Interview mit Dirk Trost

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :) 

Ich habe zu danken liebe Bianca, dass Du mir die Gelegenheit gibst, meine Arbeit und mich Deinen Lesern und Followern vorzustellen.

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Aber gerne: im Moment ist alles so perfekt, so kann es bleiben!

Vom Niederrhein stammend habe ich meine Ferien als Kind an der Nordsee verbracht, so dass Ostfrieslands Küste meine zweite Heimat wurde. Als in mir der Wunsch entstand, einen Krimi zu schreiben stand für mich von vorneherein fest, dass es Ostfriesland sein muss. Als ich mit meinem ersten Buch anfing, gab es das Genre noch gar nicht.

Mir ging es wie vielen anderen Autoren: nach den ersten einhundert Seiten blieb das Manuskript in der Schublade liegen – fast zehn Jahre lang. Die Gründe waren die üblichen: Beruf, Umzug, Alltag...

 Dann aber erwachte der Wunsch das Buch fertig zu schreiben zu neuem Leben und ich habe mit die Zeit nach meiner Arbeit als Leiter einer Senioren - Residenz genommen: abends, an den Wochenenden und im Urlaub.

Nachdem das erste Buch „Granat für Greetsiel“ erschienen war, platzte der Knoten und die Folgebücher schrieben sich von selber. 

Mittlerweile habe ich eine neue Lebensentscheidung getroffen und meine Stelle auf eine Teilzeitstelle reduzieren können. Für diese Möglichkeit bin ich meinem Arbeitgeber sehr dankbar. Als Coach und Berater gebe ich meine Berufserfahrung ans Management und Kollegen weiter und bin dabei bundesweit tätig.

Seit wann schreibst du?

Meine erste Geschichte habe ich mit zehn Jahren geschrieben. Es ging um rote Riesenameisen, die meinen Bruder  und mich durch die afrikanische Steppe verfolgten. Die Geschichte war richtig gruselig und meine Mutter musste zur Schule kommen, weil meine Lehrerin wissen wollte, ob mit dem Jungen alles in Ordnung sei.

Vor zwanzig Jahren habe ich mich an meinen ersten Computer gesetzt und drei Artikel zu regionalen Themen für Zeitungen geschrieben. Natürlich habe ich mir eine Absage nach der anderen einkassiert, bis eines Tages der Anruf eines Chefredakteurs kam, der mich in seine Redaktion einlud. Er war der Meinung, dass ich eine „Schreibe“ habe und fortan habe ich als Freelancer für eine Wochenzeitung schreiben dürfen: Schülerprojekte, Jazz – Konzerte, soziale Themen und Interviews – komplettes Programm regionaler Wochenzeitungen.

Allerdings bekam ich meist die Themen, auf die Festangestellte keinen Bock hatten. Was mir aber egal war. Hauptsache ich konnte schreiben, meinetwegen auch über Pilzucht in der 10.Klasse  oder den Musikantenstadl.

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen?

Durch meine Ausbildung im Pflegemanagement. Wir mussten während der Ausbildung mehrere Facharbeiten abliefern, was mir wahnsinnig viel Spaß gemacht hat. Kurz nach der Ausbildung hatte ich Lust mich mit dem Thema „Qualitätsmanagement“ zu beschäftigen und habe ein Fachbuch geschrieben: aus der Praxis für die Praxis.

Die Arbeit am Fachbuch war auch eine der Gründe, weshalb meine ersten hundert Krimiseiten jahrelang in der Schublade ein Schattendasein führten.

Ab wann wusstest du, dass du Autor werden willst?

Als ich das erste Buch fertig hatte.

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Mein erstes Fachbuch im Jahre 2004, dann ging es für mich erst mit dem ersten Ja de Fries Krimi vor zweieinhalb Jahren los.

In der Jan de Fries sind aktuell drei Bände auf dem Markt:

Granat für Greetsiel            (Bd.1)

24/7 für Pilsum                  (Bd.2)

Hundstage für Greetsiel      (Bd.3)

Band 4                              (06/2017)

Band 5                              (03/2018)

Hast du für deine Bücher recherchiert?

Jahrelang - Nächtelang!

Im Ernst: ich habe viele spannende Dinge gesehen und erlebt, interessante Menschen und Ort kennengelernt. Viele dieser selbsterlebten Dinge und Erfahrungen lasse ich in meine Bücher einfließen.

Beispielsweise habe ich an Obduktionen teilgenommen und Röntgenbilder einer Frau gesehen, die Rasierklingen geschluckt hat: diese Erfahrungen habe ich in zwei Krimis eingebaut. 

Andere Dinge habe ich ausgiebig recherchiert: wie sich die „Schwarze Witwe“ verhält, wann sich die Haut bei einer Wasserleiche ablöst oder wie es in einem SM – Club zugehen könnte.

Wo schreibst du am liebsten?

Zuhause in einem 2 x 4 Meter großen Wintergarten mit Blick in den wilden Garten. Aber auch im Urlaub.

Oft schreibe ich auch abends im Hotel, wenn ich auf Dienstreise bin oder auch im Flugzeug. Ein Buch hat folgende Geburtsstätten: Berlin – Flugzeug – Irland – Mallorca – Düsseldorf – Obersdorf - Lissabon

Hast Du ein festes Schreibritual?

Muss ich kurz überlegen...nein.

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst?

Derzeit befindet sich ein Buch im Lektorat welches die vielen oben beschriebenen Geburtsstätten hat. Ich möchte noch nichts verraten, auch wenn das Cover einfach unglaublich leidenschaftlich ist. Nur soviel: es ist keine Krimi!

Moment befinde ich mich in den letzten Kapiteln  des vierten Jan de Fries, der voraussichtlich im Juni erscheinen wird. Da der Vertrag für Band fünf bereits unterschrieben ist, starte ich mit dem nächsten Ostfriesenkrimi schon im April.

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat?

Ich habe so viele Bücher im Regal, dass ich sie nicht zähle, sondern in Metern abmesse. Beeinflusst möchte ich nicht sagen, eher staunen und begeistern lassen. Es gibt aber keinen bestimmten.

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren?

Ganz vorne an steht Stephen King mit all seinen Büchern, wobei ich ES ganz besonders beeindruckend fand. Dann natürlich John le Carre, John Grisham, Joseph Wambaugh, John Irving.

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

 Nach Buenos Aires ist Berlin die größte Tangometropole der Welt.

In Berlin findet jeden Abend irgendwo eine Milonga, ein Tango – Cafe, ein Ball, ein Special, ein Event statt.

Ich gehe seit vielen Jahren mehrfach in der Woche zum Tango Argentino: Kurse, Works Shops und natürlich zu Milongas oder Specials. Am liebsten am Sonntagnachmittag zur Open Air Milonga in den Mon Bijou Park an der Spree oder ins Be Bop, oder ins Tango Loft in den Wedding, oder oder oder...

Verrätst du einen deiner Wunsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest?

Gern. Ich träume davon – den Schnee zu hören, die Stille zu riechen und endlose Weite zu schmecken. 

Mit anderen Worten: ich würde gerne mit einem russischen Atom Eisbrecher zum Nordpol fahren und ein Buch darüber schreiben.

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern?

Wichtiger als Verkaufszahlen!

Wenn ich nachts alleine am Schreibtisch sitze und Sätze zusammen häkele, sind Mails von Lesern reine Energie die mich beflügeln und motivieren!

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen?

DANKE!

Ich danke Euch allen dafür, dass Ihr Euch auf meine Geschichten einlässt und ich Bilder in Euren Köpfen zaubern darf. Danke, dass ich mit meinen Geschichten bei Euch sein darf: im Strandkorb, abends im Bett, in der Badewanne, während der Nachtschicht, in der U-Bahn, auf dem Sofa oder wo auch immer...


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