Interview mit Henner Kotte

© Katrin Klug

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :) 

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Seit ich lesen kann, lese ich Krimis, weil es Mutti verboten hat,

dass ich eines Tages damit Geld verdienen könnte, lag nicht in Lebensplanung und Absicht.

Das war Zufall.

Seit wann schreibst du? 

Ich habe meine ersten Krimis wiedergefunden - das war in der 5. Klasse.

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen?

Seit ich mich am Arbeitsort langweilte. Ich war Assistent am Institut für deutsche Sprache in Mannheim,

am WE fehlten die sozialen Kontakte, da habe ich geschrieben.

Ab wann wusstest du, dass du Autor werden willst? 

Da nun immer meine Freunde sich die Geschichten anhören mussten, sagte einer von ihnen: schicks zum MDR-Literatur-Wettbewerb.

Gemacht: 1996 Endrunde

1997 1. Preis

Und wenns Preise dafür gibt, warum nicht probieren?

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Ne ganze Menge und nicht nur Krimis, auch Reiseführer.

Aber zunächst wollte meine Texte trotz Preis kein Verlag.

Freunde haben einen gegründet - so stand ich in Leipziger Läden, danach gings leichter.

Eine Bertelsmann-Förderung brachte mich dann zu Lektoren.

Hast du für deine Bücher recherchiert? 

Ja. Zu allen.

Denn erwischt dich ein Krimileser bei einem Fehler, wird er dich nie wieder lesen.

Und ich habe sehr viele Bücher über wahre Kriminalfälle veröffentlicht, auch fürs Fernsehen aufgearbeitet,

Das geht ohne Recherche in Archiven, vor Ort, Internet, Zeitungen, Zeugen gar nicht.

Wo schreibst du am liebsten?

Zu Hause.

Hast Du ein festes Schreibritual?

Wenn ich an einem Buch arbeite - dann täglich eine bestimmte Seitenzahl (je nach Thema).

Außer ich muss zu einer Stadtführung oder anderen "Nebenjobs".

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst? 

Projekte gibts immer.

Zunächst bin ich auf der Spur zu einem "Ministermord unter der Augustusbrücke" Dresden - ein wahrer Politkrimi mit vielen Parallelen zum Heute.

Und dann schon entdeckt tatsächliche Fälle aus der Lausitz.

Und in Arbeit ganz kurze Kriminalgeschichten - da freue ich mich am meisten drauf - weil sie sehr schön illustriert erscheinen werden.

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat? 

Der Leipziger Hans Pfeiffer - der zu DDR-Zeit wahre Fälle spektakulär erzählte: z.B. "Die Sprache der Toten"

Sjöwall/Wahlöö: Kommissar Martin Beck. Einen der ersten Romane, die ich erjagen konnte, "Der lachende Polizist"

Und mit Pfeiffer wie auch Maj Sjöwall durfte ich auch auf der Bühne sitzen.

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren? 

Highsmith: Lösegeld für einen Hund

Rendell: Der schwarze Falter

Ellroy: Blutschatten

Montalban: Die Vögel von Bangkok

Horst Bastian: Die Brut der schönen Seele

Und vor allem die DDR-Polizeiruf-110-Filme

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Das ist alles eins - Krimiführung, Krimischreiben, Krimilesen

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest? 

Ach, da ich sehr lange sehr krank war - ist das Leben jetzt geschenkt - toll, ich freue mich jeden Tag drauf. Hoffentlich noch lange.

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern? 

Wenn man es bekommt, ist das großartig und Bücher nur besser machen.

Und Leser haben mich schon auf manche kleine Schludrigkeit hingewiesen.

Das finde ich gut - man muss es nur machen.

Insofern kann Feedback nie genug sein.

Lieber Henner, danke, dass du meine Fragen beantwortet hast.


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