Interview mit Astrid Plötner

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :) 

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?  

Ich bin 49 Jahre alt und lebe mit meiner Familie in einem alten Fachwerkhaus in der City meiner Geburtsstadt Unna. 

Und hier spielt sich auch die Handlung meines ersten Krimis "Todesgruß" ab. 

Seit meiner Kindheit fühle ich mich in Unna sehr wohl und deshalb möchte den Charme meiner Heimatstadt gerne über meine Krimis in die Welt hinaus versprühen. 

Seit wann schreibst du? 

Die ersten Geschichten habe ich bereits als Teenager verfasst, aber es damals nie gewagt, sie an Zeitungen oder Verlage zu schicken. 

Nachdem ich im Jahr 2006 beruflich kürzer treten musste, habe ich vermehrt Kurzgeschichten bei Wettbewerben eingereicht und konnte im Laufe der Zeit viele 

meiner Geschichten in Anthologien veröffentlichen. 2013 und 2014 wurden meine Kurzkrimis "Ausgemobbt" und "Mordsmasche"für den Agatha-Christie-Preis nominiert, 

der seinerzeit von den Fischer-Taschenbuch-Verlagen ausgeschrieben wurde. Das gab mir Mut weiterzuschreiben und mich auch wieder an größere Werke zu wagen. 

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen? 

Seit ich denken kann - oder seit ich schreiben kann - ist mein großes Hobby lesen. Schon meine Mutter sagte mir, als ich noch ein Kind war, 

ich würde die Bücher nicht lesen, sondern regelrecht verschlingen. Das hat sich nie geändert, auch wenn heute leider nicht mehr so viel Zeit zum Lesen da ist.

Irgendwann entstand durch meine Lesesucht aber auch der Wunsch, einmal selbst einen Roman zu schreiben. Aber wie stellt man so etwas an? Einfach drauflosschreiben? 

Da besteht die Gefahr, dass man irgendwann steckenbleibt und nicht weiterkommt. Ich habe mich also an die zweite Variante begeben und geplottet. 

Also zunächst den Kern meiner Idee niedergeschrieben, dann die Figuren zum Leben erweckt und ihnen Aussehen und Charakterzüge, ja, eine richtige Vita, verliehen. 

Danach habe ich meine Ideen in Kapitel aufgeteilt und die Handlungsstränge zum Schluss vermischt. So entstand mein erster Roman. 

Und diesem Prinzip bin ich treu geblieben.

Ab wann wusstest du, dass du Autorin werden willst?  

Ich bin gelernte Kauffrau im Einzelhandel, kann diesen Beruf aber aus familiären Gründen seit einigen Jahren nicht länger ausüben. 

So hatte ich aber endlich mehr Zeit zum Schreiben und wollte diese auch sinnvoll nutzen. Allerdings heißt das nicht, dass ich vom Schreiben allein leben könnte. 

Da müsste schon ein Bestseller her und das bleibt den meisten Autoren vorenthalten. 

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Ich habe unzählige Kurzgeschichten - vornehmlich Kurzkrimis - in Anthologien veröffentlicht. 2012 erschien mein erster Roman "Tod und Täuschung". 

2016 folgte mit "Todesgruß" mein erster Kriminalroman, der im Gmeiner Verlag erschienen ist. 

Hast du für deine Bücher recherchiert? 

Ein Kriminalroman ohne Recherche lässt sich wohl schwer verwirklichen. Da es mir sehr wichtig war, besonders die Polizeiarbeit glaubhaft darzustellen, 

habe ich zahlreiche Gespräche mit dem Pressesprecher unserer örtlichen Polizeidienststelle geführt. 

Für rechtsmedizinische Fragen stand mir der Leiter des rechtsmedizinischen Instituts in Dortmund Frage und Antwort. 

Zudem lassen sich heute auch viele Recherchen über das Internet abwickeln, was enorm Zeit einspart.

Wo schreibst du am liebsten?

Dort, wo ich meine Ruhe habe und mich voll konzentrieren kann. Das ist meist in unserem Büro am Schreibtisch.

Hast Du ein festes Schreibritual?

Das kommt immer darauf an, was an Schreibarbeit anliegt. 

Möglichst versuche ich die Stunden des Vormittags zu nutzen, wenn ich das Haus mehr oder weniger für mich habe.

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst? 

Ich arbeite gerade am 2. Fall für Maike Graf und Max Teubner. Im Groben ist der Text sogar schon fertig, muss aber noch gründlich überarbeitet werden.

Zwischendurch versuche ich mich auch immer wieder an Kurzgeschichten, die ich bei Wettbewerben einreiche. Leider ist in diesem Jahr sehr wenig Zeit dafür übrig.

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat? 

Nein, zumindest bin ich mir dessen nicht bewusst. Ich habe nie versucht, irgendjemanden zu kopieren, sondern bin bemüht, meinen eigenen Stil zu entwickeln.

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren? 

Ich lese am liebsten Krimis und Thriller. Hierbei vorwiegend deutsche Autoren. 

Aber es darf auch gerne mal ein skandinavischer, englischer oder amerikanischer Krimi sein.

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Meine freie Zeit gehört meistens der Familie. Besonders meine jüngste Tochter - sie ist 12 - nimmt mich da sehr in Anspruch. 

Sie spielt Fußball und ich begleite sie zum Training und feuere sie bei ihren Spielen an. 

Nebenbei spiele ich gerne Badminton mit meiner großen Tochter und verbringe viel Zeit mit unserer Hündin Lucy an der frischen Luft.

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest? 

Der wichtigste Wunsch, den ich habe, ist, dass es meiner Familie und mir gesundheitlich gut geht. 

Ein Traum wäre, dass meine Bücher sich supergut verkaufen. 

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern? 

Sehr wichtig. Deshalb lasse ich meine Manuskripte auch immer gegenlesen, bevor ich sie einem Lektor zeige. 

Man wird als Schreiber sehr schnell betriebsblind und hat einen anderen Blick auf das Buch, als aus der Perspektive des Lesers. 

Das hängt sicherlich damit zusammen, dass viel im Kopf ist und nur ein Bruchteil davon den Weg ins Buch findet. 

Ich bin immer sehr gespannt auf die Reaktionen der Leser, wobei ich Kritik gerne annehme, nicht aber unbedingt immer mit jeder Kritik übereinstimme.

Es ist gut, dass es verschiedene Meinungen gibt.  

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen? 

Ich bin sehr froh, dass die Leserschaft im Zeitalter von Internet, Fernsehen und Computergames noch nicht ausgestorben ist. 

Nur mit dem Lesen kann man doch seiner eigenen Fantasie freien Lauf lassen. 

Also bleibt am Ball, kauft euch Bücher und lasst euch nicht von zu viel von der Technologie beeinflussen.


Kommentar schreiben

Kommentare: 0