Interview mit Kurt Nickel

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :) 

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Es gibt praktisch nichts, an das ich nicht dran gehe. Ich koche zu Hause, mache den Haushalt, kaufe ein, erledige alle handwerkliche Aufgaben 

selbst (sei es mauern, sanitär, elektro...), und nebenbei schreibe ich ein Buch. Mein ganzes Leben war erfüllt vom Drang, alles wissen und 

können zu müssen. Gesellenprüfung zum Sanitär-Installateur, Ausbildung bei der Bundeswehr zum Luftbildauswerter, Fachexamen für Psychiatrie 

und Neurologie, Staatsexamen für Krankenpflege, Staatsexamen für Heilpädagogik und Ausbildung zum Auditor im Qualitätsmanagement.                           

Seit wann schreibst du? 

Seit den frühen 1980er Jahren irgendwann.

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen? 

Seinerzeit arbeitete ich in der Neurologie als Krankenpfleger und versorgte Wachkoma-Patienten, ALS, MS und das gesamte Programm der furchtbaren

neurologischen Krankheitpalette. Eher aus Langeweile während der Nachtwachen schnappte ich mir Papier, Bleistift und Radiergummi. Ich merkte,

dass es mir Spaß bereitete. Als das Bleistift-Manuskript fertig war, tippte ich es mühsam auf der Schreibmaschine ab, 3-fach mit Kohlepapier 

dazwischen. Computer gab es da noch nicht. 3 Manuskript bekam ich dabei fertig. Danach ebbte die Motivation ab, die Manuskripte landeten

dann irgendwo im Keller und verstaubten.

Ab wann wusstest du, dass du Autor werden willst?  

Nach meiner Scheidung (2002) fand meine neue Ehefrau - es muss 2005 gewesen sein - die Manuskripte beim Aufräumen im Keller. Sie las eines durch

und drängte darauf, eines zu einem Verlag zu schicken. Kurz darauf bekam ich dann einen Vertrag. Das Buch "SCHIZOPHREN"´erschien dann 2006.

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

2006 "Schizophren" - Semikolon-Verlag, Berlin (mittlerweile insolvent)

                  2007 "Der Fluch einer Behinderung"                       

                                         2009 "Terror"                                            

2012 "Auge um Auge" - Südwestbuch-Verlag

2014 "Gefangen in der Psychiatrie" - Südwestbuch-Verlag

2015 "Totenfrucht" - Südwestbuch-Verlag

2016 "Abgründe der Psychiatrie" - Südwestbuch-Verlag

Hast du für deine Bücher recherchiert? 

Wenig. Bei 40 Jahren Berufserfahrung in Psychiatrie, Neurologie und Behindertenbereich habe ich mir ein ausgiebiges Fach- und Hintergrundwissen 

angeeignet. Nur bei speziellen Fragen musste ich mich kundig machen. Dafür haben wir ja Dr. Google ;-)

Wo schreibst du am liebsten?

Im Wintergarten oder bei schönem Wetter im Pavillon. Hauptsache ich werde nicht gestört und habe Ruhe.

Hast Du ein festes Schreibritual?

Wenn mich die Phase der "Besessenheit" ergreift, dreht sich alles im Kopfkino um das derzeitige Thema. Ich bin dann auch leicht reizbar. Meine

Frau wollte sich einmal eine Wohnung suchen. (Aber pssssst ;-) Mittlerweile mache ich mir einen Plan und spreche mit ihr darüber. 

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst? 

"Wenn Alkohol die Seele frisst" ist der Titel des neuen Buches, an dem ich arbeite. Ich habe diesbezüglich sehr, sehr viel erlebt. In der 

1970er und 1980er Jahren war das ein erhebliches Problem in der Psychiatrie, das sich hochzog bis hin zu den höchsten Führungsebenen. Erst

jetzt, wo ich (seit 01.07.) in Rente bin, kann ich darüber schreiben. Neben der Geschichte, die dort als Thriller erzählt wird, habe ich das

Schreibwerk mit vielen Lehrsätzen gespickt in der sich Erfahrungen und Selbsterfahrungen spiegeln. Es ist eine völlig neue Art eines Thrillers,

den es in dieser Form wohl noch nicht gegeben hat. Dabei bin ich mir noch nicht einmal sicher, ob ich das Manuskript überhaupt freigeben werde.

Ich habe Scheu davor... 

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat? 

Konsalik

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren? 

Kann ich wirklich nicht sagen.

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Mit Hund (und Frau) durch die Landschaft und Wälder streifen. Wenn ich allein bin, kommen mir die besten Ideen. Auch gehe ich gern Shoppen, 

am liebsten Klamotten kaufen. Und alles, was mit handwerklichen Tätigkeiten zusammenhängt.

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest? 

So viel, wie möglich Reisen, sofern es die Geldbörse hergibt. 

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern? 

Sehr wichtig, sofern Kritik auf der Sachebene erfolgt. Leider bedenken viele Kritiker nicht, dass sie mit jeder Kritik ein Spiegel ihrer selbst

offenbaren. Mit Beschimpfungen in Fäkalsprache oder anderen widerlichen Aktionen zeigen sie oftmals sehr anschaulich, in welchem Grad von 

intellektuellen Fähigkeiten und psychischen Defiziten sie sich befinden.

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen? 

Ich bin wirklich für jedwede Kommunikation offen und freue mich über Anregungen. 


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