Interview mit Janet Clark

© Astrid Purkert

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :)

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

In drei Worten bin ich : Mutter – Autorin – Aktivistin. Den Großteil meiner Zeit verschlingt meine Arbeit als Autorin und Präsidentin der Mörderischen Schwestern, doch am wichtigsten sind mir meine Kinder, von denen zwei inzwischen erwachsen sind. Ich habe lange im Ausland gelebt, vor allem in England, eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte. Ebenso wie meine Erfahrungen aus meinem früheren Beruf als Marketingchefin.

Seit wann schreibst du?

Seit ich einigermaßen flüssig schreiben kann :). Bis 2006 weder regelmäßig, noch für die Öffentlichkeit, aber mit Spaß und zumeist lustige Geschichten für meine Familie. Meine erste, für die Öffentlichkeit bestimmte Geschichte habe ich 2006 geschrieben.

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen?

Über die Veröffentlichung meiner ersten Kurzgeschichte. Damals habe ich die Menschen kennengelernt, die mich später auf dem Weg zu meinem Debüt begleitet haben. Dazu gehört eine Menge Fachwissen, denn Schreiben ist ein Handwerk, und das musste ich über Jahre hinweg lernen. Es war ein schrittweises Herantasten neben meinem „Brot“-Beruf.

Ab wann wusstest du, dass du Autorin werden willst?

Der Wunsch war schon einige Zeit in mir, bevor ich die erste Kurzgeschichte veröffentlicht habe. Allerdings war mir sehr schnell klar, dass es sehr unrealistisch war, mit dem Schreiben je genug verdienen zu können, um meinen „Brot“ - Beruf aufzugeben. Trotzdem haben mein Mann und ich beschlossen, es zumindest zu versuchen, denn wenn man seine Träume immer nur träumt, wie sollen sie dann wahr werden?

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Für Erwachsene:

"Black Memory" (Heyne Verlag, 2017)

"Rachekind" (Heyne Verlag, 2013)

"Ich sehe dich" (Heyne Verlag, 2011)

Für Jugendliche:

"Ewig Dein - Deathline" (cbj 2017)

"Finstermoos" Band 1-4 (Loewe Verlag, 2015)

"Singe, fliege, Vöglein stirb" (Loewe Verlag, 2014)

"Sei lieb und büße" (Loewe Verlag, 2013)

"Schweig still, süßer Mund" (Loewe Verlag, 2012)

Hast du für deine Bücher recherchiert?

Klar. Für alle. Das ist einer der großen Reize beim Schreiben: Mit jedem Buch lerne ich eine völlig neue Welt kennen. Manchmal kann das eine echte Herausforderung sein, vor allem, wenn ich mich mit wissenschaftlichen Themen auseinandersetze wie bei Black Memory. Was der Leser dabei nicht weiß: um in einem Buch ein relativ unbekanntes Thema so darzustellen, dass der Leser es auf Anhieb versteht und es weder Lesefluss noch Spannung tötet, muss man tief in der Materie stecken und sehr viel mehr wissen, als letztlich im Manuskript landet.

Wo schreibst du am liebsten?

Da, wo ich Ruhe habe und wo ich mich gerade wohl fühle. Ich habe Küchenschreibtage und Schreibtischschreibtage und Gartenschreibtage. Im Alltag arbeite ich solange meine Tochter in der Schule ist meist in meinem Arbeitszimmer, wenn sie zu Hause ist und mit den Nachbarskindern spielt, meist in der Küche oder im Garten, um näher am „Geschehen“ zu sein.

Hast Du ein festes Schreibritual?

Vor jeder neuen Szene schreibe ich zu der Szene drei DinA 4 Seiten in ein Romantagebuch. Ansonsten richte ich meine Schreibzeit nach meinen Verpflichtungen und wenn ein Abgabetermin brennt, fahre ich in „Klausur“, einem Ort an dem ich völlig abgeschottet bin – auch kein Handy oder Internet.

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst?

Gerade schreibe ich an Band 2 des im März erscheinenden Jugendbuchs Ewig Dein – Deathline. Eine Mischung aus Liebesroman, Fantasy und Thrill mit einer extrem sympathischen Heldin Namens Josie.

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat?

Die Autorin Lisa-Marie Dickreiter, von der ich das Handwerk gelernt habe.

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren?

Das ändert sich immer wieder, da ich auch immer wieder neue AutorInnen entdecke: im Jugendbuch gehören Ursula Poznanski und Maggie Stiefvater zu meinen Lieblingsautorinnen.

Im Erwachsenenbuch: Yrsa Sigurdadöttir, Minette Walters, Tess Gerritsen, Kveta Legatova, Nina George, Astrid Rosenfeld

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Freizeit? :) Ich habe eine Familie, Haus, Garten und lebe vom Schreiben, sprich, ich schreibe Vollzeit und engagiere mich ehrenamtlich für die Mörderischen Schwestern und das Netzwerk Autorenrechte. Lesen rechne ich inzwischen der Arbeitszeit zu.

Wenn ich mir Zeit freischaufle, dann meist, um Dinge zu tun, die meiner Tochter Spaß machen, Sport zu treiben, oder mal ins Konzert oder Theater zu gehen.

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest?

Ich wünsche mir, dass meine Familie gesund bleibt. Und ich wünsche mir, dass Frauen viel präsenter in Politik und Wirtschaft und Literatur und den Medien sind – als starke, wichtige, ernstzunehmende und einflussreiche Persönlichkeiten.

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern?

Sehr wichtig, denn ich nehme es sehr ernst und lerne daraus für meine nächsten Bücher.

Liebe Janet, danke, dass du meine Fragen beantwortet hast.


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