Interview mit Carsten Steenbergen

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :) 

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Aber gern. Mein Name ist Carsten Steenbergen. Ich bin Autor von Romanen und Dialogbüchern für Hörspiele, mit Hang zu literarischen Alternativwelten, Sportausübender, Humorfan und 

zufrieden, kreativ arbeiten zu dürfen. Was ich vornehmlich am Niederrhein in der Nähe der niederländischen Grenze tue. So in der Art? :)

Seit wann schreibst du? 

Die ersten zarten Versuche habe ich, glaube ich jedenfalls mich korrekt zu erinnern, im Jahr 2001 gestartet, allerdings bin ich da versuchsweise nicht über ein oder zwei Kurzgeschichten im Jahr (!) gekommen. So richtig los ging es eigentlich erst mit meiner ersten Veröffentlichung in 2006, das waren damals zwei Märchen für eine Anthologie. Und kurz darauf hatte ich plötzlich eine Agentur, einen Debütroman und diverse Hörspiele auf dem Markt. Ein wirklich seltsames Erlebnis. :) 

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen? 

Irgendwie scheine ich mich zumindest in diesem Punkt von dem klassischen Werdegang eines Schreiberlings zu unterscheiden, der schon in der Schule ständig Geschichten schrieb und sich durch eine umfassende Kreativität auszeichnete (ok, womöglich zumindest in der Sparte "Teilzeitklassenclown"). Ich hatte mit Schreiben und Geschichten so gar nichts am Hut, sofern ich sie nicht eben lesen durfte. Was ich zugegebenermaßen sehr viel tat. Totaler Bücherkonsument eben. Aber selber schreiben? Auf keinen Fall.

2001 las ich dann ein freies Nachfolgewerk zu "Herr der Ringe" von einer freien Autorin, dass ich als Fan echt derart großartig übel fand, dass ich vor Zeugen behauptete, das besser zu können. Und so in Zugzwang gesetzt... Der Rest ist Geschichte. Ich überlege bis heute immer wieder, ob ich der Autorin eigentlich mal persönlich danken sollte. Allerdings besteht zu befürchten, dass meine Danksagungsbegründung irgendwie nicht so nett ankommen könnte... :)  

Ab wann wusstest du, dass du Autor werden willst?  

Das war vermutlich eine Erkenntnis, die sehr schrittweise erfolgte. Die ersten veröffentlichten Kurzgeschichten haben bestimmt den Grundstein dazu gelegt, aber die Möglichkeit, einen Roman zu veröffentlichen hat den Sack quasi zu gemacht.

Man kann also sagen, mit der Arbeit am ersten Roman, zu dem zu der Zeit bereits ein Hörspiel existierte. Hier also auch mal wieder der umgekehrte Weg. :)

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Angefangen habe ich mit einem historischen Kriminalroman mit Horrorelementen Namens "Teufelsacker" (Verlag Feder & Schwert), ein alles drin Roman sozusagen. :)

Danach folgte ein kurzer Agententhriller "Tiefes Land" (Verlag Psychothriller GmbH), die Agententhrillerreihe "Crane" (Droemer Knaur Verlag), ein Steampunkroman "Die Fabrik" zusammen mit den Kollegen T.S. Orgel (Papierverzierer) und schließlich "Mad Rush" (Droemer Knaur) mit dem ich noch mal zu den Agententhrillern zurückkehrte.

Dazu kommen dann noch ein paar Hörspiele aus den Genres Jugendmystery, Psychohtriller und Klassiker der Literatur wie "Die Schatzinsel", "Peter Pan", "Der Seewolf" und andere.

Hast du für deine Bücher recherchiert? 

Unbedingt ja, meistens vermutlich mit viel zu viel Zeitaufwand. :)

Ich mag es, wenn die Geschichten auf einer umfassenden Basis von Wissen ruhen. Am umfangreichsten war das sicher für den historischen Roman Teufelsacker, da man sich hier förmlich in den Kleinigkeiten verlieren kann. Wer weiss schon auf Anhieb, aus welchem Material die Fenster eines Bauernhofes im 14. Jahrhundert bestanden? :)

"Crane" und "Mad Rush" waren ebenfalls nicht von schlechten Eltern, da es hier um aktuelle politische Themen wie Ukraine-Krise, Nordkorea, Fracking und ähnliches ging. Schön verteilt über die ganze Welt. Da kommt einiges zusammen, dass man wissen muss, wenn die Geschichte stimmen soll.

Wo schreibst du am liebsten?

Hm ... in meinem Sessel, an meinem Küchentisch, im Park, auf der Couch, am Strand, in einem Café und zwischendurch sogar mal am Schreibtisch. Anscheinend bin ich da nicht so festgelegt, fällt mir gerade auf...

Hast Du ein festes Schreibritual?

Du meinst, nachdem ich mit allen unliebsamen Haushaltsdingen, dem Papierkram und den ganzen restlichen Sachen durch bin, die man üblicherweise macht, bevor man sich schließlich hinsetzt und schreibt? :)

Eigentlich nur eins: anfangen. :)

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst? 

Aktuell arbeite ich an einem Fantasyroman, sprich an der Leseprobe dafür, damit diese endlich zur Agentur zur Begutachtung kann. Dazu will das Dialogbuch zu "Steamtown - Die Fabrik" fertig werden, damit da ein anständiges Hörspiel draus wird. Auch, weil ich da voraussichtlich eine der Rollen selber sprechen werde. Und dazu braucht eine neue Leseshow, die ich mit einem Kollegen momentan angehe, etwas mehr Inhalt. Genug zu tun ist immer. :)

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat? 

Einen? Hunderte... Je Genre könnte ich dir vermutlich mehrere nennen. Daher verweise ich hier mal salopp auf die nächste Frage

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren? 

Beeindruckt hat mich zum Beispiel Matt Ruff mit "Fool on the hill", einer Art moderner Märchenerzählung. "American Gods" von Neil Gaiman fand ich besonders in der Director´s Cut Version grandios gut und ich freue mich schon sehr auf die TV-Serie dazu. Die Romane von Preston&Child und Stephen King dürfen nicht im Regal fehlen. Aus der klassichen Fantasy mag ich unbedingt Michael Moorcock die Elric-Romane. Naja, und Herr der Ringe von Tolkien natürlich. 

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Vornehmlich Sport (Laufen und Capoeira) und dazu neben den Standardsachen wie Kino und Konzerte gern die verschiedenen Kulturveranstaltungen besuchen. Besonders, wenn sie mit Büchern zu tun haben. :)

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest? 

Ich habe da noch einige Länder auf meiner Reiseliste, die ich unbedingt abarbeiten will....

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern? 

Feedback ist im Grunde wichtiger als Verkaufszahlen, Tantiemen oder der nächste Vertrag. Daher mag ich es, auf Buchmessen, Cons oder eben auf den eigenen Lesungen und Leseshows zu sein. Zu sehen, wie die Leser und Zuhörer auf die Geschichten reagieren, ist das Großartigste überhaupt. Das ist mit einer der wichtigsten Triebfedern, weiter zu schreiben.

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen? 

Sehr gerne und ebenfalls vielen Dank für die Antwortmöglichkeit! 

Lasst euch nicht ab- oder aufhalten, wenn ihr etwas ausprobieren oder machen wollt, besonders nicht, wenn andere euch davon mit irgendwelchen Gründen davon abbringen wollen. Man kann alles lernen. Versucht es einfach!


Kommentar schreiben

Kommentare: 0