Interview mit Karl Olsberg

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :) 

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Mein Name ist Karl Olsberg. Ich schreibe Thriller und Jugendbücher. Außerdem arbeite ich als Unternehmensberater und habe ein Start-up gegründet, das die kostenlose App „Papego“ entwickelt, mit der man gedruckte Bücher mobil auf dem Smartphone weiterlesen kann (siehe www.papego.de). Im Piper-Verlag sind bereits ca. 30 Titel erschienen, mit denen das möglich ist. Auch mein neuer Roman „Mirror“, der gerade erschienen ist, ist natürlich „Papego-fähig“. Ich bin 55 Jahre alt und lebe mit meiner Familie in Hamburg.

Seit wann schreibst du? 

Meinen ersten Roman angefangen habe ich mit elf oder zwölf Jahren (genau weiß ich das nicht mehr). Meinen ersten Roman zu Ende geschrieben habe ich mit dreiundvierzig.

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen? 

Wie so viele andere wollte ich schon immer mal einen Roman schreiben. Doch mir fehlte das Durchhaltevermögen, um die begonnenen Ideen zu Ende zu bringen. Lange dachte ich, mir fehle einfach die Zeit dazu. Erst spät habe ich erkannt, dass das nur eine faule Ausrede ist: „Keine Zeit“ ist nämlich gleichbedeutend mit „das ist mir nicht wichtig“. Das änderte sich erst, als ich 2003 das Buch „So You Want to Write a Novel“ von Lou Stanek las, in dem das in etwa so stand. Also stand ich eine Stunde früher auf als vorher und schreibe seitdem jeden Tag eine Stunde, bevor ich irgendetwas anderes tue. Das hat gereicht, um in zehn Jahren mehr als zwanzig Bücher zu veröffentlichen. Man kann sagen, dieses eine Buch hat mein Leben verändert.

Ab wann wusstest du, dass du Autor werden willst?

Ich wollte nie „nur“ Autor sein, denn Schreiben ist eine einsame Tätigkeit, und wenn ich das als Einziges tun würde, würde ich den Kontakt mit anderen Menschen bei der Arbeit vermissen. Deshalb ergänzt das Schreiben meine anderen beruflichen Tätigkeiten sehr gut. Ansonsten siehe vorige Antwort.  

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Thriller: „Das System“ (Aufbau, 2007), „Der Duft“ (Aufbau, 2008), „Schwarzer Regen“ (Aufbau, 2009), „Glanz“ (Aufbau, 2010), „Die Achte Offenbarung“ (Aufbau, 2013), „Delete“ (Berlin Verlag, 2013), „Enter“ (Berlin Verlag, 2015), „Mirror“ (Aufbau, 2016).

Sachbuch: „Schöpfung außer Kontrolle – Wie die Evolution uns benutzt“ (Aufbau, 2010)

Jugendbücher: „Rafael 2.0“ (2011), „Rafael 2.0: Reboot“ (2012).

Science Fiction, im Selbstverlag: „Mygnia: Die Entdeckung“ (2012), „Mygnia: Die Stadt des Windes“ (2012)

Minecraft-Jugendbücher, im Selbstverlag: „Würfelwelt“-Trilogie (2012-2014), „Das Dorf“ Band 1-8 (2014-2016)

Hast du für deine Bücher recherchiert?

Da ich technische Thriller schreibe, muss ich natürlich immer eine Menge recherchieren, nicht zuletzt auch Schauplätze. Google Streetview ist z.B. super, wenn man einen Ort in San Francisco beschreiben muss. Für meine Minecraft-Jugendbücher zu recherchieren macht besonders viel Spaß, denn die Welt, die ich in diesen Büchern beschreibe, kann man im Spiel durch Eingabe eines so genannten Seeds 1:1 reproduzieren. Meine Leser können also die im Buch beschriebene Welt am PC „besichtigen“.

Wo schreibst du am liebsten?

Beim Schreiben vergesse ich, wo ich bin, es ist also egal, wo ich es tue. Ich kann auch im Zug, bei Starbucks oder sogar am Gate im Flughafen produktiv sein.

Hast Du ein festes Schreibritual?

Ja: Schreiben ist die erste Tätigkeit des Tages, egal, was sonst noch kommt. Ich versuche, jeden Tag in einer Stunde 1.000 Wörter zu schaffen. Das klappt nicht immer, aber das Ziel hilft.

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst? 

Ich habe gerade meinen neuen Roman „Mirror“ veröffentlicht, vielleicht wird es dazu nächstes Jahr eine Fortsetzung geben. Außerdem setze ich meine Minecraft-Jugendbuchreihe „Das Dorf“ fort, der nächste Band erscheint im September. Darüber hinaus spreche ich ungern über „ungelegte Eier“.

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat? 

Jede Menge. Wichtige sind: Andreas Eschbach, Michael Crichton und Robert Harris bei Thrillern, Michael Ende und René Goscinny (Asterix, Der kleine Nick) bei Jugendbüchern. 

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren?

Das wechselt ständig, aber „Die Unendliche Geschichte“ und „Momo“ gehören zu meinen All-Time-Lieblingsbüchern. Ich lese sehr unterschiedliche Dinge, Thriller natürlich, aber auch Fantasy, Comics und Sachbücher für die Recherche.

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Ich spiele zur Entspannung Schlagzeug und Klavier (aber nicht sehr gut), spiele hin und wieder am Computer, aber die meiste Zeit verbringe ich mit meiner Familie.

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest? 

Ich glaube, jeder Autor wünscht sich Erfolg für seine Bücher, am besten so viel davon, dass er davon gut leben kann. Das klappt bei mir noch nicht ganz, aber ich bin dicht dran. Ansonsten wünsche ich mir, dass unsere Papego-App bald mit möglichst allen Romanen und Sachbüchern funktioniert, denn das würde die gedruckten Bücher und damit auch den stationären Buchhandel stärken, und daran liegt mir eine Menge.

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern? 

Extrem wichtig. Nichts ist für einen Autor schlimmer, als wenn das eigene Buch niemanden interessiert. Deshalb freue ich mich über Lob, aber auch über konstruktive Kritik. Ich bin leider ein Social Media-Faulpelz, aber ich bemühe mich, jeden Kommentar und jede einzelne E-Mail persönlich und schnell zu beantworten, und meistens gelingt mir das auch. Wer mir schreiben will: karlolsberg@gmail.com.

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen?

Danke an alle, die meine Bücher lesen, sie weiterempfehlen und mir Feedback dazu geben – Ihr ermöglicht es mir, den schönsten Beruf der Welt auszuüben!


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