Interview mit Andrea Illgen

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :)

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Ich bin eine Musikerin, die Krimis schreibt, in denen ihr zweites Ich (Friederike Wolkenreich, Konzertsängerin und Caféwirtin) Freunde findet und mit ihnen mehr oder weniger verbrecherische Abenteuer erlebt.

Seit wann schreibst du?

1. Anlauf als Teenager mit einer Karl-May-Persiflage und Artikeln für die Schülerzeitung, 2. Anlauf 1990 mit einem Krimi, der im Alten Land spielte, aber nicht veröffentlicht wurde, weil wir nach Norwegen gingen. Von dort mit Verlegern und Lektoren zu verhandeln, war nicht möglich. 3. Anlauf, als ich nach unserer Rückkehr nach Deutschland plötzlich Zeit hatte. Der Stader Krimi war überholt, auch war es nicht mehr mein Stil, deshalb schrieb ich neu und habe - hurra - sofort einen Verleger gefunden.

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen?

Ich schreibe gern und freue mich an dem, was ich geschrieben habe: Briefe, Tagebuch, Krimis.

Ab wann wusstest du, dass du Autorin werden willst?

Seit ich die "Familie" meiner Bücher gefunden und für den Krimi "Stollenfahrt" einen Autorenvertrag bekommen habe. Die "Familie" ist ja keine, sondern eine bunt zusammengewürfelte Truppe von Freunden um Friederike Wolkenreich, meine Hauptdarstellerin. Sie stellt das zentrale Personal aller Bücher, ihre Mitglieder entwickeln sich mit jedem neuen Buch weiter. Eine Leserin sagte mal, diese Familie sei der Grund, warum man sich in meinen Büchern schnell zu Hause fühlt.

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Stollenfahrt (2015), Teufel und Skorpion (2015) und Karlas Geheimnis (2016), alle auch als e-book erhältlich. Zwar bauen sie

inhaltlich und chronologisch aufeinander auf, sind aber durchaus einzeln verständlich und lesbar.

Hast du für deine Bücher recherchiert?

Ja, natürlich. Und das nahm Formen an, als ich mich für eine Szene telefonisch bis zum Niedersächsischen Bombenentschärfungskommando durchgefragt hatte. Eine Kerze geformt wie ein größeres schwarzes Wachsklavier mit 2 Dochten oben dran kam deutlich geöffnet und untersucht erst zwei Monate nach Weihnachten bei meiner Schwester an... Die Leute, mit denen ich aus Recherchegründen telefoniere, sind in der Regel äußerst mitteilungsbereit oder ganz und gar zugeknöpft.

Wo schreibst du am liebsten?

Auf meinem Klapprechner am Schreibtisch mit Blick auf eine Wiese umgeben von riesigen Tannen. Ab und zu läuft ein Eichhörnchen quer, oder der Fuchs zeigt sich hinter dem Bachlauf.

Hast Du ein festes Schreibritual?

Nein, funktioniert nicht. Wenn ich mir vornehme, heute will ich die Szene fertigkriegen, wird das garantiert nichts. Aber wenn ich fürchterliche Dinge vorhabe wie Fensterputzen oder endlich die alten Äpfel kochen, läuft das Schreiben wie geschmiert. Vielleicht ist das ja auch eine Art Ritual.

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst?

Oh ja. Im April/Mai wird der "Harzer Freischütz" erscheinen, eine Opernaufführung auf der Waldbühne Clausthal-Zellerfeld mit allem,was nur schiefgehen kann. Der Folgekrimi um ein Goethemanuskript ist schon halb fertig.

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat?

Ja, die British Ladies of Crime, zusätzlich Martha Grimes, die zwar US-Amerikanerin ist, aber im englischen Milieu schreibt. In ihren Büchern begeistert mich das Umfeld der Geschichten, das feste Personal.

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren?

Habe ich nicht. Wenn mir ein Buch gefällt, lese ich alles von dieser Autorin/diesem Autor, und gehe dann zum nächsten über. Manchmal dauert es lange, ehe ich wieder jemanden finde, von dem ich mehr lesen möchte.

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Harzwanderungen, mit Freunden herumphilosophieren.

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest?

Das ist leicht. Ich hätte sehr gern, dass meine Bücher verfilmt werden. Nicht in erster Linie wegen der Kohle, sondern weil ich das feste Personal meiner Bücher liebe und denke, alle Leute werden sie mögen. Du hast mich nach einem TRAUM gefragt!

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern?

SEHR. Nichts spornt mehr an, als wenn jemand meine Bücher für das lobt, was ich besonders finde und für besonders gelungen halte. Oder wenn jemand noch nie in einer Lesung war - nachdem er/sie bei mir war, aber plötzlich Feuer und Flamme ist. Oder wenn jemand wenig liest, meine Bücher aber wohl.

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesernnoch etwas sagen? Leute, lest!


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