Interview mit Maximilian Seese

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :) 

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Mein Name ist Maximilian Seese, Baujahr 1994, und ich komme aus einem auf der Landkarte kaum findbaren Fleckchen Erde in Osthessen. 

Mittlerweile wohne ich in Göttingen, wo ich Kulturanthropologie und Philosophie studiere - was beides wesentlich spannender ist, 

als es zuerst vielleicht klingen mag. 

Seit wann schreibst du? 

Seit ich denken kann. In meiner Kindheit handelte es sich bei meinen Kritzeleien größtenteils um kleinere Fantasy-Geschichten

(hauptsächlich Herr-der-Ringe-Abklatsch - worauf 10-jährige Jungs nunmal so stehen), oder um ausgefallene Plots für meine enorme 

Sammlung an Legomännchen. Je älter ich wurde, desto ernster wurden die Geschichten. Das erste, grobe Storyboard zu 'Was der Nebel 

verbirgt' entstand, als ich in der neunten Klasse, also ungefähr fünfzehn Jahre alt war.

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen? 

In der neunten Klasse bedurfte es sämtlicher Überredungskünste meiner damaligen Deutschlehrerin, mich zur Teilnahme an einem

Kurzgeschichtenwettbewerb zu bringen. Nach anfänglichem Widerstreben (ich war zu dieser Zeit sehr sehr schreibfaul) nahm ich 

schließlich daran teil. Aufgabe war, auf etwa zwanzig Seiten eine ausgefallene Kriminalgeschichte niederzuschreiben. Das tat

ich, und wenngleich ich nicht gewonnen habe, brachte mich besagte Deutschlehrerin dazu,den Plot meiner Kurzgeschichte immer 

weiter auszubauen. So entstand über die Jahre hinweg der Plot zu meinem Debütthriller.

Ab wann wusstest du, dass du Autor werden willst?  

Richtig "wissen" tat ich das nie. Geschrieben habe ich eigentlich mehr aus Spaß an der Freude als wegen der Idee, damit Geld zu 

verdienen. Als ich das Buch schließlich abgeschlossen hatte und Auszüge davon einigen Bekannten in die Hand drückte, meinten sie, ich 

sollte mich damit an einen Verlag wenden, denn das sei wirklich guter Stoff. Das tat ich dann auch (über eine Literaturagentur), 

und je länger ich mit Leuten vom Fach am Manuskript arbeitete, desto größer wurde der Traum, irgendwann meinen Namen auf einem 

Bucheinband zu lesen.

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

'Was der Nebel verbirgt' ist mein Debütroman. Aber es sollen noch möglichst viele Bücher folgen.

Hast du für deine Bücher recherchiert? 

Natürlich. Ein Buch ohne eingehende Recherchen zu schreiben ist doch heutzutage fast unmöglich. Und da ich in meinem Thriller

einige medizinische und forensische Themen aufgreife, war gründliches Recherchieren eine Grundvorraussetzung zur Fertigstellung 

des Buches. Heute geht das natürlich zu großen Teilen übers Internet, aber es ist auch ganz praktisch, an einer Universität 

zu studieren, die Millionen von Fachbüchern und vielleicht nicht ganz so viele Experten verschiedenster Fachrichtungen beherbergt.

Wo schreibst du am liebsten?

Wo genau ich schreibe, ist mir eigentlich egal. Wichtig ist, dass dabei kein Trubel in meiner Umgebung herrscht. Meine bevorzugten 

Arbeitsplätze sind entweder mein Schreibtisch oder eine der vielen, großen Bibliotheken an der Uni, denn dort herrscht immer Ruhe, man

ist umgeben von einer Atmosphäre des Schaffens und der Konzentration. Das macht schon vieles leichter.

Hast Du ein festes Schreibritual?

Bevor ich auch nur ein Wort im Manuskript zu Papier bzw. Bildschirm bringe, muss für mich die Story komplett ausgereift sein. 

Ich kann für mich nicht guten Gewissens zu schreiben beginnen, wenn ich noch nicht weiß, wie die Handlung ausgeht, wie sich die 

Figuren entwickeln und den weiteren Verlauf der Geschichte beeinflussen. Als allererstes bestimme ich die zentralen Punkte der 

Handlung, also Thema, Schauplatz, Stimmung und so weiter. Ich entwickle eine Story, gestalte Charaktere mit Ecken und Kanten und 

recherchiere gleichzeitig. Wenn die Handlung steht und die Recherche abgeschlossen ist, packe ich die Handlung in Kapitel, deren 

Inhalt ich stichpunktartig grob skizziere. Das ist der letzte Schritt, bevor ich mit dem Schreiben beginne. Beim Schreibvorgang per se 

habe ich eigentlich nur zwei dauerhafte Rituale. Erstens: Bevor ich ein Kapitel anfange, führe ich mir dessen Inhalt detailliert 

in schriftlicher Form vor Augen - das ist eine sehr gute Orientierungshilfe. Und zweitens: Man wird mich niemals an einem Buch schreibend 

vorfinden, ohne, dass ich Stöpsel in den Ohren habe. Musik ist für mich ein Muss. Vorzugsweise klassische Musik, stimmungstechnisch 

auf die Szene abgestimmt, die ich gerade schreibe. Das ist wahrhaft inspirierend.

Hast du ein neues Projekt, das du uns schon verraten kannst? 

Seit einem halben Jahr bereits schreibe ich an einem weiteren Thriller - ein neuer Fall für den Protagonisten Gordon Grand aus 

'Was der Nebel verbirgt'. Aber ob, und wenn ja, wann es zur Fertigstellung oder gar Veröffentlichung kommt, hängt natürlich vom 

Verkauf meines Debütromanes ab. 

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat? 

Da gibt es einige. Jean-Christophe Grangé zum Beispiel, der König des Thrillers (für meinen Geschmack zumindest). Er hat einen sehr 

harten, schnörkelosen Schreibstil, versteht es aber wie kein Zweiter, einfach durch das Fortlaufen seiner Handlung die Spannung ins 

Unermessliche zu treiben. Dann wäre da noch Frank Schätzing, dessen überaus intelligent aufgebaute Bücher mich schon immer fasziniert 

haben. Aber nicht nur Autoren, auch Regisseure und deren Filme können sehr inspirierend wirken. Vor allem, was Handlungsaufbau und 

Erzählstruktur angeht, vermag ein guter Film einem Greenhorn wie mir fast (!) schon mehr beizubringen als ein gutes Buch.

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren? 

Wenn ich diese Frage vollständig beantworten würde, säße ich Weihnachten immer noch hier. Daher breche ich die Liste mal auf meine absoluten Top-

Autoren und -Bücher runter:

Douglas Preston & Lincoln Child - Die komplette Reihe über und mit Special Agent A.X.L. Pendergast

Jean-Chrisophe Grangé - Die purpurnen Flüsse; Das Imperium der Wölfe; Der Flug der Störche; und und und....

Stephen King - Es; Das Mädchen; Brennen muss Salem

Michael Crichton - Prey; Congo

Frank Schätzing - Der Schwarm; Lautlos

Harper Lee - Wer die Nachtigall stört

J.R.R. Tolkien - Der Herr der Ringe

Sir Arthur Conan Doyle - Die Sherlock-Holmes-Reihe

Und natürlich Goethes Faust.

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Wenngleich man es als 0-8-15-Antwort auffassen kann, reise ich sehr gerne. Letzten Sommer habe ich Florenz kennen und lieben gelernt. Im besten 

Falle werde ich eines schönen Tages meine Reiseaktivitäten mit Buchrecherchen verbinden können und die Schauplätze meiner potentiellen Handlungen

mit eigenen Augen eingehend studieren. 

Die restlichen 350 Tage im Jahr, die ich nicht mit Reisen verbringe, sitze ich zu Großteilen in der Uni, da ich mir zwei doch sehr arbeits- und leseaufwändige

Studiengänge ausgesucht habe. Zwischen der Arbeit in der Uni und am Buch gehe ich gerne Schwimmen, um mich zum Ausgleich auch mal körperlich auszupowern

und den Kopf frei zu bekommen. Meine größte Passion - neben dem Schreiben - sind wohl Filme. Sich nicht einfach nur von Worten und Bildern berieseln zu lassen, 

sondern auch auf die Feinheiten der Machart zu achten, bereitet mir sehr viel Vergnügen. Ebenso, wie die besten Filmstellen, sehr zum Leidwesen meiner Freundin, 

vor lauter Begeisterung mitzusprechen. 

Und wenn ich mal ganz und gar abschalten will, gebe ich mich ganz den Kompositionen Johannes Brahms' hin.

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest? 

Der größte Traum, den ich zur Zeit habe, ist natürlich, vom Schreiben auch leben zu können - welcher Autor wünscht sich das nicht? Was vielleicht eher 

in meiner Hand liegt, aber kaum von minderer Bedeutung für mich ist, ist die Rückkehr nach Florenz. Von dort habe ich unfassbar viele schöne

Eindrücke mitgenommen, aber einen Teil meines Herzens dagelassen. 

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern? 

Ohne sie und deren Feedbacks hinge ich als Schriftsteller ganz schön in der Luft. Man schreibt schließlich nicht nur zum Privatvergnügen und des

Geldes wegen, man will Lesern natürlich eine Freude bereiten. Und wie sonst könnte man sich vom Erfolg dessen überzeugen, wenn nicht durch ihre 

Meinungen und Kritiken? Das Feedback meiner Leser ist meine private Messlatte.

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen? 

Wenn mir vor drei Jahren jemand gesagt hätte, dass ich heute kurz vor der Veröffentlichung meines ersten Buches stehe, hätte ich ihr oder ihm lachend

den Vogel gezeigt. Doch nun sitze ich hier und gebe ein Interview für einen Krimiblog mit über 15.000 Followern. Daraus ziehe ich als Lehre: Mit Arbeit und 

Wille ist alles möglich! Was auch immer ihr euch als Ziel setzt, bleibt dran und belohnt euch dafür. Ich für meinen Teil bleibe ebenfalls dran und hoffe 

natürlich, zahlreiche Leser für meinen Thriller (und die, die da hoffentlich noch kommen mögen) interessieren zu können. Denn letztlich ist meine Arbeit 

bedeutungslos ohne die Leser, die sich ihrer annehmen.

Vielen lieben Dank an Dich, Bianca, für die Möglichkeit dieses tollen Interviews!


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