Interview mit Achim Zygar

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :)  

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen? 

Ich heiße Achim Zygar und wohne in Bielefeld. Die Stadt gibt es wirklich und liegt irgendwo an der A 2 zwischen Hannover und dem Ruhrgebiet. Und wenn man sich verfährt, landet man in Münster.

Seit wann schreibst du?  

Ich habe zwar mit Texten für Zeitungen und Zeitschriften viele Jahre lang mein Geld verdient. Als Buchautor bin ich aber erst seit zwei Jahren unterwegs.

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen? 

Ich habe irgendwann gemerkt, dass es mir Spaß macht, mehr als nur sachliche Berichte zu schreiben. Dann habe ich mich mal hingesetzt und losgeschrieben, getextet ohne Sinn und Verstand. Ich könnte natürlich auch bis in meine Schulzeit zurückgehen. Ich weiß, dass ich über ein Thema, das mich damals ziemlich aufgewühlt hat, einen ellenlangen Text geschrieben habe.

Ab wann wusstest du, dass du Autor werden willst?   

Wie schon gesagt, es war ein eher zufälliger Einstieg.

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht? 

Mein fünfter Band in der "Haverbeck ermittelt"-Reihe ist gerade (November 2016: Tod einer Millionärin. Haverbeck ermittelt und blickt in menschliche Abgründe) herausgekommen. Die anderen Bücher sind:

Band 1

Tod eines Pizzabäckers. Haverbeck ermittelt und lässt sich lange an der Nase herumführen

Band 2

Tod eines Musikers. Haverbeck ermittelt und lernt eine merkwürdige Welt kennen

Band 3

Tod einer Wahrsagerin. Haverbeck ermittelt und blickt in die Zukunft

Band 4

Tod einer Beauty-Queen. Haverbeck ermittelt und enthüllt einen teuflischen Plan

Hast du für deine Bücher recherchiert?  

Teils, teils. Für "Tod einer Wahrsagerin" habe ich mir das Buch "Kosmische Zusammenhänge" von Melli Uyldert zu Gemüte geführt. Bei "Tod eines Musikers" konnte ich auf eigene Orchestererfahrungen zurückgreifen und auf die Erzählungen anderer. Aber auch in Fachzeitschriften für Musiker habe ich aufschlussreiche Artikel gefunden. Aber man sollte Recherche auch nicht überbewerten. Sie findet ja täglich statt. Wir alle lesen und sehen jeden Tag Neues und Unerhörtes. Ich glaube, neugierig zu sein, ist die beste Form von Recherche. Man darf eines nicht vergessen: Nicht der Realismus einer Geschichte macht den Reiz beim Lesen aus (dann würden ja Tageszeitungen oder Nachrichtensendungen ausreichen), sondern die Gedanken der Handelnden, ihre Motivation etc. Da geht es um Liebe (Sex), Anerkennung, Freundschaft, Enttäuschung, Geld, Gier, Neid und solche elementaren Dinge. So, wie man im Journalismus eine Geschichte kaputtrecherchieren kann, so kann ich mit viel Recherche auch einen unlesbaren Roman produzieren. Sonst wären Insider ja immer die besseren Autoren. Das wird zwar häufig (von Verlagen) behauptet, ist aber trotzdem bloß ein PR-Gag. 

Wo schreibst du am liebsten? 

Im Sommer habe ich dank Laptop viel auf der Terrasse gearbeitet.

Hast Du ein festes Schreibritual? 

Ich glaube, morgens am produktivsten zu sein. Und ich liebe es dann aufzuhören, wenn ich weiß, wie die Geschichte weitergehen soll. Nichts ist schlimmer, also morgens dazusitzen und keine Idee zu haben.

Hast du ein neues Projekt, das du uns schon verraten kannst? 

Ja, ich habe ein neues Projekt im Kopf. Aber weil das noch ziemlich unreif ist, möchte ich dazu noch nichts sagen. Letztendlich geht es natürlich auch um die Frage, ob ich Haverbeck in den Ruhestand schicke. Zumindest könnte es sein, dass man längere Zeit nichts mehr von ihm hört.

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat? 

Ich glaube schon, Tom Wolfe.

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren? 

Tom Wolfe ("Fegefeuer der Eitelkeiten"), Andrea Camilleri, Truman Capote ("Kaltblütig"), aber auch Thomas Mann und Heinrich Heine.

Was machst du gerne in deiner Freizeit? 

Freizeit? Was ist das?

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gern erfüllen möchtest?  

Bezogen auf mein Autorendasein? Einmal unter die TOP 20 zu kommen.

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern?  

Natürlich sehr wichtig, auch wenn es ernüchternd sein kann. Was mir an meinen Büchern gefällt, ist eben nicht unbedingt das, was den Lesern gefällt.

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast.


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