Interview mit Anita Jurow-Janßen

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :) 

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Mein Leben ist ja schon recht lang, und es gäbe viel über mich zu erzählen. Leider war mir das Glück nicht immer hold, so dass ich einige sehr negative Ereignisse in meinem Leben verarbeiten musste. Erst nach der Trennung von meinem Ehemann bin ich auf die Idee gekommen, meine Erlebnisse aufzuschreiben. Nachdem ich die Trennungskrise überstanden hatte, fing ich damit an, und es hat mir eine große Erleichterung gebracht. Die Bücher "Johanna und David, eine bittere Liebe" und "Geliebter Schläger" sind Ergebnisse daraus.  

Zu meiner beruflichen Karriere gibt es nicht viel zu berichten, allerdings über die Dinge, die während meiner Arbeitszeit passiert sind. Darüber werde ich vielleicht auch noch einmal etwas zu Papier bringen. Meine Ausbildung bei einem Rechtsanwalt war sehr schön. Ich habe nur gute Erinnerungen daran, obwohl ich während der Lehre schwanger wurde. Die Probleme, die die Schwangerschaft mit sich brachten, habe ich  später in meinem Buch "Johanna und David, eine bittere Liebe" aufgearbeitet. Die Zeit nach der Ausbildung war hart. Ein Jahr in einer Maschinenfabrik als Stenotypistin mit einem Baby waren eine Herausforderung. Eine unglückliche Beziehung mit einem Schläger, mit dem ich ein paar Jahre später auf einem abgelegenen Bauernhof gelebt habe, hätten mich fast zerstört. Aber ich bin ein "Stehaufweibchen".

Der Wechsel von der Maschinenfabrik zum Amtsgericht hat mir gut getan. Die vielen Jahre, u.a. als Protokollführerin, haben mich mit vielen Dingen des Lebens konfrontiert, die mich zwar oft entsetzt, aber letztlich auch gestärkt haben. Leider wurde die Arbeit beim Gericht mit den Jahren immer zermürbender, weil Personalmangel, Kämpfe unter den Kollegen und nicht zuletzt Mobbing, das Arbeiten dort immer schwieriger gemacht haben. Als ich mit 63 Jahren gehen konnte, war ich nur noch erleichtert.

Seit wann schreibst du? 

Seit 2007.

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen? 

Durch persönliche Erlebnisse in meinem Leben.

Der kürzlich veröffentliche Psychothriller ist das erste Werk, das nichts mit mir als Person zu tun hat. Hier hat mich der Spaß am Schreiben geleitet. Natürlich kann man als Schreiberling auch sehr gut Menschen umbringen, die einem mal irgendwie negativ in die Quere gekommen sind. Das hat einen gewissen Reiz.

Ab wann wusstest du, dass du Autorin werden willst?  

Nachdem ich mein erstes Buch unter einem Pseudonym geschrieben habe, war mir klar, dass ich noch sehr viel lernen muss, um wirklich schreiben zu können.

Ich habe ein zweijähriges Fernstudium an der Hamburger Akademie gemacht. Danach hatte ich dann den Mut, einige Geschichten, die ich während des Studiums angefangen hatte, zu vervollständigen und zu veröffentlichen. Mein erstes Buch unter meinem richtigen Namen "Wie das Leben so spielt" war dann das Ergebnis aus der Zeit.

Es hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich nicht mehr aufhören wollte zu schreiben. Bis heute ist das so geblieben.

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Neben meinem ersten anonymen Buch habe ich viele Gedichte geschrieben, in denen sich meine kranke Seele widerspiegelt.

Ich habe meinen Freundinnen und meinem Lebensgefährten je ein Gedicht kreiert,

 - immer auf ihre Person bezogen - die ich in einem Büchlein zusammengefasst habe. 

Weitere Gedichte für liebe Menschen und Leser im allgemeinen sind hinzu gekommen.

Das Buch "Ich schenke Dir ein Gedicht" enthält neben den Gedichten auch ausschließlich von mir aufgenommene Fotos, die überwiegend in meinem damaligen Wohnort Dangst, aber auch im Urlaub, z.B. in Ägypten, entstanden sind.

Weitere Bücher sind die schon erwähnten

"Wie das Leben so spielt"

"Johanna und David, eine bittere Liebe"

"Geliebter Schläger"

und Toxicus, der Psychothriller.

Hast du für deine Bücher recherchiert? 

Für die  (zum Teil) autobiografischen Bücher war das kaum nötig.

Für Toxicus musste ich viel über Schlangen lernen, da ich bis zu dem Zeitpunkt nie ein besonderes Interesse für diese Exoten hatte. Recherchen waren also zwingend nötig, haben mir aber auch viel Spaß gemacht. Da ich erst seit Mitte 2015 in Oldenburg lebe, musste ich mich auch über bestimmte Lokale und Lokalitäten schlau machen.

Wo schreibst du am liebsten?

In meinem kleinen Arbeitszimmer vor dem Fenster. Dort steht mein Schreibtisch.

Hast Du ein festes Schreibritual?

Ich sitze überwiegend vormittags auf meinem Arbeitsplatz und versuche, etwas sinnvolles zu erarbeiten. Ein richtiges Schreibritual habe ich nicht. Um mich fit zu halten mache ich nach dem Aufstehen ein paar Qigong- und ein paar Yogaübungen. Ich bin bisher regelmäßig gejoggt, aber das fällt mir zunehmend schwerer. Beim Joggen hatte ich immer gute Einfälle. Wahrscheinlich fange ich im Frühjahr wieder verstärkt damit an. 

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst? 

Ich denke, ich werde meine Erlebnisse in der Berufswelt in einen Thriller oder Roman integrieren. 

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat? 

Charlotte Link war in letzter Zeit ein wichtiges Vorbild für mich. In den 80ern war Ken Follett mein Favorit. Heute lese ich aber gern Psychothriller von diversen unbekannten Schriftsteller/innen.  Bücher über Psychologie finde ich sehr spannend. Das Buch von Jan Becker "Du kannst schaffen, was du willst" ist großartig. Dort geht es um Selbsthypnose. Daran arbeite ich noch.

Klassiker, wie z.B. Bücher von Hermann Hesse, haben mich ebenfalls beeinflusst. Es kommt immer darauf an, womit ich mich gerade schreibtechnisch beschäftige. Danach suche ich mir auch die Autoren aus.

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren?

Es gibt so viele Bücher, die mir gefallen haben, dass ich mich nicht entscheiden kann, wer mein/e Lieblingsschriftsteller/in ist. Ich bin auch ganz offen für Neulinge.

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Lesen, Joggen, Spazierengehen, Fahrradfahren, Musik hören, Thriller im Fernsehen schauen, Verreisen, ins Meer schauen, im Meer schwimmen. Ich war 30 Jahre in einem Gospelchor, leider hat sich der im letzten Jahr aufgelöst. Ich singe sehr gern.

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest? 

Trotz vieler Aktivitäten möchte ich innerlich mehr zur Ruhe kommen.

Mein Wunsch ist es, gelassener zu werden.

Ein noch größerer Wunsch wäre der Weltfrieden.Aber das sieht wohl schlecht aus.

Weltliche persönliche Wünsche sind diverse Reiseziele, die ich mir noch erfüllen möchte.

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern? 

Sehr wichtig!

Liebe Anita, danke, dass du meine Fragen beantwortet hast.


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