Interview mit Rainer Kottke

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :)

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Ich bin 46 Jahre alt und lebe mit Partnerin auf dem platten Land. Hinterm Haus stehen Ostfriesische Palmen (eine Grünkohlsorte), die unsere Hühner zum Fressen gern haben (also die Hühner den Kohl, nicht etwa umgekehrt). Ich verkaufe Musikinstrumente und mache außerdem alte Polstermöbel wieder flott.

Seit wann schreibst du?

Das fing in der Schule mit Texten für eine Rockband an. Lange war dann die Musik meine bevorzugte Ausdrucksmöglichkeit.

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen?

Es gibt in Ostfriesland eine bunte Krimiszene, die stetig gewachsen ist. Regelmäßig kommen neue Autoren hinzu. Da wollte ich dabei sein. Den Rahmen »Ostfrieslandkrimi« empfand ich außerdem als hilfreich, denn ich merkte, meine Geschichte kommt so viel authentischer rüber, als wenn ich eine komplette Fantasiewelt im leeren Raum erfinden muss.

Ab wann wusstest du, dass du Autor werden willst?

Ich denke, so funktioniert das nicht. Niemand kann im Voraus wissen, ob er oder sie mit seinen Texten Erfolg haben wird, ob ein Beruf daraus wird. Ich sehe es so: Wer schreibt, ist ein Autor. Wer schreibt und Geld damit verdient, ist ein Autor mit Talent, Glück und Geld.

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

»DOLLART-FUCK.DE« ist mein erstes Buch. Davor habe ich online zahlreiche Artikel und Tutorials zum Thema ›Gitarre‹ veröffentlicht.

Hast du für deine Bücher recherchiert?

In meinem ersten Buch konnte ich Handlungsorte auswählen, die mir vertraut waren. Insofern war hierfür wenig Recherche notwendig. Das würde sich in einer Krimireihe schnell ändern. Da müssten dann neue Orte her. Manches Detailwissen, das eingestreut einen Krimi realistischer macht, musste ich natürlich recherchieren.

Wo schreibst du am liebsten?

Auf dem Sofa, das Laptop auf dem Tisch.

Hast Du ein festes Schreibritual?

Nein, leider nicht. Ich habe regelmäßig, wenn ich auf die frisch geöffnete Textdatei starre, Schiss, dass ich nicht eine neue Zeile zustande bringe.

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst?

Ich habe zwar noch keine Notizen gemacht, aber in Gedanken reime ich schon einen neuen Fall für Jo Blueskohl und seine Freunde zusammen.

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat?

Das ist mir nicht bewusst. Aber sicherlich hat alles, was ich gelesen habe, einen Einfluss.

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren?

Ein Buch, dass ich zum ersten Mal vor rund 25 Jahren und zum letzten Mal vor ein paar Monaten verschenkt habe, ist ›Hiob‹ von Joseph Roth (kein Krimi). Autoren und Genres kommen und gehen bei mir eher in Phasen.

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Ich spiele nach wie vor viel Gitarre. Ich habe ein altes Motorrad und eine noch ältere Jolle. Da gibt es immer was zu basteln und manchmal, selten, bin ich tatsächlich unterwegs auf der Straße bzw. auf dem Wasser.

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest?

Ich habe jetzt mein erstes Buch geschrieben und bin sehr zufrieden. Ich liebäugele aber mit einer Fortsetzung, die länger, besser und atemberaubender sein soll. Das ist so ein Wunsch.

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern?

Beim Schreiben hat man ja die ganze Zeit so einen absolut liebenswerten, musterhaften Leser im Kopf. Der findet jeden Witz zum Schreien komisch, beißt in Buch oder E-Reader, weil die Spannung unerträglich wird, weint wie ein Schlosshund, wo es traurig sein soll. Später dann klappt aber der echte Leser das fertige Buch auf und bringt seine Sicht auf die Dinge in Form einer gewissen Erwartungshaltung mit. Das ist wie von beiden Seiten des Ufers eine Brücke bauen und spannend, ob Autor und Leser sich tatsächlich in der Mitte treffen! Ohne Feedback erfahre ich nicht, ob das Buch so funktioniert, wie ich mir das vorgestellt habe.

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen?

Angesichts der Masse an lieferbaren Büchern finde ich es in diesen ersten Wochen seit Erscheinen von DOLLART-FUCK.DE einfach Wahnsinn, dass Leute meinen Krimi im Netz finden und kaufen. Vielen Dank allen Lesern für die Chance, die sie mir geben.


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