Buchvorstellung: Lovedeath. Liebe und Tod - Dan Simmons

Lovedeath. Liebe und Tod

Dan Simmons

Broschiert

416 Seiten

ISBN-13: 978-3865520326

Verlag: Festa Verlag

Veröffentlichung: 24. Oktober 2005

 

Lovedeath ist eine Sammlung von fünf Novellen des brillanten Horror- und SF-Autors Simmons, die alle um das Thema Liebe und Tod kreisen -- laut Klappentext "so gewagt, dass bisher kein deutscher Verlag ihre Veröffentlichung riskierte". Stimmt das?

Die erste Erzählung beschreibt den Urlaub des geschiedenen Versicherungsvertreters Bobby mit seiner kleinen Tochter. Während er zögernd einer Fahrt mit der Bergrodelbahn zustimmt, erinnert er sich an all die aberwitzigen und grausamen Unfälle aus seinem Berufsleben. Schließlich erfährt der Leser im Rückblick von dem einen schrecklichsten Unglück, das sein Leben zerstört hat. Gleichzeitig muss Bobby hilflos mitansehen, wie seine über alles geliebte Tochter vor ihm immer schneller den Berg hinunter rast.

Die zweite Novelle ist schon eher geeignet, Verlage von der Veröffentlichung abzuschrecken. Zwei amerikanische Soldaten des Vietnamkrieges fliegen auf der Suche nach billigem Sex in ihrem Urlaub nach Bangkok. Doch der billige Sex wird bald langweilig, und auf der Suche nach dem besseren Kick lernen sie ungeahnte Abgründe kennen. 22 Jahre später wird der Überlebende wiederum nach Bangkok reisen, um Rache zu nehmen -- Rache für den Menschen, den er einmal geliebt hat.

Schon die beiden ersten Novellen zeigen viel von der ungeheuren Bandbreite Simmons: Liebe und Tod sind in allen seinen Büchern zentrales Thema, doch findet er sie im Herzen eines Versicherungsvertreters ebenso wie im schwülen Sündenpfuhl Bangkoks. In lockerem, packenden Erzählstil bringt Simmons seine Charaktere dem Leser nahe -- die mit emotionaler Urgewalt weit über die Verstrickungen des Lebens erhöht werden. Es folgt die Indianergeschichte "Sex mit Zahnfrauen", Simmons "Gegengift gegen die überzuckerte Herablassung solcher Travestien wie 'Der mit dem Wolf tanzt'". "Flashback" ist eine düstere SF-Geschichte, in der die Liebe nur noch ein krankhaftes Anklammern ist. "Der große Liebhaber" schließlich erzählt von den Erlebnissen eines fiktiven Schriftstellers im Ersten Weltkrieg.

Fazit: abstoßend, poetisch, fesselnd, anrührend, grauenhaft und wunderschön. --Birgit Will -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.


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