Interview mit Jan Kilman

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :)

Gerne. Ich freue mich auf die Fragen.

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Ich bin in den Vierzigern, stehe also auf der Schwelle zur zweiten Hälfte meines Lebens. Ich lese leidenschaftlich gerne, kann damit Stunden verbringen, ohne dass mir das langweilig wird. Ich lebe mit meiner Familie auf dem Land. Mir ist es vergönnt, mein ehemaliges Hobby als Beruf auszuüben. So schreibe ich regelmäßig und viel, zahlreiche Romane und Kurzgeschichten sind dabei bereits entstanden.

Seit wann schreibst du?

Auch ich gehöre zu denen, die schreiben, seit sie schreiben können. Irgendwie ... oder irgendwas ... hat es mich schon alles kleines Kind dazu gedrängt, Geschichten zu erfinden und aufzuschreiben. Leider - und dem trauere ich nach - gibt es keine Aufzeichnungen von damals mehr. Alles ist den zahlreichen Umzügen zum Opfer gefallen. Schade, schade. Wie schön wäre es, heute noch in den alten Heften stöbern zu können.

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen?

Wie eben erwähnt, war das Schreiben schon immer Bestandteil meines Lebens. Aber Schreiben heißt ja nicht: Ich schreibe ein Buch. Ein Roman. Eine sehr sehr lange Geschichte. Über Monate hinweg. Davor hatte ich Respekt, war mir doch klar, wie viel Freizeit ich dafür opfern musste. Am Ende hat mein Sturkopf, gepaart mit meinem Ehrgeiz, die Oberhand gewonnen. Ich habe mich gezwungen, damit anzufangen und es bis zum Ende durchzuziehen. Und nachdem ich das erste Mal „Ende“ unter einen Roman geschrieben habe, hatte ich die Ehrfurcht vor einer langen Geschichte verloren. Seit dem läuft es wie geschmiert.

Ab wann wusstest du, dass du Autor werden willst? 

Ich denke, mit dem Wissen wurde ich geboren. Ich kann mich nicht daran erinnern, nie davon geträumt zu haben, Schriftsteller zu werden.

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Einige in kleinen, mittelgroßen und großen Verlagen unter verschiedenen Namen. Dabei konnte ich zahlreiche Erfahrungen sammeln, viele Menschen haben mich gefördert und unterstützt, denen ich dankbar dafür bin.

Hast du für deine Bücher recherchiert?

Die Recherche ist ein fester Bestandteil meiner Arbeit. Ohne geht es nicht bei den Themen, die ich aufgreife. Heldenflucht spielt zum Beispiel Ende 1918, in einer Zeit, die in allen Belangen so weit entfernt von der unserer ist, wie eine Kutsche von einem modernen Auto. Die Menschen früher lebten ein mühsames Leben, in das man sich zunächst einfinden muss, um es authentisch wiedergeben zu können. Das alles bedarf einen hohen Rechercheaufwand.

Wo schreibst du am liebsten?

An den Schauplätzen meiner Romane. Hier kann ich meine Geschichte am besten fühlen, erspüren, ergründen. Das regt meine Kreativität ungemein an.

Hast Du ein festes Schreibritual?

Nein. PC ankurbeln und los geht es. Rituale sind in meinen Augen eine Schreib-Vermeidungsstrategie, die je nach Ausprägung nur Schreibzeit klauen.

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst?

Bei mir gibt es immer neue Projekte. Je nach der Gewichtung, die ich ihnen gerade zubillige, fördere ich mal das eine, mal das andere. Natürlich hoffe ich, dass meine Hauptfigur in Heldenflucht, die Berichterstatterin und Photographin Agnes Papen, bei den Leserinnen und Lesern so gut ankommt, dass sie eine Fortsetzung wünschen.

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat?

In frühen Jahre durchaus. Stephen King möchte ich da als Beispiel nennen. Ich habe seine Bandwurmsätze kopiert und meine Testleser damit in Rage versetzt. Mittlerweile habe ich meinen eigenen Stil gefunden und schaue eigentlich nicht mehr nach links und rechts und lasse mich beeinflussen.

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren?

Auch hier gibt es ein Früher und ein Jetzt. Früher war Stephen King mein Lieblingsautor, ich habe alles von ihm verschlungen. Lieblingsbuch war Herr der Ringe.

Inzwischen habe ich kein Lieblingsautor bzw. Lieblingsbuch mehr. Ich habe in den vergangenen Jahrzehnten so viele erstklassige Romane von unterschiedlichen AutorInnen gelesen, die in meinen Augen alle auf höchster Ebene stehen. Ein „Liebling“ kristallisiert sich aus diesem Fundus einfach nicht mehr heraus. Aber persönliche Empfehlung hätte ich zu Hauf.

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Lesen und faulenzen. Ein wenig Sport darf auch hin und wieder sein. Und Musik höre ich auch gerne und überall.

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest?

Mein Traum ist es, vom Schreiben auch in Zukunft leben zu können. Es ist einfach „das Ding“, was ich machen möchte, bis ich das Zeitliche segne.

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern?

Ein konstruktives Feedback ist mir sehr wichtig und nehme ich gerne an, ob positiv oder negativ ist dabei gleichgültig. Wichtig ist, dass ich einen Erkenntnisgewinn daraus ziehen kann. Ich muss etwas „mitnehmen“ können, um es umsetzen zu können.

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen?

Solltet ihr weitere Fragen haben, dann schreibt mir. Ich werde mir die Zeit nehmen –auch beim schlimmsten Manuskriptabgabedruck - euch zu antworten. Versprochen!


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