Interview mit Joachim Widmann

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :)

Sehr gern. Ich danke dir. ;)

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Ich bin Journalist, leite mit einem Kollegen zusammen zwei Journalistenschulen in Berlin. Geboren in Köln, 53 Jahre alt, verheiratet, zwei Kinder.

Seit wann schreibst du?

Seitdem ich halbwegs denken kann. Meinen ersten Text habe ich etwa mit 13 veröffentlicht, in der Schülerzeitung.

Wie bist du zum Bücherschreiben gekommen? 

Ich habe meine ersten Krimis als Jugendlicher geschrieben (und nur selbst gelesen, zum Glück). Mein erstes richtiges Buch schrieb ich dann als Journalist – ich machte aus einer Serie über Stasiopfer das Sachbuch „Dich kriegen wir weich“.

Ab wann wusstest du, dass du Autor werden willst?

Ich wollte eigentlich nie Autor werden. Ich träumte mit 13 davon, Pilot zu werden. Und schrieb schon Geschichten – ich war also bereits Autor. Ich glaube, das Schreiben ist meine Natur.

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

„Dich kriegen wir weich“, das Sachbuch über die Stasi, erschien 1997 – und mit neuem Vorwort noch einmal als 2015 E-Book. Gemeinsam mit Katja Havemann schrieb ich das Buch „Robert Havemann, oder Wie die DDR sich erledigte“, erschienen 2003, über den prominentesten Bürgerrechtler der DDR. Mein Thriller „Schmitts Hölle – Verrat“ erschien 2015, in diesem September kam „Die Frau im roten Kleid“ heraus, eine abgeschlossene Vorgeschichte zu „Schmitts Hölle – Countdown“, meinem bislang letzten Thriller. Alle drei Thriller stehen übrigens seit neun Wochen in den E-Book-Top-Ten der Politthriller bei Amazon.

Hast du für deine Bücher recherchiert? 

Ohne Recherche geht es nicht. Bei Sachbüchern versteht sich das von selbst. Aber auch meine Thriller beruhen auf harten Fakten. Drogenschmuggel, wie in „Verrat“ beschrieben, gab es wirklich, die Terroristen haben eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Nationalsozialistischen Untergrund, die Schlampereien der Geheimdienste beruhen auch grob auf historischen Ereignissen; „Die Frau im roten Kleid“ zeichnet die dramatischen Schicksale realer junger Frauen nach, in „Countdown“ verarbeite ich unter anderem meine eigene Erfahrung als Chefredakteur einer Regionalzeitung und Erkenntnisse aus meinen Jahren als Außenpolitik-Redakteur. Natürlich werden Fakten schon aus rechtlichen Gründen nicht eins zu eins übernommen, sondern verfremdet, anonymisiert, typisiert, um sie literarisch zu fassen – im Thriller treibst du sie als Autor zudem auf die Spitze, um Spannung zu erzeugen: harte Wendepunkte, unausweichliche, zwingende Entscheidungen. Aber sogar Sibel Schmitt, meine Protagonistin, „Berlins taffste Polizistin“, trägt Züge einer realen Person, die ich einmal während einer Recherche kennenlernte – ihre traumatische Vergangenheit und die Hassliebe zu ihrem ehemaligen Peiniger haben ein reales Vorbild, über das ich seinerzeit aus persönlichkeitsrechtlichen Gründen nicht schreiben konnte. Und natürlich muss auch die Polizeiarbeit überzeugend geschildert werden - auch darüber habe ich recherchiert, aber wie die meisten anderen Autoren verschweige auch ich, dass die Polizeiarbeit deutlich weniger aufregend ist, als ich sie schildere. Du musst für die Spannung in der Erfindung verdichten, verschärfen und beschleunigen, was im wahren Leben doch deutlich gemäßigter läuft. Meistens wenigstens.

Wo schreibst du am liebsten?

Mit dem Notebook auf dem Sofa, bei lauter Musik – meist Electric Jazz, aber auch alle möglichen anderen Sachen.

Hast Du ein festes Schreibritual?

Nein.

Hast du ein neues Projekt, das du uns schon verraten kannst?

„Schmitts Hölle – Entscheidung“, der vierte abgeschlossene Schmitt-Thriller und Abschluss der „Hölle“-Trilogie, ist in Arbeit. Und Ende November erscheint ein Weihnachts-Special mit Sibel Schmitt, das ich erst einmal gratis auf den Markt bringe.

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat?

Ich mag eine schnörkellose, klare Sprache. Der frühe James Ellroy und Lee Child (auf Englisch) sind bei den Thrillern meine stärksten Einflüsse. 

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren?

Ich habe Literatur studiert, da ist es nicht leicht, „Lieblingsautoren“ zu benennen – viele sind interessant, du betrachtest das eher kühl als emotional. Interessantester Thriller-Autor ist bzw. war für mich der Franzose Maurice G. Dantec. Ich mochte auch Jean-Claude Izzo. Beide sind leider tot.

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Außer Lesen und Schreiben: Segeln.

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest?

Es wäre für mich eine große Freude, „Schmitt“ verfilmt zu sehen.  

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern?

Jede konstruktive Kritik ist sehr willkommen. Lob sowieso.

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen?

Ich Danke dir! Und das ist es auch, was ich meinen Lesern sagen möchte: Danke. Wer das Gespräch sucht, ist hochwillkommen in meiner Leserunde bei Lovelybooks – derzeit läuft die Bewerbungsphase. Bücher sind auch zu gewinnen: zehn mal zwei gedruckte Bücher, „Die Frau im roten Kleid“ und „Schmitts Hölle – Countdown“. Einfach hier bewerben: https://www.lovelybooks.de/autor/Joachim-Widmann

Die verfügbaren Bücher von Joachim Widmann:

„Dich kriegen wir weich – Leben im Unrechtsstaat DDR“: https://www.amazon.de/dp/B0163S2AQ4

"Schmitts Hölle - Verrat": www.amazon.de/dp/B0114IS3U0

"Die Frau im roten Kleid": www.amazon.de/dp/B01LOBFW1U

"Schmitts Hölle - Countdown": www.amazon.de/dp/B01LYHP0BQ

 Ich hoffe, dass die Leser Freude daran haben, meine Bücher zu lesen und dabei für ein paar Stunden ihren Alltag vergessen.


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Kommentare: 1
  • #1

    Nadine Uzelino (Freitag, 04 November 2016)

    Schönes Interview! Und Leserunden auf Lovelybook sind immer gut "besucht"! Lg Nadine von NannisWelt!