Interview mit Jörg Stanko & Arnd Rüskamp

Hallo erst mal und vielen Dank, dass ihr euch Zeit nehmt, um meine Fragen zu beantworten :)

Mögt ihr den Lesern kurz etwas über euch erzählen?

Jörg: Ich bin 48, habe einen fast erwachsenen Sohn und esse gerne Jägerschnitzel.

Arnd: Ich bin Jäger, wundere mich über das Alter meiner Töchter und fühle mich an schlechten Tagen so wie ich aussehe.

Seit wann schreibt ihr?

Jörg: Seit 2003.

Arnd: Es war wohl 1967, als mich meine erste Grundschullehrerin, Frau Zanzinger, in die wunderbare Welt des ABC entführte.

Wie seid ihr zum Bücher schreiben gekommen?

Jörg: Seit meiner Spätpubertät erfüllt mich ein enormer Drang, die komplizierten Themen des Lebens schlicht und einfach auszudrücken. Da lag Bücher schreiben irgendwie nah.

Arnd: Eine PR-Kundin nötigte mich förmlich, meinte, ich als Journalist könne sicher auch Romane schreiben. Ich zweifelte an ihrem Urteilsvermögen, heute bin ich ihr dankbar.

Ab wann wusstest ihr, dass ihr Autoren werden wolltet?

Jörg: Mit 18, nach dem dritten Café au Lait, auf einer Terrasse mit Blick auf die Cote d’Azur, Hermann Hesses Gedichten und einigen Werken von Heinrich Mann, Ernest Hemingway, Hera Lind und Charles Bukowski im Gepäck.

Arnd: Ernsthaft? Ich fühle mich nicht, wie sich ein Autor, respektive Schriftsteller in meiner Phantasie fühlen könnte. Ich kombiniere journalistisches Handwerk mit irren Ideen. Das ist, was ich kann. Architekt oder König gefiele mir auch.

Welche Bücher habt ihr bisher veröffentlicht?

Jörg: Außer unserer regelmäßigen KRIMMINI-Reihe, einige Romane, darunter den legendären „Männer mit kalten Füßen“ und einige Kinderbücher.

Arnd: Eine Reihe von Reiseführern, Sachbücher, darunter das Begleitbuch zu einer ZDFneo-Reihe, drei Küsten-Krimis bei emons (mit H. Neubauer).

Habt ihr für eure Bücher recherchiert?

Jörg: Ich frag immer erst mal Arnd, der war schließlich lange beim WDR und weiß ganz viel und hat generell ein kriminelles Gemüt. Dann meine Frau. Und wenn es beide nicht wissen, schreib ich um meine Wissenslücken herum.

Arnd: Ich spreche mich mit Jörgs Frau ab. So sind wir auf der sicheren Seite. Nochmal ernsthaft? Ohne Recherche kein Text.

Wo schreibt ihr am liebsten?

Jörg: Ich hab ganz gute Ideen in der Badewanne. Ansonsten: ein nettes Café, bei 25 Grad im Schatten, es geht ein laues Lüftchen (und ich habe einen Notfallpack Ohropax in der Tasche). Die Realität sieht aber oft so aus: Arnd hat seinen Text schon seit Monaten fertig, es ist drei Uhr in der Früh, am nächsten Tag ist Abgabetermin, die Kaffeemaschine schmaucht im Dauerbetrieb, der Mörder ist immer noch nicht gefunden ...

Arnd: Beim Wandeln an der Ruhr entstehen Gerüste. Schreiben kann ich dort, wo mich wenig ablenkt und keine Mörder rumlaufen.

Habt ihr ein festes Schreibritual?

Jörg: Kaffee kochen. Drei Sätze schreiben. Arnd anrufen. Ausgiebig jammern. Drei Sätze schreiben. Arnd anrufen ...

Arnd: Kaffee kochen. Drei Sätze schreiben. Auf´s Display gucken. Das Telefon abstellen. Drei Sätze schreiben. Ich frage mich, wem Jörg was vorjammert. Ich gehe doch nie ran.

Habt ihr ein neues Projekt, das ihr uns schon verraten könnt?

Jörg: Natürlich die KRIMMINI-Reihe fortsetzen. Ab Band 17 wollen wir die Stories in die Provence verlagern, Wein anbauen und ein beschauliches Leben führen.

Arnd: KRIMMINI, die Krone des Schreibbetriebs. Das macht unglaublich viel Spaß. Freiheit pur. Ich hoffe nur, dass ich die Traubenplörre nicht trinken muss. Hier kommt Stauder auf die Theke.

Gibt es Autoren, die euer Schreiben beeinflusst haben?

Jörg: Paramahansa Yogananda, Mark Twain. Ansonsten vielleicht eher Figuren mit Vorbildcharakter: Robin Hood, Snoopy, Alf, Lord Grantham, und natürlich sein Chauffeur.

Arnd: Von den vorgenannten Personen kenne ich nur Snoopy und namedropping ist sowas von 90er.

Was sind eure Lieblingsbücher und Lieblingsautoren?

Jörg: Herman Melville, Leon de Winter, Jörg Maurer.

Arnd: Na gut, namedropping ist doch okay. Peter Bieri, Leon de Winter, Paul Auster, Gerbrand Bakker, Martin Suter, Herrman Koch, Ian Mc Ewan, Carlos Ruiz Zafón, Will Ferguson, Marten ´t Haart und Jörg Stanko.

Was macht ihr gerne in eurer Freizeit?

Jörg: Lesen, Radfahren, Sportschau, ein nettes Café bei 25 Grad ...

Arnd: Eine unbekannte Stadt erkunden. Zu Fuß. Und: Fußball. War klar, oder?

Verratet ihr einen eurer Wünsche für eure Zukunft oder einen Traum, den ihr euch gerne noch erfüllen möchtet?

Jörg: Den Weltfrieden. Und ein Haus an der Schlei wäre nett.

Arnd: A. B habe ich schon.

Wie wichtig ist euch das Feedback von euren Lesern?

Jörg: Arnd hat neulich bei einer Lesung gestrippt. Der Applaus war laut und anhaltend. In solchen Momenten weiß man, warum man Schriftsteller geworden ist.

Arnd: Wichtig ist mir weniger das Feedback, als das zufällige Gespräch beim Signieren. Strippen werde ich künftig wohl regelmäßig. Ernähre mich seit vier Tagen „low carb“.

Danke, dass ihr meine Fragen beantwortet habt, mögt ihr den Lesern noch etwas sagen?

Jörg: Man sollte nicht alles glauben, was in Krimis steht. Und danke, dass Sie bis zum Ende dabei geblieben sind! Alles Gute! Vielleicht sehen wir uns bei einer unserer nächsten Lesungen. Aktuelle Termine gibt es immer unter: www.krimmini.de. Und wir sind natürlich auch auf Facebook.

Arnd: Lasst euch nix vormachen. Ob es ein gutes Buch ist, dass ihr gerade lest, entscheidet nur ihr!


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