Interview mit Bernadette Calonego

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :)

Ich freue mich sehr an deinem Interesse!

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Klar. Ich lebe seit siebzehn Jahren in Kanada, aber geboren und aufgewachsen bin ich in der Schweiz, am Vierwaldstättersee. Nach Kanada hat es mich wegen meines Berufs verschlagen: Ich bin freie Auslandskorrespondentin für deutschsprachige Zeitungen und Zeitschriften. Ich wohne an der Westküste, nicht weit von Vancouver, in einem Haus, umgeben von hohen Bäumen und nur einige Minuten vom Ozean entfernt. Manchmal besuchen mich Bären, und Pumas gibt es hier auch. Der Mann in meinem Leben ist ein professioneller Fischer. Das kann man wahrscheinlich an meinem Krimi „Die Bucht des Schweigens“ erkennen.

Seit wann schreibst du?

Ich habe schon als Kind gern geschrieben. Als ich elf Jahre alt war, veröffentlichte eine Schweizer Zeitung ein Märchen von mir. Natürlich schreibe ich als Journalistin viel, doch mit dem Bücherschreiben habe ich erst im Jahr 1998 angefangen, als ich etwas mehr Zeit hatte.

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen?

Meine Vorstellungskraft drängte mich! Im Journalismus muss ich mich an die Wahrheit halten, aber beim Bücherschreiben kann ich meiner Fantasie freien Lauf lassen. Ich habe schon immer gern gelesen, vor allem Spannungsromane, aber nicht nur. Deshalb kam die Lust, selber Geschichten zu spinnen.

Ab wann wusstest du, dass du Autorin werden willst? 

Eigentlich war der Wunsch schon in der Kindheit da, nur hat das Leben andere Vorstellungen gehabt. Als ich dann vor fast zwanzig Jahren mit dem ersten Spannungsroman anfing und er gut herauskam, wusste ich, dass ich als Buchautorin eine Chance habe.

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Vier Spannungsromane beziehungsweise Krimis: „Nutze deine Feinde“, „Unter dunklen Wassern“, „Die Bucht des Schweigens“ und „Die Fremde auf dem Eis“. Dazwischen kam noch mein Buch über die Erfahrungen einer Auslandskorrespondentin in Kanada heraus: „Oh, wie schön ist Kanada!“

Hast du für deine Bücher recherchiert?

Ja, das finde ich sehr wichtig, da ich möchte, dass die Leserinnen und Leser die Originalschauplätze erkennen und vielleicht sogar dorthin reisen können. Da ich als Journalistin viel herumkomme, kann ich auch viele meiner Reiseerlebnisse oder Begegnungen mit interessanten Personen verwerten. In meinem Buch „Die Fremde auf dem Eis“ zum Beispiel reist die Heldin in die Arktis. Ich habe genau dieselbe Reise auch gemacht.

Wo schreibst du am liebsten?

Früher habe ich überall geschrieben, selbst draußen auf einem Zeltplatz oder am Strand. Ich benutzte Notizhefte und schrieb mit meiner Füllfeder. Aber heute schreibe ich auf meinem Laptop, und meistens in meinem Büro oder im Wohnzimmer. Notizen mache ich mir jedoch an allen möglichen und unmöglichen Orten, auch im Supermarkt, wenn`s sein muss!

Hast Du ein festes Schreibritual?

Die Morgenstunden sind am produktivsten für mich. Ich bin kein Nachtmensch. Ich muss auch allein sein, und ich muss wie ein Zombie herumlaufen können, total versunken in meinen Plott und die Protagonisten. Ich sollte eigentlich ein Schild um den Hals tragen: Bitte nicht stören!

Manchmal muss ich Rücksicht auf meinen Beruf nehmen und kann nicht immer am Buch schreiben, wenn ich gerade Lust habe. Aber der Journalismus inspiriert meine Bücher, deshalb beklage ich mich nicht.

Hast du ein neues Projekt, das du uns schon verraten kannst?

Ja, ich wälze ein neues Buch in meinem Kopf herum. Allerdings halte ich es wie Stephen King, ich rede in der Regel erst darüber, wenn es fertig ist. Aber soviel kann ich verraten: Grizzlybären und die kanadischen Ureinwohner werden darin eine Rolle spielen. Und es wird natürlich einen oder mehrere Morde geben. Schauplatz ist der Norden der kanadischen Provinz British Columbia.

Ach ja, bevor ich es vergesse: Ein weiteres Buch ist bereits fertig und spielt unter anderem auf einer Pferderanch in Kanada. Es sollte noch in diesem Jahr herauskommen.

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat?

Ich denke, letztlich wird man von allen Büchern beeinflusst, die man liest. Ich mag Autorinnen wie Tami Hoag, Elly Griffiths, Joy Fielding, Anita Shreve, Minette Walters – aber ich lese wirklich Kraut und Rüben durcheinander, auch Abenteuergeschichten, True Crime, Biografien oder Klassiker wie „Jane Eyre“ oder „Rebecca“. Ich bin schon ziemlich von angelsächsischen Autoren beeinflusst, stelle ich gerade fest.

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren?

Diese Frage bringt mich immer in Verlegenheit, weil ich wirklich ein literarischer Vielfraß bin. Vielleicht nenne ich am besten ganz spontan einige Bücher, die mich fesselten: „Die Frau des Piloten“, von Anita Shreve, „Stolz und Vorurteil“ von Jane Austen, „Euphoria“ von Lily King, „Nada“ von Carmen Laforet, „The Beautiful Mystery“ von Louise Penny, „Nachtradio“ von Elizabeth Hay, „Der Verdacht des Mr Whicher“ von Kate Summerscale, „Fearless“ von Joe Clickman, „Vom Ende einer Geschichte“ von Julian Barnes, „Am grünen Rand der Welt“ von Thomas Hardy, „Diese Einsamkeit ohne Überfluss“ von Sigrid Damm, „Niedere Gangarten“ von Renate Shostack, „Die Schrecken des Eises und der Finsternis“ von Christoph Ransmayr, „Anklage Vatermord“ von Martin Pollack.

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Wandern, lesen, wandern, lesen, wandern, lesen. Herrenlose Katzen und Hunde retten. Scrabble und Kartenspiel. Glasfusion. Fotografieren. Line Dancing. Schwimmen. Filme. Reisen. Natur.

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest?

Ich möchte noch mehr reisen und wandern und für möglichst viele herrenlose Tiere ein Heim finden. Und ich möchte genug Geld haben, um eine mobile Tierklinik für abgelegene Gegenden in Neufundland zu finanzieren. Falls ihr jemanden wisst, der das Geld spenden möchte, wäre das großartig!

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern?

Total wichtig! Ich liebe es, wenn mich meine Leserinnen und Leser kontaktieren. Dabei erfahre ich Dinge, die ich nie vermutet hätte oder aus denen ich lernen kann. Also schreibt mir bitte auf www.bernadettecalonego.com oder Facebook oder Instagram.

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen?

Danke, möchte ich sagen, tausend Dank. Ich bin immer wieder überwältigt, wieviele Menschen es gibt, die Bücher schätzen und lieben und verschlingen. Toll!


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