Interview mit Hannah O`Brien (Hannelore Hippe)

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :)

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Ich bin gerade aus Irland zurück, wo ich unter anderem für das neue Buch in Belfast und natürlich in Connemara recherchiert habe. Meine Terrierdame Lucy hat sich immens gefreut, mich zu sehen. Nach drei Stunden war ich jedoch wieder für sie Teil des Mobiliars. Nun sitze ich an Band vier der irischen Serie und komme gut voran. Ach ja, nicht nur Lucy hat mich erwartet: Die „Irische Nacht“, Band drei, ist mir ins Haus geflattert. Für alle LeserInnen: ab dem 10. März kann man es kaufen.

Seit wann schreibst du?

Ich lebe vom Schreiben seit 1986. Das bedeutet, über 30 Jahre freier Journalismus. Seit 1994 aber auch Romane, Hörspiele, Drehbücher. Ich habe (mit der irischen Serie) bisher sechs Romane und ein Sachbuch (über Irland) veröffentlicht.

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen?

Als Krimifreundin nahm ich mir 1992 einen ganzen Schwung mit in den Urlaub, aber die meisten fand ich enttäuschend. Da lachte mein Mann und sagte: „Dann schreib dir doch selbst einen!“ Tat ich auch und fand 1993 schnell einen Verlag.

„Niedere Frequenzen“ erschien in Wien im Milena Verlag.

Ab wann wusstest du, dass du Autorin werden willst?

Seit 1986, als ich aus Irland und England zurückkehrte, wo ich über zehn Jahre gelebt hatte.

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Hannelore Hippe

Niedere Frequenzen, Milena Verlag (damals Wiener Frauenverlag)1994

Der Friedhofsgärtner, Milena Verlag 1997

Irische Gespräche, Häusser Verlag 1998 Darmstadt

Die Hexe an der Wand, Verlag Kiepenheuer & Witsch 1999

„Eiszeiten“ wird erst 2018 veröffentlicht. War aber die Grundlage des Kinofilms „Zwei Leben“ der 2013 die deutsche Oscarnominierung gewann und 2014 den deutschen Filmpreis Lola.

Hannah O´Brien

Irisches Verhängnis, 2015 dtv

Irisches Roulette, 2016 dtv

Irische Nacht 2017 dtv

Hast du für deine Bücher recherchiert?

Sehr genau. Dafür bin ich zu sehr Journalistin. Ich recherchiere intensiv das Umfeld, das ich für den Plot wähle. So habe ich mich für `Irisches Verhängnis´ mit Wissenschaftskriminalität beschäftigt. Für das `Roulette´ war ich zu Gast bei der irischen Rennpferdezucht, denn ich will den Lesern ja nichts vom Pferd erzählen. „Irische Nacht“ spielt unter anderem in der Community der irischen Traveller. Bei ihnen durfte ich länger zu Gast sein und ihre Rituale und Gewohnheiten kennenlernen. Ich habe gelernt, Torf zu stechen und mit dem Green Man auf den Aran Inseln habe ich Samhain (31.10) gefeiert.

Alle Locations und Distanzen überprüfe ich immer wieder vor Ort und, da jedes Buch in einer anderen Jahreszeit spielt, schaue ich an Ort und Stelle in Connemara nach, welche Farben wann die Landschaft dominieren.

Jeder Band – in sich abgeschlossen – hat ein sogenanntes Leitmotiv. In bd 1 war es die Familie, in bd 2 Spiel. In bd 3 Heimat, Identität. In bd 4 ist es Glaube.

Wo schreibst du am liebsten?

Mit Blick in die Natur. Das ist heute meist in meinem Haus an der Mosel. Ich habe aber schon in Irland, in Norwegen und in Wales geschrieben. Immer mit der Natur vor Augen. Das inspiriert und macht die Gedanken frei.

Hast Du ein festes Schreibritual?

Ja, ca drei Stunden morgens, dann zwei Stunden Pause (mit Hund raus) dann nochmal ca drei Stunden. Kreativität kennt keine Stechuhr, dass sind nur ungefähre Angaben. Kommt aber in etwa hin. Mehr ist nicht drin. Ich schaffe dann zwischen zwei und sechs Seiten. Ein Roman braucht ungefähr neun Monate.

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst?

Ja, ich sitze am vierten Band der Irischen Serie. Der Arbeitstitel lautet „Irisches Vermächtnis“ und es geht um Glaube und Irlands Geschichte. Und um einen Serienmörder....

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat?

Die britische Kriminalautorin P. D. James, die ich sehr verehre und die leider vor nicht allzu langer Zeit verstorben ist. Sie legte großen Wert auf das jeweilige Ambiente in dem sie ihre Plots ansiedelte und auf die psychologische Komponente, die im Krimi stimmen muss.

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren?

Da gibt es so viele. Hier ein paar zur Auswahl:

Hakan Nesser, Charles de Costa und sein Uylenspiegel, Samuel Pepys und seine Tagebücher, Franz Kafka, Anne Enright, Kjell Westö, John Banville, Julian Barnes, Ruth Rendell und obengenannte P. D. James, Elizabeth George, natürlich Flann O´Brien mit dem ich nicht nur den Namen sondern auch das Geburtsdatum teile u.v.m.

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Wandern, reisen, kochen und Zeit mit guten Freunden genießen.

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest?

Die Antarktis zu sehen. Kommende Woche fliege ich in die Arktis, in die Nähe des Nordpols, wo ich schon mehrmals war. Ich kann es gar nicht erwarten, wieder nach Spitzbergen zu kommen.

Mein Wunsch ist es, gesund zu bleiben und noch viele Ideen für Bücher zu haben, die Menschen gerne lesen.

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern?

Wie jeder Autor, möchte ich, dass meine Leser in meine Geschichten hineingezogen werden und sich fesseln lassen. Wenn sie mir das dann mitteilen könnten, ob das gelungen ist, wäre das toll.

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen?

Wer noch mehr über Hannah erfahren möchte, kann auf www.hannah-o-brien.de nachschauen. Und viel Vergnügen bei der „Irischen Nacht“!


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