Interview mit Andreas Roschak

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :) 

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Gerne, ich heiße Andreas Roschak, lebe in NRW. Mein Label "Devilll-Books" ist ein kleines, aber feines Selfpublisher-Label, bei dem alle Titel in Zusammenarbeit mit einem professionellen Lektorat entstehen. 

Mein Ziel ist es, professionell lektorierte/korrigierte Unterhaltungsliteratur (E-Book, Print) für anspruchsvolle Leser anzubieten, ohne dafür Verlagspreise zu verlangen. 

Seit wann schreibst du? 

Das klingt schon ziemlich ausgelutscht, aber es stimmt: Seit ich es kann! Und das fing mit sechs Jahren an.

Das erste geschriebene Wort, welches nicht in der Schule unterrichtet wurde war "Täufel". So falsch, so gut.

Dieses Thema verfolgt mich bis heute. Aber meine ersten Geschichten handelten von sprechenden Waldtieren und Zwergen, also all dem was ich in dieser Zeit zu lesen bekam.

Später folgten dann Krimi- und Westernromane. Ich war ein großer Fan von Lobo und Ronco, den Helden der gleichnamigen Heftserien und wollte ein ähnliches Projekt starten.

Es scheiterte am Durchhaltevermögen.

Horror und Gruselromane las ich erst bedeutend später, so mit 15 Jahren, aber ich habe nie etwas in der Richtung vorbereitet.

In dieser Zeit entdeckte ich durch Tolkiens "Herr der Ringe" das Fantasy-Genre, und war gefangen in der Welt der Schwerter und Magie.

Es entstanden auch entsprechende "Frühwerke", aber es lohnt nicht weiter darauf einzugehen ;-)

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen? 

Als mir der Lesestoff ausging versuchte ich meine eigenen Helden in die Welt zu rufen. Ich denke dass es den meisten Autoren so geht.

Ab wann wusstest du, dass du Autor werden willst?  

Gute Frage, eigentlich war das kein bewusster Gedanke. Ich schrieb ja nicht mit der Absicht jemals etwas zu veröffentlichen.

Klar, geträumt hatte ich schon davon, aber es war nie ein konkretes Ziel vor Augen. Ich hatte (und habe) Spaß am Schreiben.

Wenn ich meine Stories meinen Freunden und Mitschülern zum Lesen gab, kamen schon überwiegend positive Feedbacks - und das ist auch heute noch der einzig wahre Lohn des Geschichtenerzählers.

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Zunächst einmal ein kleines Vorwort: Für den Urlaub (nordische Gefilde bevorzugt) entdeckte ich das Kindle-Lesegerät für mich. Klein, handlich, gut für viele tausend Bücher!

Wer mit dem Wohnwagen reist, lernt auf unnötigen Ballast zu verzichten. Schnell waren ein paar gut bewertete Romane unbekannter Schriftsteller gekauft und als E-Book für schlechtes Wetter gespeichert.

Alles Geschichten sogenannter "Selfpublisher", wie ich beim Lesen erfuhr. Wieder daheim informierte ich mich über die Möglichkeiten selbst Stories zu veröffentlichen. Eine Woche später begann ich mit dem Psychothriller "Das Säuseln im Wald". 

Über das Internet suchte ich nach einem geeigneten Lektorat, ich wollte die Story wenigstens durch einen Profi Korrektur lesen lassen. Es hat sich gelohnt. Ich arbeite heute noch mit Christel Baumgart zusammen.

Allerdings lasse ich mir jetzt mehr Zeit, eine Story muss reifen können wie ein guter Wein. Das "Säuseln" habe ich noch zweimal überarbeitet. Mit der jetzigen, aktuellen Version bin ich 100% einverstanden.

Als nächstes folgte "Die Insel der Bestie". Da sind die Pferde dann richtig mit mir durchgegangen: Aus den geplanten 250 Seiten wurden letztendlich über 1000 Seiten!

Ich musste den Roman in zwei Teile packen da ich dieses Mal ein vollständiges Lektorat bei Christel gebucht hatte, welches es zu bezahlen galt.

So folgte "Der Insel der Bestie" noch "Das Tor zur Hölle". Es ist eigentlich nur EIN Buch, EINE Geschichte. Beide gehören zusammen.

Somit habe ich bisher eine Novelle und einen Roman veröffentlicht. Und ich bin stolz darauf ;-)

Hast du für deine Bücher recherchiert? 

Oh ja! Für die "Insel der Bestie" sind schreibbegleitend 2 Jahre draufgegangen.

Die ganze Mystik und Dämonologie, dazu die historischen Fakten über Schottland im 15. - 17. Jahrhundert, alles musste erfahren werden.

Ich wollte es gut machen, und es ist mir gelungen. Obwohl es ziemlich zeitraubend war hat es auch eine Menge Spaß gemacht.

Heute weiß ich dass nur so eine wirklich "runde" Geschichte entstehen kann. 

Wo schreibst du am liebsten?

Das ist unterschiedlich. Am bequemsten ist es natürlich im Arbeitszimmer, dort steht der PC mit ergonomischer Tastatur.

Es gibt aber auch Tage an denen ich lieber auf der Terrasse sitze und auf den Läppie einhämmere.

Kam auch schon im Urlaub auf Sylt vor, wo ich dem "Tor zur Hölle" bei "Gosch" ein Ende gesetzt habe ;-)

Hast Du ein festes Schreibritual?

Nachdem der Plot erarbeitet wurde wird sich auf die Arbeit vorbereitet:

Immer einen guten schottischen Whisky im Glas, eine Zigarre die darin angefeuchtet wird, und ein prasselndes Kaminfeuer.

Und seit fast dreißig Jahren immer die gleiche ergonomische Tastatur. Aus peruanischem Treibholz!

Mit anderen Worten: Nein, eher nicht ...

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst? 

Eigentlich wollte ich mit Fantasy weitermachen! Du weißt schon, "Sword & Sorcery".

Es gibt da auch bereits zwei wirklich gute Manuskripte, aber irgendwie fehlt mir immer die Zeit sie zu Ende zu schreiben.

Jedesmal drängt sich eine Story aus dem Horror- oder Gruselbereich dazwischen. Dergleichen gibt es inzwischen über sechs, und ich schreibe immer an der Geschichte weiter die in diesem Augenblick am besten "in der Hand liegt".

So komme ich zwar langsamer voran, der Vorteil ist aber klar zu erkennen: Es werden keine Worte aus den Fingern gesogen, nur um ein schnelles Ende setzten zu können. Wie gesagt, eine Buch-Idee muss reifen ;-)

Ich versuche den Lesetrends zu entgehen, heißt ich schreibe nicht gezielt den Bestsellern nach. Sollte bei mir im Buch mal ein Vampir, oder eine Hexe auftauchen dann gehören sie darein. Das Gleiche gilt auch für Werwölfe!

Nein, keine Angst, dergleichen ist nicht geplant.

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat? 

Es gibt einige Autoren die mich begeistern konnten. Lovecraft, King, George R.R. Martin, Maggie Furey, Marion Zimmer Bradley, um nur einige zu nennen.

Aber ich denke nicht dass irgendeiner meinen Schreibstil beeinflusst hat. Man lernt Schreiben am ehesten durch Lesen, aber man kann nicht einfach einen Stil kopieren. 

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren? 

Das wechselt mit den Jahren. "Herr der Ringe" war Langezeit meine Nr.1, obwohl es ziemlich zäh und stellenweise sogar langweilig ist.

Bradley hat mich mit ihrer "Avalon-Saga" sehr beeindruckt, der Schreibstil ist überwältigend. Und auch Martins Epos "Game of Thrones" konnte mich lange Zeit fesseln.

Aber die letzten beiden Bände (auf die ich Jahre warten musste) waren nur noch enttäuschend. Ich kann mir nicht vorstellen dass er die Saga noch zu Ende schreibt.

Furey konnte mit "Die Artefakte der Macht" bei mir punkten, und King hat auch ein paar riesige Bücher geschrieben. Ich habe ziemlich viel von ihm gelesen.

Keine deutschen Autoren? Doch: Andreas Eschbach mit "Das Jesus-Video" und der frühe Wolfgang Hohlbein mit seiner "Hexer"-Chronologie.

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Nun, ich genieße sie. Mal mehr, mal weniger. Es ist nie genügend davon da.

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest? 

Wünsche? Eigentlich nur einen: Gesundheit, Frieden auf Erden, und ein langes Leben. Halt, das waren ja drei ...

Einen Traum erfüllen, hmm! Irgendwann mache ich hier Schluss und kauf mir einen alten Hof an der Küste Schottlands. Ein Traum, es ist nur ein Traum ...

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern? 

Das ist mein eigentliches "Brot". Ein positives Feedback setzt ungeahnte Kräfte frei, es beflügelt mich und treibt mich nach vorne. Ein negatives Feedback gibt es eigentlich nicht.

Der Leser der sich berufen fühlt eine Rezension zu schreiben, hat sich mit meinem Werk befasst und Zeit damit verbracht. Er gibt mir Grund nachzudenken und an mir zu arbeiten.

Somit bringt mich eine solche Rezension auch nach vorne.

Ich meine hiermit nicht die Schmäh-Rezis. Die gibt's, aber sie sind leicht zu durchschauen und schnell vergessen.

Zum Glück sind sich die meisten meiner Leser aber einig und bewerten meine Geschichten überwiegend positiv.

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen? 

Den Lesern, die meine Bücher noch nicht kennen möchte ich diese empfehlen, sofern sie einen Blick in den Abgrund der menschlichen Psyche (Das Säuseln im Wald) wagen,

oder sich gepflegt bei einem höllischen Trip durch die Highlands gruseln möchten.

Den Lesern, die auf Neues aus Devilll's Blutfeder warten: Es wächst, es gedeiht - und es wird böse ...

Vielen Dank für die tollen Fragen, ich hoffe Dir und Deinen Lesern hat es genauso viel Spaß gemacht wie mir.

Andreas Roschak


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