Interview mit Ulf Kartte

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :)

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Geboren 1956 in Jena, aufgewachsen in der Pfalz, Studium der Germanistik und Geschichte in Heidelberg. Danach habe ich ein paar Jahre als freier Journalist gearbeitet. Seit 1991 bin ich Mitinhaber einer PR-Agentur in Köln. Seit ungefähr der gleichen Zeit lebe ich mit meiner Familie in Bonn.

Seit wann schreibst du?

Seit ich zwölf bin. Damals habe ich meinen ersten Krimi auf der alten Olympia meines Vaters geschrieben. Titel: „Klaus und der falsche Direktor“. Auflage: Immerhin zwölf Exemplare, vervielfältigt auf dem Matrizendrucker der katholischen Kirchengemeinde. Und es gibt auch noch eine Fortsetzung.

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen?

Für mich war das Schreiben immer ein Grundbedürfnis, das mir schon in meiner Jugendzeit geholfen hat, Dinge, die mich beschäftigt haben, zu verarbeiten. Seit dieser Zeit entstehen in meinen Kopf immer wieder Geschichten, die aufgeschrieben werden möchten und die ich auch häufig zu Papier gebracht habe, allerdings lange Zeit nur für mich allein.

Ab wann wusstest du, dass du Autor werden willst?

Es war schon immer mein Traum, Schriftsteller zu werden. Nur habe ich mich lange nicht getraut, ihn auch zu leben. Erst 2007 habe ich ernsthaft angefangen, Kriminalromane mit dem Ziel zu schreiben, sie auch zu veröffentlichen. Heute weiß ich, dass das mein Ding ist und hoffe, noch viele Bücher schreiben zu können. Allerdings ist mir auch bewusst, dass ich vom Schreiben allein wahrscheinlich niemals werde leben können.

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

2014 ist mein Debütroman „Vogelfrei“ im Emons-Verlag erschienen. Mit „Samurai“ kommt jetzt im August mein zweiter Brokat-Krimi heraus. Und es wird hoffentlich nicht der letzte sein.

Hast du für deine Bücher recherchiert?

Ja, sogar sehr viel. Wenn man den Anspruch hat, einen realistischen Krimi zu schreiben,

ist die Recherche die halbe Miete. Häufig hilft das Internet hier schon ein Stück weiter. Aber bei jedem Krimi gibt es eine Vielzahl von Dingen, die man einfach selbst gesehen oder überprüft haben muss. Das gilt für bestimmte Schauplätze ebenso wie für kriminalistische Fragen oder spezielle Themen, die in meinen Büchern eine Rolle spielen, wie zum Beispiel die Mafia oder die Blutrache auf Sardinien. Hin und wieder kommt man auch nicht daran vorbei, Fachleute zu befragen, was meist nicht nur sehr lehrreich ist, sondern auch der Authentizität zugutekommt.

Wo schreibst du am liebsten?

Ich habe eigentlich keinen ausgesprochenen Lieblingsort zum Schreiben. Wichtig ist mir vor allem, dass ich Ruhe habe und wenig abgelenkt werde. Meist sind die Voraussetzungen dafür in meinem Arbeitszimmer zuhause am besten.

Hast Du ein festes Schreibritual?

Nein, auch das nicht. Wie gesagt, vor allem brauche ich Ruhe. Meist hilft es mir, die letzten Seiten, die ich geschrieben habe, noch einmal zu lesen, um schnell wieder rein zu kommen.

Hast du ein neues Projekt, das du uns schon verraten kannst?

Ich fange gerade an, Ideen für den dritten Brokat-Krimi zu sammeln. Aber verraten kann ich dazu noch nichts. Lasst euch überraschen!

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat?

Tatsächlich beeinflusst mich fast jeder Autor, den ich lese. Ein guter Stil oder ein toller Plot begeistern mich fast immer. Auf der anderen Seit lerne ich auch von schlechten Krimis, weil ich merke, dass ich es so nicht machen möchte. Nachhaltig beeinflusst haben mich schwedische Autoren wie Maj Sjöwall und Per Wahlöö oder Henning Mankell. Auf der anderen Seite amerikanische Klassiker wie Raymond Chandler oder Dashiell Hammett.

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren?

Außer den genannten im Krimibereich Jo Nesbø, Jussi Adler-Olsen oder Hjorth und Rosenfeldt. Außerdem mag ich Romane von Haruki Murakami, Mario Vargas Llosa, Harry Mulich, John Steinbeck und John Irving.

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Ich reise gern, segle und schaue mir Actionfilme an. Außerdem engagiere mich für Afrika: Gemeinsam mit Freunden habe ich vor zehn Jahren ein Gesundheitsprojekt in Benin gegründet.

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest?

Möglichst noch viele Bücher schreiben zu können. Und vielleicht mal einen Bestseller zu produzieren ...

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern?

Sehr wichtig. Allerdings passiert es auch hin und wieder, dass ich eine Kritik absolut nicht nachvollziehen kann. Aber damit muss jeder Autor leben.

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen?

Ja. Lest weiter! Lesen unterhält und schärft den Geist. Oder wie die Chinesen sagen: „Hast du drei Tage kein Buch gelesen, werden deine Worte seicht.“


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