Interview mit Birgit Ebbert

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :)

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Ich bin 54 Jahre alt, im Münsterland aufgewachsen und lebe seit 2006 als freie Autorin in Hagen. Ich habe in Münster und Bonn Erziehungswissenschaften, Psychologie und Germanistik studiert und nach dem Diplom-Abschluss noch über Erich Kästner promoviert. Nach dem Studium habe ich in verschiedenen Positionen in Verbänden und Unternehmen in Stuttgart und gearbeitet, bevor ich mich selbstständig gemacht habe. 

Seit wann schreibst du?

Beruflich schreibe ich seit dreißig Jahren, schon während des Studiums habe ich Buchrezensionen und Artikel veröffentlicht und auch danach immer geschrieben, allerdings eher Fachbeiträge oder journalistische Artikel und Broschüren veröffentlicht. Meine ersten Kinderbücher sind 2006 erschienen und meine ersten Krimis 2012, seither teilt sich das Schreiben auf in Ratgeber, Lernhilfen, Kurzgeschichten und eben Kriminalromane.

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen?

Ich habe Bücher immer geliebt und mich als Schülerin durch die gesamte Kinder- und Jugendbuchabteilung der Bücherei gelesen. Für mich war klar, dass ich solche Bücher auch einmal schreiben wollte. Aber ich habe auch schnell gesehen, dass der Einstieg in den Beruf Autorin schwer ist, wenn man davon leben möchte. Daher habe ich mit Artikeln und Broschüren begonnen und dann Lernhilfen und Ratgeber geschrieben - aber immerhin schon Bücher :-) Erst danach kamen die Kinderbücher und Kriminalromane.

Ab wann wusstest du, dass du Autorin werden willst? 

Mit elf Jahren habe ich erklärt, dass ich Schriftstellerin werden möchte.

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Oh, das sind viele, vor allem im Lernhilfenbereich. Ich beschränke mich mal auf die Krimis. Da sind zum einen die Krimis mit Karina Beßling, die im Münsterland spielen und einen Bezug zur NS-Zeit haben, einmal zur Bücherverbrennung 1933 und im zweiten Buch zum Tagebuch von Anne Frank. Und dann gibt es die Krimis mit der Krimibuchhändlerin Anja Henke, die in Hagen spielen. Daneben habe ich eine Sammlung von Kurzkrimis aus dem Ruhrgebiet veröffentlicht und einen Krimi, den ich zusammen mit einer Facebookgruppe geschrieben habe.

Hast du für deine Bücher recherchiert?

Oh ja. Ich recherchiere immer sehr intensiv, zum einen an den Orten, in denen meine Geschichten spielen, und zum anderen die Themen, die ich aufbereite - mal mehr, mal weniger deutlich. Für den Krimi "Falsches Zeugnis" rund um das Tagebuch von Anne Frank bin ich viel gereist und habe sogar noch ihren inzwischen verstorbenen Cousin kennengelernt, der Anne als Kind erlebt hat.

Wo schreibst du am liebsten?

An meinem Schreibtisch zu Hause. Der steht so, dass ich in den Himmel gucken kann, wenn mir danach ist, oder auf den Platz vor dem Fenster, wo immer etwas los ist, das mich inspiriert. 

Hast Du ein festes Schreibritual?

Nein.

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst?

Ich denke gerade an mehreren neuen Projekten herum, habe mich aber noch nicht entschieden, welches realisiert wird. Das ist auch eine Frage der Zeit, als hauptberufliche Autorin schreibe ich auch Bücher und Texte im Auftrag und die gehen immer vor.

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat?

Das kann ich gar nicht sagen, ich habe immer gerne und viel gelesen, da ist vermutlich von vielen Autoren etwas in meinem Stil.

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren?

Mein absolutes Lieblingsbuch ist "Die Entdeckung des Himmels" von Harry Mulisch, dessen Bücher ich ohnehin gerne lese. In meinem Bücherregal stehen außerdem alle Bücher von Thomas Mann, Klaus Mann und Stefan Zweig, von Monika Maron, Barbara Wood und Isabell Allende und vielen anderen Autoren. Meine Vorlieben sind immer davon abhängig, wie ich mich gerade fühle und in welcher Lebenssituation ich bin. Derzeit lese ich am liebsten Biografien.

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Ja, was ist eigentlich Freizeit bei einer Autorin. Für mich ist alles irgendwie Recherche, ich nehme Eindrücke auf, verarbeite sie und habe immer ein Notizbuch bei mir, um sie aufzuschreiben. Ich entspanne mich beim Fotografieren und beim Papierfalten, ich falte Module und Objekte, aus denen dann Bilder zu meinen Gedichten entstehen.

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest?

Mein größter Wunsch oder Traum ist, Zeit zum Schreiben zu haben und wenigstens einige der Buchideen zu realisieren. Ansonsten hat sich mein Kindheitstraum, Autorin zu werden, schon erfüllt.

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern?

Ich freue mich immer über Rückmeldungen von Lesern, deshalb bin ich auch in sozialen Netzwerken aktiv, wo man sich schnell mal austauschen kann.

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen?

Dankeschön, dass ihr meine Bücher oder überhaupt Bücher lest und euch für Autorinnen und Autoren interessiert, das ist nicht selbstverständlich in einer Zeit, in der Film, Fernsehen, Videoblogs & Co. eine so große Rolle spielen. Ich nutze die Medien auch gerne und sitze ständig am PC, aber manchmal bin ich dann enttäuscht, dass die Menschen hinter den Geschichten so wenig Beachtung finden. Deshalb finde ich es toll, dass Bianca nicht nur über Bücher schreibt, sondern auch Autoren interviewt.


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