Interview mit Hans-Rainer Riekers

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :)

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Ich heiße Hans-Rainer Riekers, wurde 1951 in Bremen geboren und bin glücklich verheiratet. Ich habe einen Sohn und vier Enkelkinder, Lena, Bjarne und Niels. Das kleinste Enkelkind, Junia, ist erst vor wenigen Tagen zur Welt gekommen. Bis zu meiner Pensionierung habe ich 40 Jahre lang als Polizeibeamter Dienst verrichtet. Dabei war ich in unterschiedlichsten Positionen tätig. 2011 ging ich in den Ruhestand. Seit dem tue ich all das, wozu ich in den Jahren vorher viel zu wenig Zeit hatte.

Seit wann schreibst du?

Ich weiß nicht, ob mir das Schreiben in die Wiege gelegt wurde. Zumindest scheint aber wohl ein gewisses Talent vorhanden zu sein, denn in meinen Schulzeugnissen ist Entsprechendes nachzulesen. Schon früh habe ich Kurzgeschichten und Satiren geschrieben. Zu mehr reichte die Zeit allerdings nicht. Das hat sich erst seit meinem Ruhestand geändert.

Wie bist Du zum Bücherschreiben gekommen?

Das Interesse meiner Enkelkinder Lena, Bjarne und Niels an meinem Beruf war immer sehr groß. Oft kam die Frage: „Hast Du heute wieder einen Räuber gefangen?“

Nun, so häufig klappt das mit der Festnahme von Räubern leider nicht und nur in seltenen Fällen ist das reale Polizeigeschehen als Kinderunterhaltung tauglich. So entschloss ich mich, der Neugier meiner Enkelkinder literarisch Rechnung zu tragen.

Ausschlaggebend war ein Weihnachtsfest vor einigen Jahren. Die Freude an den Geschenken war schon nach wenigen Tagen verblasst. So reifte der Entschluss, den Kindern etwas „Bleibendes“ zu schenken. Ein Kriminalroman sollte es werden, in dem Lena, Bjarne und Niels selbst die Hauptrolle spielen.

Am nächsten Weihnachtfest lag der Kinderkrimi „Strandkorb 233“ unter dem Tannenbaum. Es ist die Geschichte um einen geheimnisvollen Strandkorb auf der Insel Wangerooge und eine Serie von Hoteleinbrüchen. Auflage: 3 Exemplare, gedruckt als Fotobuch.

Die Begeisterung über dieses ungewöhnliche Weihnachtsgeschenk war groß, weshalb im nächsten Jahr ein weiterer Krimi folgte: „Der schwarze Kutter“. Das Rätsel um einen merkwürdigen schwarzen Fischkutter, der den Hafen von Spiekeroog immer nur nachts verlässt. Und dann gibt es da noch unerklärliche Lichterscheinungen im Watt.

Ab wann wusstest du, dass du Autor werden willst?

Die beiden ersten Krimis faszinierten nicht nur die Enkelkinder sondern auch Freunde und Verwandte. Dann wurde sie in der Schule vorgelesen und immer häufiger kam die Frage, warum man diese Bücher nicht kaufen kann.

So fiel die Entscheidung leicht, diese beiden Bücher als Druckbuch und eBook über die Agentur Oliver Fischer bei Amazon zu veröffentlichen.

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Den ersten beiden sind noch vier weitere Krimis gefolgt. Somit besteht die Reihe derzeit aus sechs Büchern:

„Strandkorb 233“ - Die abenteuerliche Auflösung des Rätsels um einen einsamen Strandkorb

„Der schwarze Kutter“ – Die gefährliche Suche nach den unheimlichen Lichtern im Watt

„Eiskalte Jagd“ - Ein Usedom-Krimi um eine Gangsterjagd im Schneesturm

„Die Nacht der Hexe“ - Das unheimliche Geocaching-Abenteuer im dunklen Wald

„Bernsteinraub auf Juist“ - Der spannende Kampf gegen einen Bernsteinräuber

„Flammen über Langeoog“ - Die aufregende Jagd nach den gefährlichen Brandstiftern

Hast du für deine Bücher recherchiert?

Selbstverständlich. Ich bin an allen Orten gewesen, an denen die Handlung spielt. Das ist mir besonders wichtig, denn ich möchte so authentisch wie möglich schreiben. Die Kinder sollen die Möglichkeit haben, gewissermaßen auf den Spuren des Romans zu wandeln. Gerade bei den Inselkrimis erhalte ich oft die Rückmeldung, dass die Menschen „ihre“ Urlaubsinsel im Roman wiedererkannt haben. Diese Rückmeldungen kommen übrigens meist von den Erwachsenen. Es ist erstaunlich, wie viele erwachsene Leser sich an Kinder- und Jugendbüchern erfreuen.

Zudem muss die Handlung logisch sein. Dazu gehört zum Beispiel ggf. das Studium der Seekarte und die genaue Kenntnis der Gezeiten. Auch Kinder würde es bemerkten, wenn die Protagonisten in dem Roman am Vormittag in das Watt gehen und am Nachmittag erneut. Das ist nicht möglich und die Kinder merken das sofort. Ich habe bei Lesungen häufig erlebt, wie genau die Kinder aufpassen. Da kann man sich keine Fehler erlauben. Kinder muss man genauso ernst nehmen, wie die Erwachsenen.

Zudem sollen meine Leser die Natur erleben. Sturmflut, Gewitter, Seenebel, Schnee – all diese Ereignisse spielen in meinen Romanen eine Rolle und tragen ebenso zur Spannung wie zum Respekt vor der Natur bei.

Wo schreibst du am liebsten?

Ganz oben unter dem Dach – und nur dort. Da befindet sich mein Arbeitszimmer, in dem mich niemand stört.

Hast Du ein festes Schreibritual?

Ich wollte gerade mit „Nein“ antworten. Dann ist mir aufgefallen, dass ich schon eine ziemliche „Macke“ habe. Wenn ich mit einem neuen Projekt beginne, geht es mir monatelang im Kopf herum. Mit dem Schreiben beginne aber ich stets im Herbst oder Winter, wenn draußen der Regen prasselt und der Wind um das Haus heult. Ich bin also gewissermaßen ein norddeutscher „Schietwetterschreiber“. Wenn ich dann in Schwung bin, ist das Wetter kein Thema mehr. Dann hält mich auch Sonnenschein nicht mehr vom Schreiben ab.

Hast du ein neues Projekt, das du uns schon verraten kannst?

Nun, einen weiteren Kinderkrimi um Lena, Bjarne und Niels (Junia ist noch zu klein und kann nun wirklich noch nicht zur Lösung eines Kriminalfalls beitragen) wird es wohl zu Weihnachten wieder geben. Dann traditionell erst einmal für die Kinder. Zum Frühjahr 2017 wird er wohl veröffentlicht. Die Geschichte habe ich schon im Kopf. Ich muss nur auf ordentliches „Schietwetter“ warten.

Danach werde ich mich weiter meinem ersten Erwachsenenkrimi widmen, mit dem ich Anfang dieses Jahres begonnen habe. Vielleicht wird er zum Sommer nächsten Jahres fertig. Da mache ich mir allerdings keinen Druck.

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat?

Zweifellos Günter Grass! Ich habe schon als Jugendlicher seine Bücher verschlungen. Ganz besonders „Katz und Maus“ hat mich enorm beeindruckt. Seine letzten Werke konnten mich allerdings nicht völlig überzeugen.

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren?

Neben Grass schätze ich Dostojewski, Kempowski und Arno Surminski. Einzelne Bücher möchte ich da nicht herausheben. Alle drei haben eine solche Schaffensbreite, dass es schwer möglich ist, einzelne Bücher heraus zu greifen. Ich mag besonders Autoren, die so schreiben, dass Bilder im Kopf entstehen.

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Welche Freizeit? Ich habe vier Enkelkinder!!! Okay, etwas Zeit bleibt schon noch. Ich Jogge täglich, bin begeisterter Fotograf und lese selbstverständlich viel.

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest?

Ich bin wunschlos glücklich. Und das meine ich ganz ernst!

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern?

Sehr. Wenn ich merken würde, dass das, was ich tue, bei den Lesern nicht ankommt, würde ich aufhören zu Schreiben.

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen?

Ja! Traut euch!! Ich kenne viele Leute die selbst gerne schreiben würden.

Mein Rat: Holt euch bloß keinen Rat ein! Fangt einfach so an, wie ihr meint. Es gibt keinen Königsweg, jeder muss seinen eigenen Weg finden.


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