Interview mit Daniel Holbe

© Oliver Misof

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :) 

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Hui, das ist immer die schwierigste Frage. Was ist wichtig und was nicht.

Okay, ich lebe mit meiner Familie (2 Kinder, 2 Minischweine, 4 Katzen und 1 Hund) auf einem ausgedienten Bauernhof inmitten der mittelhessischen Provinz.

Meine Frau und ich kommen beide beruflich aus der Sozialen Arbeit, sie ist dem noch treu, bei mir wurde das durchs Schreiben abgelöst. Seit ich die Krimireihe von Andreas Franz übernommen habe, schreibe ich hauptberuflich.

Seit wann schreibst du? 

Im Grunde schon immer, aber 2006 dachte ich erstmals daran, auch etwas zu veröffentlichen. Es wurde 2009, bis mein erstes Buch im Buchhandel stand. Gerade in diesen Tagen erscheint eine Neuauflage davon als Taschenbuch. Das macht glücklich und stolz.

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen? 

Das viele (fast suchtartige) Lesen und das Weiterdenken von Geschichten in Bildern oder Szenen, wenn die Bücher zu Ende waren, hat mich irgendwann dazu gebracht, selbst Dinge zu formulieren. Und eigenes zu verfassen.

Doch es brauchte noch viele Jahre, bis mir die Erleuchtung kam (und ich das Durchhaltevermögen hatte), für 400 Seiten Roman einmal gezielt an ein und derselben Sache zu bleiben.

Ab wann wusstest du, dass du Autor werden willst?  

Letzten Endes seit der Buchmesse 2006. Zumindest wusste ich es seit dort bewusst. Wie lange es schon schwelte ... wer weiß?

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Die Petrusmünze, Giftspur und Schwarzer Mann als eigene Werke.

Mit Julia Durant von Andreas Franz Todesmelodie, Tödlicher Absturz, Teufelsbande, Die Hyäne und - ganz aktuell - Der Fänger.

Hast du für deine Bücher recherchiert? 

Unbedingt. Das war schon vor dem ersten Buch klar, dass es ohne genaue Recherche nicht geht. Es mag daran liegen, dass heute jede Info, die man gibt, praktisch sofort beim Lesen überprüft werden kann. Das mag anstrengend sein,

aber ich finde, bessere Recherche gibt bessere Bücher.

Wo schreibst du am liebsten?

Zuhause in meinem Büro. Ich habe mir diesen Arbeitsplatz selbst gestaltet und bin dort sehr glücklich. Und wenn es mal hängt oder ich etwas anderes sehen will, nehme ich den Laptop. Wesentliche Kapitel sind schon direkt in Frankfurt entstanden,

manches auch (im Zeitdruck im Urlaub) auf Teneriffa, und vieles z.B. auf meinen Lesereisen im ICE. Aber immer wieder kehre ich ins Büro zurück - zumal dort auch meine ganzen Nachschlagewerke und Ordner stehen.

Hast Du ein festes Schreibritual?

Nun ja. Zwei kleine Kinder takten den Tag in eine recht geregelte Struktur. Das bedeutet, ich gehe arbeiten wie jeder andere auch. Früh morgens bis nachmittags. Nur eben zuhause. Und unterbrochen durch Gassi gehen - oder Rasen mähen. Beim Mähen habe ich eine Menge guter Ideen. Meist sehr düstere. Ich mähe gerne :-)

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst? 

Ich darf leider, so gerne ich es auch würde, den Titel noch nicht nennen. Doch ich habe unmittelbar nach dem Fänger mit dem neuen Durant-Band angefangen. Unter anderem deshalb, weil er direkt an das Buch anschließt, aber auch, weil mich die Geschichte so fesselt. Das ist mein aktuelles Projekt und ich habe nie

mehr als eines am Laufen. Umschalten und parallel arbeiten funktioniert bei mir nicht.

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat? 

Ja und nein. Sicher hat meine Lesevorliebe mich geprägt. Man könnte behaupten, dass Twain und Stevenson meine Schreib-Phantasie geweckt haben. Dass Dan Brown mich schlussendlich zum Schreiben gebracht hat. Aber so jemanden hat doch jeder denke ich.

Beeinflusst hat mich ganz direkt Andreas Franz, denn von ihm habe ich ja die Figuren 'vererbt' bekommen. Deren Schicksale, die Dinge, die er mit ihnen vorhatte, das tue nun ich. Also hat er mich gewissermaßen geprägt.

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren? 

Zu viele, um einen auszupicken, ohne anderen damit unrecht zu tun.

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Habe ich erwähnt, dass ich gerne Mähe? Okay. Ich habe seit über drei Jahren eine Dauerbaustelle hier. Mittlerweile wohnen wir zwar drin, aber es gibt rundherum unendlich viel zu tun. Seit April haben wir Rasen. Daher das mit dem Mähen. Draußen zu arbeiten, etwas handwerkliches (meine erste Lehre war im Handwerk) zu tun, das ist ein toller Ausgleich zum Büro. Und dann gibt es ja noch die Kids und die Tiere. Bei uns ist immer was los.

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest? 

Meine Familie und ich haben, unter anderem durch einen Todesfall, ein sehr anstrengendes und trauriges Jahr hinter uns. Nun wünsche ich uns (und allen anderen natürlich auch) einfach ein bisschen Abstand, Frieden und Zeit zum Durchatmen.

Ich schiebe seit geraumer Zeit den Gedanken vor mir her, ein so genanntes Sabbatjahr zu machen. Irgendwann mache ich das auch. Und ich weiß auch schon, welches Buch ich dann schreiben werde :-D

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern? 

Feedback ist sehr wichtig und meine Fans und Leser bedeuten mir sehr viel. Sie machen mich doch erst zu dem, was ich als Autor bin. Natürlich muss man unterscheiden zwischen qualitativen Bewertungen und denen, die nichtssagend sind. Deshalb habe ich den Kontakt zu Buchblogs sehr zu schätzen gelernt, denn in der Regel findet man dort die besseren Rezensionen (und das beziehe ich jetzt nicht auf die Anzahl der Sterne ;-))

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen?

Ich wünsche allen, die mich gerne lesen, viel Freude mit gleich zwei Titeln, die gerade in den Handel gekommen sind!

Und ich bedanke mich für das Interesse an mir und habe die Fragen deshalb sehr gerne beantwortet.

Liebe Grüße und eine gute Zeit wünscht Euch

Daniel


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