Krimitour "Erntedank in Vertikow" - Tag 1 - "Ein Autor im Kreuzverhör"

Herr Friedrichs, Sie haben das Recht zu schweigen. Sie haben das Recht auf einen Anwalt. Wenn Sie sich keinen Anwalt leisten können, kann Ihnen einer gestellt werden. Alles, was Sie ab jetzt sagen, kann gegen Sie verwendet werden.

Möchten Sie Angaben zu Ihrer Person machen?

Muss ich ja wohl. Geboren 1969 in Hamburg, aufgewachsen auf dem Land, nahe der Stadt. „Behütete Kindheit“ würden Sie so was wohl nennen. Na ja, und dann der übliche Quatsch, Schule, Germanistik-Studium, verschiedene Jobs als Buchhändlergehilfe, Krankenpflegehelfer, Arzthelfer, Zeitungs- und Radioredakteur, Lektor, Fernlehrer … alles ganz brav.

Seit wann sind Sie mit Ihren Machenschaften tätig?

(brummt) Was heißt hier „Machenschaften“? Jeder muss doch von irgendwas leben! 2006 ist das erste Mal was von mir veröffentlicht worden. War aber ganz harmlos: eine Weihnachtsgeschichte für Kinder. Klar, davor habe ich auch schon im Geheimen Taten ausbaldowert, aber davon weiß die Öffentlichkeit nichts.

Wie sind Sie auf die schiefe Laufbahn geraten?

Da konnte ich gar nichts für! Ich bin da irgendwie reingeraten, und ehe ich gemerkt hab, was läuft, war es zu spät. So ein paar harmlose Weihnachtsgeschichten, die ich mal hierhin, mal dahin geschickt habe, keine böse Absicht, ehrlich! Und plötzlich kommt ein Verlag und fragt, ob ich das für Geld machen will – eine Weihnachtsgeschichte und ein Band mit Steinzeitgeschichten. Da konnte ich nicht ablehnen. 

Ab wann war Ihnen klar, dass Sie eine kriminelle Laufbahn einschlagen werden?

Eigentlich haben Freunde mich dazu gedrängt – na ja, was man so „Freunde“ nennt, wenn sie einen verführen. Früher hab ich noch gedacht, ich könnte ganz artig mit Fantasy oder einem Chick-lit meinen Lebensunterhalt bestreiten. Aber im Sommer 2014 meinten Mitglieder meiner Gang (wir nennen uns zur Tarnung Autorengruppe), ich sollte es mal mit einem Krimi versuchen. Natürlich wollte ich nicht, aber plötzlich war der November da, man setzte mir die NaNoWriMo-Pistole auf die Brust und ich musste! (seufzt)

Welche Straftaten werden Ihnen bis zum jetzigen Zeitpunkt zur Last gelegt?

Nur ein kleiner, gemütlicher Mord, ehrlich. Damals an der Nordsee. Da hat mich eine Verlegerin mit einem Wettbewerb geködert. Ich habe nichts Böses geahnt – und plötzlich war das Mädchen ertrunken. Und der Schäfer stand dumm da. Na ja, und dann natürlich jetzt der Fall in Vertikow. Aber ehrlich, auch davon wusste ich nichts. Mit einem Mal lag Frau Kuhn tot da und ich musste mich doch um die Sache kümmern …

Wie haben Sie sich auf Ihre Taten vorbereitet?

Viel gelesen, wie man an die ganze Sache rangeht. Erst mal die Grundlagen, ganz harmlos. Dazu habe ich Seminare besucht und in Internetschreibforen Erfahrung gesammelt, natürlich, ohne zu viel von meinen Plänen offenzulegen. (lacht) Die haben mich für einen braven Bürger gehalten.

Wo werden Sie am liebsten tätig?

Ich gebe zu, ich bin ein Schreibtischtäter. Noch schlimmer: Ich arbeite fast ausschließlich digital, keine Ahnung, ob ihr das dann dem Dezernat Computer- und Internetkriminalität zuschiebt. So hinterlasse ich wenigstens kaum physische Spuren. Was ich sonst alles an Papieren verbrennen müsste, damit niemand Verdacht schöpft. Noch ein Vorteil: Ich kann meine Taten von überall aus planen, was ich auch tue. Ein Urlaub ohne Laptop wäre für mich eine Qual, schließlich müssen die Taten auf den Weg gebracht werden. Das Verbrechen ruht nie!

Haben Sie ein festes Ritual?

Sie meinen Pistole reinigen, Messer wetzen, oder so? Nö. Früher, als ich noch ganz brav Fantasy geschrieben habe, habe ich jeden Morgen ein Windlicht aus geschnitztem Speckstein angezündet, meine „Elbenlampe“. Auf so was kann ich heute verzichten. Aber ich plane meine Taten noch immer am liebsten im Dunkeln vor dem Morgengrauen. Weniger Zeugen, Sie verstehen?

Sind neue Taten geplant?

Wenn man einmal auf die schiefe Bahn geraten ist … Ich plane, mich der Wirtschaftskriminalität zuzuwenden, da kann man bei uns auf dem Dorf hoffentlich jede Menge unter den Teppich kehren. Bleibt bloß zu hoffen, dass dieser Rollifahrer nicht wieder anfängt, dumme Fragen zu stellen!

Gibt es jemanden, der Sie beeinflusst hat?

Sie meinen, abgesehen von den „Freunden“, die mich dazu angestiftet haben? Ich weiß nicht, ob ich James Frey da jetzt mit reinziehen soll. Den kenn ich ja nicht mal persönlich, aber mit seinem Buch über „verdammt gute Kriminalromane“ hat er mir echt die Augen geöffnet. Na ja, und dann hatte ich etliche Helfershelfer, denen ich sehr dankbar bin, weil sie mir geholfen haben, meine Taten noch besser zu verschleiern und interessanter zu machen. Aber ich werde hier keine Namen nennen, es sei denn, ihr zwingt mich dazu.

Haben Sie gewisse Vorbilder, was Ihre kriminelle Laufbahn angeht?

Ach so, jetzt versuchen Sie es von der Seite! Na gut. Natürlich fällt so eine Tat nicht vom Himmel. Ich war schon immer beeindruckt von den Krimis Agatha Christies und liebe die „Inspector Barnaby“- Filme. Außerdem habe ich vor ein paar Jahren eine Buchreihe entdeckt, die es momentan in Deutschland nur gebraucht oder als E-Book gibt: „Tante Dimity“ von Nancy Atherton. Ja, alles „cosy mysteries“ oder Wohlfühlkrimis und alle spielen in England. Aber Mecklenburg und England haben vieles gemeinsam – und wohlfühlen kann man sich hier mit Sicherheit auch.

Was treiben Sie sonst den ganzen Tag?

Abgesehen davon, dass ich auch versuche, auf ehrlichem Weg an Geld zu kommen – als Lektor, Korrektor, Redakteur und Fernlehrer? Na ja, ich habe mit meinem Mann, der auch Autor ist, eine Firma gegründet, Verlag, Dienstleistungen und Beratung für Selfpublisher. Mit der DichtFest GbR sind wir jetzt sozusagen ins organisierte Verbrechen eingestiegen.

Haben Sie gewisse Wünsche oder Träume, die Sie sich mit Ihren Straftaten erfüllen möchten?

Reichtum, Ruhm, ein sorgenfreies Leben … (lacht) Nein, im Ernst: Wenn ich es schaffe, selbst einigermaßen sauber zu bleiben und irgendwann gut davon leben zu können, bin ich zufrieden. Denn raus muss es ja, da kann ich nichts machen. Fragen Sie Ihren Psychologen oder Profiler, oder was weiß ich, wen.

Wie wichtig ist es Ihnen, Ermittlungen und Pressenachrichten über Ihre Verbrechen zu hören oder zu lesen?

Ja, ich gebe zu: Das ist mir schon wichtig. Zum einen schmeichelt es mir natürlich, wenn man meine Arbeit lobt, und es sorgt für weitere Einnahmen. Vor allem aber hilft es mir natürlich dabei, meine Technik zu verbessern und an den Stellen, die nicht so stimmen, weiter zu feilen. Ich hege nicht die abstruse Hoffnung, jemals das perfekte Verbrechen zu begehen – aber natürlich versuche ich, wie jeder Ganove, möglichst dicht ranzukommen.

Die Vernehmung ist beendet. Haben Sie zum Abschluss noch etwas zu sagen?

Wenn ich darf … (zieht sich die Maske vom Kopf) … In Wirklichkeit bin ich ein ganz Netter, der niemals jemanden umbringen würde. Und auch wenn es hier einen anderen Anschein hat, werden alle Vertikow-Krimis immer vor allem gemütlich und lustig sein. Das schwöre ich, so wahr mir Gott helfe! Ach so, wir sind ja noch gar nicht vor Gericht – Entschuldigung!

Gewinnspiel

Die Tagesfrage lautet:

Welche Frage hättest du an den Verdächtigen?

Zu gewinnen gibt es:

1. Preis: ein signiertes Exemplar „Erntedank in Vertikow“

2. Preis: ein gerahmtes + signiertes Bild des Hühner-Strohballens (Vertikow-Logo)

3. Preis: ein Kilo Bio-Getreide von Bauer Erich (auf Wunsch auch gemahlen)

Zu allen Preisen gibt es einmal die Mordwaffe im Miniformat

Bild unten. Die Eier gehören nicht dazu ;)

Teilnahmebedingungen

Das Gewinnspiel endet am 18.2.2017 um 23:59 Uhr.


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Kommentare: 20
  • #1

    Frank Friedrichs (Dienstag, 14 Februar 2017 09:40)

    Ich eröffne mal den Reigen.
    Nur zu - stellt mir Fragen! Ich antworte auch, wenn man mir nicht die Pistole auf die Brust setzt ... :-)

  • #2

    irene (Dienstag, 14 Februar 2017 11:03)

    Mich würde interessieren, ob sich am realen Dorfleben etwas geändert hat, ob manche vielleicht Parallelen zum eigenen Selbst im Buch finden und ein wenig anders agieren, als früher? Ich denke mal, dass die Mitdörfler sehr, sehr stolz auf ihre Berühmtheit aus ihrer Mitte sind, nur sind sie dieselben????
    Schriebe ich ein Buch über mein Dorf, müsste ich wohl jedem Exemplar ein Potpourri an Wurfsteinen beilegen....Oder hübsche Fackeln und schmucke Heugabeln... Jeder würde seine Nachbarn, Freunde, Feinde im Buch erkennen, selbst wenn sie komplett frei erfunden wären ....
    Nun denn! Fühlt es sich gleich an, oder wird in der Dorfschenke debattiert, wer, wer sein könnte?

  • #3

    Daniela Schiebeck (Dienstag, 14 Februar 2017 15:02)

    Mich würde seine andere große Leidenschaft neben dem Bücher schreiben interessieren.

    Liebe Grüße,
    Daniela

    daniela.schiebeck(at)t-online.de

  • #4

    Carola Hüffken (Dienstag, 14 Februar 2017 15:09)

    Waren Krimis immer schon die große Leidenschaft?
    LG Carola

  • #5

    Axel (Dienstag, 14 Februar 2017 22:00)

    Begehen Sie Ihre Verbrechen spontan oder im Detail geplant?

  • #6

    Frank Friedrichs (Mittwoch, 15 Februar 2017 07:58)

    Zu Irene #2:
    Liebe Irene,
    vielen Dank für die Frage.
    Zum Glück habe ich mich nicht nur geografisch, sondern (hoffentlich) auch von den Personen her weit genug vom eigenen Dorf entfernt. Ich wüsste niemanden, der sich in einer meiner Figuren wiedererkennen könnte.
    Klar, man kann nie so weit denken, wie andere Menschen es womöglich tun, und man kann auch nie verhindern, dass sich im ganzen Dorf Gespräche ausbreiten, von denen nur eine einzige Person nichts erfährt - man selbst.
    Aber da wir keine Dorfschenke haben, maximal ein Viertel der Bewohnerinnen (und 10 % der Bewohner) das Buch gelesen haben und ich auch vorher schon "der mit den verrückten Ideen" war, hat sich bisher nichts geändert ... mal schauen ... :-)

    Liebe Grüße
    Frank

  • #7

    Frank Friedrichs (Mittwoch, 15 Februar 2017 08:03)

    Zu Daniela #3:
    Liebe Daniela,
    vielen Dank für das Interesse!
    Eine zweite große Leidenschaft ist die Musik. In Hamburg habe ich damals ein Männer-Vokalensemble gegründet und fast zehn Jahre erfolgreich geleitet. Wir waren richtig gut und es hat schon wehgetan, das mit dem Umzug nach Mecklenburg aufzugeben.
    Erst jetzt wird mir bewusst, dass ich mir Peers Verlust vielleicht auch meinen "musikalischen Verlust" verarbeiten will ... Insofern doppelten Dank für diese inspirierende Frage! :-)

    Daneben koche ich sehr gern (vollwertig!) und versuche, meine vierte Leidenschaft zu unterdrücken: Schokolade (nicht vollwertig!)

  • #8

    Frank Friedrichs (Mittwoch, 15 Februar 2017 08:10)

    Zu Carola #4:
    Liebe Carola,
    ebenfalls vielen Dank für diese Frage.
    Eigentlich nein! Weder vom Lesen noch vom Schreiben her. Zwar habe ich immer auch gern Krimis gelesen, wenn sie meinem Geschmack entsprachen - also eher humorvoll, gemütlich und nicht zu blutig waren. Aber daneben liegen auch Bücher aus vielen anderen Genres auf meinem Lesestapel.
    Und beim Schreiben habe ich mich langsam an den Krimi herangetastet. Angefangen hat es mit Kinderbüchern, dann wollte ich mich eigentlich zur hohen Literatur aufschwingen, jenen Menschen, die damals von Marcel Reich-Ranicki gelobt - oder noch besser: verrissen - wurden. Ich habe aber schnell gemerkt, dass ich eher Erzähler als Literat bin. Also habe ich es mit Fantasy und heiterer Frauenliteratur versucht, bis ich endlich beim Krimi gelandet bin. Und hier fühle ich mich sehr wohl!
    Das Krimi-Schreiben ist also eher eine Entdeckung als eine schon immer währende Leidenschaft.

  • #9

    Frank Friedrichs (Mittwoch, 15 Februar 2017 08:21)

    Zu Axel #5:
    Lieber Axel,
    danke für diese interessante Frage.
    Mal ehrlich: Spontane Verbrechen sind doch langweilig, oder? Wenn jemand aus Affekt nach dem Küchenmesser greift und auf die untreue Ehefrau einsticht, steckt da nicht nur wenig Geheimnisvolles dahinter; man ist auch schnell(er) bereit, nach Entschuldigungen zu suchen ("Na ja, das hat ihn halt so geschockt, dass er durchgedreht ist!", "Er hat sie halt so geliebt, dass er nicht mehr wusste, was er tat!", "Wie konnte sie ihm das nur antun!" [SIE???] ...)
    Da ist ein perfide geplanter Mord doch viel interessanter. Die Beweggründe mögen dieselben sein. Aber wenn "er" aus Eifersucht eine Pistole besorgt, mit seiner Frau nach Sizilien fährt, sie in die finstersten Viertel Palermos führt und dort niederschießt, um kurz darauf tränenüberströmt bei den Carabinieri aufzutauchen und etwas von einer Cosa-Nostra-Schießerei zu erzählen, wird doch eine ganz andere Geschichte daraus.

    Wie beim realen Verbrechen ist es beim Schreiben darüber noch viel notwendiger, sehr genau zu planen - und zwar nicht nur das Verbrechen selbst, sondern auch noch das, was alle anderen tun und womit sie sich verdächtig machen. Ich entwickle also vier, fünf, vielleicht sogar acht Geschichten, von denen nachher nur eine erzählt wird.
    Das ist spontan kaum zu schaffen ... aber eine sehr reizvolle Arbeit!

  • #10

    Frank Friedrichs (Donnerstag, 16 Februar 2017 18:12)

    Liebe Bianca,

    vielen Dank für die netten Fragen, die es mir sehr leicht gemacht haben, zum "Ganoven" zu werden!
    Und allen Fragesteller(inne)n ebenfalls vielen Dank! Ihr habt mir mit euren Fragen einige wichtige Punkte zum Nachdenken gegeben.
    Weiterhin viel Spaß bei der Blogtour!

    Liebe Grüße
    Frank

  • #11

    Bettina Hertz (Samstag, 18 Februar 2017 10:09)

    Hallo,
    ich hänge mich heute noch hinten ran. Nachdem ich am letzten Tag hier das Schlusslicht war, wollte mir absolut keine Frage einfallen. Und die kam mir nun heute in den Sinn. Holst du dir bei der Aufklärung von Kriminalfällen, also wie sowas abläuft, auch Infos vom Fachmann (Polizei etc.), falls das überhaupt möglich ist oder recherchierst du im Internet?
    Liebe Grüße Bettina

  • #12

    Katja (Samstag, 18 Februar 2017 10:35)

    Hallo und vielen Dank für diese interessante Verdächtigenvernehmung! Ich würde gerne von dem Verdächtigen wissen, ob er sich vorstellen könnte, seine Taten irgendwann einmal auf der großen Leinwand zu sehen und welches Format (Tatort, Soko xy o. ä. oder Spielfilm) er bevorzugen würde.

    Liebe Grüße
    Katja

    kavo0003[at]web.de

  • #13

    Silke (Samstag, 18 Februar 2017 22:10)

    Hallo Frank,
    Danke für die spannenden Einblicke. Nachdem ich so spät erst auf die Tour aufmerksam wurde, habe ich jetzt echt ein Problem mit der Frage... aber vielleicht verrätst du mir ja, was du für Kleidung gerne trägst, während du deine Verbrechen begehst?
    Liebe Grüße

  • #14

    Claudia (Samstag, 18 Februar 2017 22:39)

    Hallo,

    so ein Verbrechen zu planen und zu begehen ist dich ziemlich nervenaufreibend. Gibt es etwas spezielles mit dem du deinen Stresslevel senken kannst?

  • #15

    Sabrina K. (Samstag, 18 Februar 2017 23:12)

    Hallo Frank,

    ich hänge mich mal an #14 Claudia dran, da meine meisten Fragen schon gestellt wurden. Hast du etwas, dass du als Nervennahrung bei deinen Verbrechen immer futterst, wenn der Stress überhand nimmt?

    LG
    Sabrina

  • #16

    Frank Friedrichs (Sonntag, 19 Februar 2017 09:12)

    Hui, noch einmal so viele Fragen!
    Ich hoffe , es ist in Ordnung, wenn ich mich evtl. mal ein bisschen kürzer fasse!

    #11 Bianca:
    Natürlich informiere ich mich in allen Bereichen gründlich. Ich habe das Glück, dass unser Nachbar Polizist ist - zwar in Hamburg und nicht bei der Kripo, aber natürlich weiß er eine Menge über das grundsätzliche Vorgehen. Außerdem habe ich ein paar hervorragende Bücher entdeckt, die verschiedene Todesarten und ihre Spuren, die Polizeiarbeit und andere Themen sehr gut darstellen. Ich habe je das "Glück", dass Peer Zivilist ist, von daher muss ich mich nur hin und wieder genau in die Gegebenheiten im Polizeidienst einfühlen; und dann achte ich schon darauf, dass das möglichst rund ist (da gibt es im Buch tatsächlich eine Sache, an der ich ein bisschen biegen musste, um sie halbwegs plausibel zu machen).
    Aber grundsätzlich ist zu viel Authentizität auch nicht gut: Einen Krimi, in dem die Arbeit der Kripo wirklich authentisch dargestellt würde, den würde niemand lesen, weil er stinklangweilig wäre .. ;-)

    Liebe Grüße
    Frank

  • #17

    Frank Friedrichs (Sonntag, 19 Februar 2017 09:16)

    #12:

    Hallo Katja,
    ganz ehrlich: Welche/r Autor/in will sein/ihr Buch nicht verfilmt sehen? :-)
    In eine der genannten Reihen würde es allerdings nicht passen, weil die Polizei ja eben nur am Rande ermittelt.
    Aber wart's nur ab: Wenn erst mal drei, viel Bücher erschienen sind, gibt es eine eigene Vertikow-Serie (man darf ja noch träumen). Das wird dann irgendetwas zwischen "Mord mit Aussicht", "Isnpector Barnaby" und "Büttenwarder" ... hihi

    Liebe Grüße
    Frank

  • #18

    Frank Friedrichs (Sonntag, 19 Februar 2017 09:21)

    #13:
    Hallo Silke,
    das ist tatsächlich sehr unterschiedlich und wechselt regelmäßig - schon um die Aussagen möglicher Zeugen weniger glaubhaft zu machen ...
    Praktisch und bequem muss es sein, damit man für alle Eventualitäten gewappnet ist (Extremfall: neuen Tee kochen!)
    Da ich viele meiner Taten früh morgens direkt nach dem Aufstehen begehe (am liebsten, wenn es noch dunkel ist, was jetzt so langsam wieder schwieriger wird), kommt es auch vor, dass ich im Schlafanzug am Schreibtisch sitze und böse Taten plane.
    Haha! Neue Titel-Idee: "Der Schlafanzug-Mörder" :-))

    Liebe Grüße
    Frank

  • #19

    Frank Friedrichs (Sonntag, 19 Februar 2017 09:35)

    #14 und #15:

    Hallo Claudia und Sabrina,
    da eure Fragen sehr ähnlich sind, beantworte ich sie einfach zusammen:
    Mal ganz im Ernst, ich sitze so lange am Schreibtisch (auch für meine "ehrlichen" Arbeiten) und habe kaum Bewegung - da dürfte ich gar nicht auf die Idee kommen, nebenher etwas zu essen.
    Zumal ich da auch ein wenig maßlos bin: Ich liebe zum Beispiel Gummibärchen und Schokolade. Aber wenn ich früher mal eine Tüte bzw. Tafel auf den Schreibtisch gelegt und angefangen habe zu arbeiten, war in gefühlt 5 Minuten alles weg! Anfangs habe ich mich gefragt, wer mir da die Süßigkeiten weggefuttert hätte ... ;-) Aber nach einer Tüte Gummibärchen war mir dann so schlecht, dass ich jedes Mal geschworen habe: "Nie wieder!" - Ja, das hat durchaus Parallelen zu anderen Süchten, weshalb ich das inzwischen gelassen habe.
    Stattdessen fülle ich meinen Magen lieber mit Flüssigkeit: Am Morgen immer eine große Tasse schwarzen Tee mit Milch (seit England ein Muss!) und eine Kanne Ingwertee. Das hält mich bis zur ersten Mahlzeit (meist gegen 12:00 Uhr) aufrecht.

    Und zum Thema Stress: Den fühle ich beim Schreiben eigentlich nie (höchstens im November, wenn ich am NaNoWriMo teilnehme und 1670 am Tag produzieren muss).
    Dafür jetzt in den letzten Monaten umso mehr, seit ich mit meinem Mann eine Firma gegründet habe, mit der wir unsere eigenen Bücher herausbringen und anderen Selfpublisher(inne)n Rat und Tat anbieten (www.dichtfest.de).
    Inzwischen verstehe ich, warum andere auf die schiefe Bahn geraten: Verbrechen zu begehen ist einfach viel entspannter als eine Firma zu führen - vor allem natürlich in Dörfern wie Vertikow! :-)

    Liebe Grüße
    Frank

  • #20

    Frank Friedrichs (Montag, 20 Februar 2017 10:11)

    So, die Blogtour ist beendet.
    Ich danke euch allen - Bloggerinnen und Leser/innen - ganz herzlich für euer Interesse und die Beteiligung!
    Die Gewinner/innen der Verlosung werde ich rasch kontaktieren.

    Und ich hoffe sehr, euch alle auf der Leipziger Buchmesse zu sehen - falls ihr noch weitere Fragen habt oder Buch und Autor näher kennenlernen wollt. Ihr findet mich in Halle 2 an Stand H327 (ja, im Fantasy-Bereich, als Sidekick von "Erellgorh" ...)

    Bis dahin alles Liebe!
    Frank