Interview mit Kerstin Bätz

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :)

Hallo Bianca. Das mache ich natürlich sehr gerne :)

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Mein Name ist Kerstin Bätz, ich wohne mit meinen drei Töchtern und meinem Mann in einer zumindest auf den ersten Blick idyllischen ländlichen Gegend. Warum nur auf den ersten Blick? Es gibt in unserer Gegend jede Menge düsterer Geschichten und Legenden und die können reichlich inspirieren. Ich engagiere mich ehrenamtlich in der örtlichen Grundschule, arbeite gerne in unserem großen Garten und schreibe eben auch Kurzgeschichten und Romane.

Seit wann schreibst du?

Geschichten in jeder Form haben mich schon immer fasziniert. Diese Neigung habe ich wohl von meinem Großvater geerbt. Professionell schreibe ich seit einigen Jahren. Den genauen Zeitpunkt habe ich mir nicht gemerkt, aber es wird wohl so zwischen 2009 und 2010 gewesen sein.

Wie bist du zum Bücherschreiben gekommen?

Bücher, vor allem spannende Romane, habe ich schon immer verschlungen. Ich empfinde eine große Faszination dabei, sich vollkommen in die Protagonisten einzufühlen und ihre Geschichte mitzuerleben. So als würde man in ihre Haut schlüpfen. Selbst zu schreiben ergab sich im Laufe der Zeit. Richtig gezündet hat es dann in Verbindung mit meinem Mann. Seitdem arbeiten wir beide an den verschiedensten Projekten und das im Prinzip immer gemeinsam. Nur mit verteilten Rollen.

Ab wann wusstest du, dass du Autorin werden willst? 

Dass dies mein Beruf werden sollte wurde mir eigentlich mit der ersten Veröffentlichung einer meiner Kurzgeschichten klar.

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Ich habe eine ganze Reihe an humoristischen Kurzgeschichten für eine Reihe von Anthologien für den Eden Books Verlag geschrieben und bin daher in mittlerweile acht Büchern vertreten. Dabei dreht es sich im Grunde um alltägliche Erlebnisse und Situationen – vom Elternabend bis hin zu Tierarzt und Urlaub – aber eben aus einem humoristischen Blickwinkel. Zwei der Bände haben es dann auch auf die Spiegel Bestsellerliste geschafft.

Darüber hinaus arbeiten mein Mann und ich eigentlich schon immer an den verschiedensten Projekten, hauptsächlich aber auch an Romanen aus dem Spannungsbereich bei denen Emotionen auch nicht zu kurz kommen. Die Veröffentlichung meines Psycho-Thrillers „Wo du auch bist“ war dann auch etwas Besonderes für mich. In »Wo du auch bist« erzähle ich die Geschichte der Archivarin Sonja, die in den Beelitz-Heilstätten einen Neuanfang sucht, weit weg von ihrem gewalttätigen Mann und ihrer Vergangenheit. Doch hier sind viele Dinge nicht so, wie sie aussehen mögen. Und bald fühlt sie sich verfolgt. Von den Geistern der Heilstätten und ihren eigenen...

Hast du für deine Bücher recherchiert?

Ich meine, dass nur wenige Geschichten wirklich ohne Recherche auskommen. Deshalb ist ein guter Teil der Arbeit auch immer Recherche. Ob es sich dabei um Kurzgeschichten handelt oder um einen Roman von mehreren hundert Seiten ändert daran grundsätzlich wenig. Abgesehen besitzt eine gute Recherche auch ein großes Spannungspotenzial, weil man sehr oft keine Ahnung hat, was man letzten Endes an Ergebnissen finden wird und wie es sich dann auf ein bestehendes Konzept auswirken wird.

Wo schreibst du am liebsten?

Zuhause am Schreibtisch. Allerdings sollte dann Ruhe herrschen.

Hast Du ein festes Schreibritual?

Nicht wirklich. Bis auf die Tasse Kaffee, die neben meinem Laptop steht, und im Laufe der Stunden meistens kalt wird.

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst?

Natürlich sind etliche Romanprojekte in Arbeit, selbstverständlich mit vielen Emotionen und starken Charakteren. Doch besonders spannend finde ich derzeit die Arbeit an einem weiteren Gemeinschaftsprojekt mit meinem Mann, wo wir bewusst unsere unterschiedlichen Perspektiven nutzen um eine besondere erzählerische Dynamik zu erzeugen. Dabei geht es im Wesentlichen – um uns selbst :)

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat?

Keinen, der mir bewusst wäre.

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren?

Dazu zähle ich unter anderem die Bücher von Charlotte Link, Gillian Flynn und Minette Walters.

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Freizeit ist eigentlich immer Ansichtssache. Neben meinem Tageschaos als Familienmanagerin und Schriftstellerin arbeite ich leidenschaftlich gerne in unserem Garten und liebe lange Spaziergänge.

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest?

Natürlich wünsche ich mir viele gute Geschichten erzählen zu dürfen. :)

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern?

Extrem wichtig. Denn im Austausch mit den Lesern entstehen immer auch neue Impulse. Leider ist der Buchmarkt von heute gezeichnet vom harten Wettbewerb und langen Wartezeiten. Da tut es wirklich gut von Menschen zu hören, die sich aktiv mit dem beschäftigt haben, was man selbst von sich gibt. Diese Reflektion ist gerade für Autorinnen mit eher geringem Bekanntheitsgrad unschätzbar wertvoll.

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen?

Vielen Dank, liebe Bianca, für dieses Interview.

 Ein ganz besonderes Dankeschön auch an die Leser, vor allem denjenigen, die meine Bücher und Geschichten gelesen haben. Im Namen aller Autorinnen und Autoren würde ich mir wünschen, dass Ihr fleißig Feedback gebt. Für uns Schreiberlinge ist dies genauso wichtig wie der Applaus für einen Schauspieler.


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