Färöer Inseln besuchen.

Ihr seht - an Träumen mangelt es mir nicht... ;-)

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern? 

Sehr wichtig! Ich schreibe schließlich für die Leser, möchte sie unterhalten und mit meinen Texten bewegen. Ich liebe es, auf Lesungen mit Zuhörern ins Gespräch zu kommen - über das Buch, das Thema, oder allgemein über Gott und die Welt.

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen? 

Ich habe zu danken für das Interview. Und den Lesern wünsche ich weiterhin viel Spaß bei der Lektüre von Büchern. Bücher sind Einblicke in neue Welten, sie sind wie eine Expedition in den Weltraum. Nur dass die Reichweite eines Raumschiffs irgendwann endet - die Phantasie des Menschen allerdings ist grenzenlos. In diesem Sinne: Auf zu neuen Welten. :)


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