Interview mit Alex Thomas

Hallo erst mal und vielen Dank, dass ihr euch die Zeit nehmt, um meine Fragen zu beantworten :) 

Thomas & Alex: Wir freuen uns sehr über dein Interesse :-) 

Wollt ihr den Lesern kurz etwas über euch erzählen?

Thomas: Gerne. 

Wir sind ein Ehepaar, das seine Thriller seit 2011 unter dem Autorennamen Alex Thomas veröffentlicht und kommen aus Südwest-Deutschland. Die letzten fünfeinhalb Jahre lebten wir in London, kürzlich zogen wir - auch aufgrund der politischen Entwicklung -  nach Deutschland zurück. Alex arbeitet schon seit vielen Jahren im Buch- und Medienbetrieb, u. a. als Lektorin und Übersetzerin. Ich war lange Zeit Wissenschaftler. Seit diesem Jahr arbeiten wir beide als Vollzeitautoren. Alles in allem eine spannende Entwicklung für uns.

Seit wann schreibt ihr und wie seit ihr zum Bücher schreiben gekommen?

Thomas: Wir können nicht behaupten, schon mit der Schreibpassion geboren worden zu sein, aber wir hatten schon immer unabhängig voneinander Geschichten im Kopf. Prägend waren für uns natürlich die spannenden TV-Serien unserer Kindheit. Allem voran Star Trek. Viele Jahre später sollten wir dann im Fandom, angeregt durch die Mitarbeit an diversen Fanzines, selbst unsere Begeisterung für das Geschichtenschreiben entdecken.

Alex: Damals verfassten wir Artikel zu unseren Lieblingsserien, lektorierten Stories für Fanzines und schrieben schließlich selbst Geschichten über unsere Serienhelden. Alles in allem eine sehr lehrreiche Zeit in puncto Schreibhandwerk und eine gute Ausgangsbasis für das Entwickeln unabhängiger, eigener Stories und Roman-Universen. Konkreter wurde das dann 2004/2005, als die Kernstory von Lux Domini entstand.

Ab wann wusstest ihr, dass ihr Autoren werden wollt?  

Thomas: Seit Mitte der Neunziger. Seit wir feststellten, dass wir zum einen gerne Geschichten entwickeln und zum anderen auch regelmäßig ein begeistertes Feedback für die Authentizität, auch das in character unsere Star-Trek-Storys bekamen.

Welche Bücher habt ihr bisher veröffentlicht?

Alex: Seit 2011 sind die ersten drei Thriller unserer Catherine-Bell-Reihe erschienen: Lux Domini, Engelspakt und Engelszorn. Catherine Bell ist eine moderne Ordensfrau aus Chicago, eine Rebellin, gewissermaßen eine Art weiblicher Pater Brown, jedoch mit der Gabe hinter die Fassade der Welt zu sehen. Als sie in Lux Domini nach Rom zitiert wird, um sich für ihre Kritik an der Kirche vor einem Tribunal zu verantworten, erfährt sie vom tödlichen Unfall ihres alten Mentors Pater Darius und erkennt, dass sehr viel mehr hinter Darius’ Tod steckt. Bei ihren Ermittlungen kommt ihr dann ihr Erzfeind in die Quere, der kühle, gebieterische Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal Ciban.

Thomas: In Engelspakt und Engelszorn wird Catherine mit weiteren mysteriösen Fällen innerhalb der Kirche und des Vatikans konfrontiert, ebenso mit dunklen Familiengeheimnissen, die sowohl sie selbst als auch Marc Ciban betreffen. Catherines viertes Abenteuer Blutpforte erscheint im März bei Blanvalet, zunächst als E-Book-Vierteiler, dann im April als Taschenbuch. Apropos, die Bücher müssen nicht unbedingt in dieser Reihenfolge gelesen werden. Man kann mit jedem der Romane einsteigen. Das Lesevergnügen erhöht sich jedoch, wenn man gemeinsam mit Catherine, Ciban & Co. in ihre Romanwelt hineinwächst.

Habt ihr für eure Bücher recherchiert? 

Alex: Wir sind leidenschaftliche Sachbuch- und Sachartikel-Leser. Dadurch bildet die Recherche automatisch das Rückgrat unserer Stories. In unserer Handbibliothek stehen Bücher aus allen möglichen Bereichen: Psychologie, Grenzwissenschaft, Wissenschaft, Mythologie, Philosophie, Naturwissenschaft, Reiseberichte, Geschichte, Politik, Kunst … alles, was sozusagen den eigenen Horizont erweitert und die Fantasie anregt.

Wo schreibt ihr am liebsten?

Thomas: Das hängt sehr davon ab, was ich schreiben will. Wenn es ums Ideen sammeln geht, bin ich gerne in lebhaften Umgebungen. Das können Cafés sein oder Lobbys von Hotels. Die Stadtbücherei. Bei schönem Wetter bin ich gerne draußen. Alle ernsthafte Arbeit geschieht aber am Schreibtisch im Büro zu Hause. Meinen Teil des Interviews diktiere ich gerade Siri am Wohnzimmerfenster mit Blick auf die Weser und vorbeifahrende Schiffe.

Alex: Beim direkten Arbeiten am Romantext, wenn es also um das “wie setze ich die Filmszene in meinem Kopf am besten in Worte um” geht, brauche ich Ruhe, Kaffee oder Tee - und eine flotte Tastatur.

Habt ihr ein festes Schreibritual?

Thomas: Nicht wirklich. Regelmäßig schreiben ist wichtig. Das bedeutet auch, am Wochenende ein wenig mit dem Material zu arbeiten.

Habt ihr eine neues Projekt, das ihr uns schon verraten könnt? 

Alex: So richtig dürfen wir noch nichts preisgeben, so viel sei jedoch gesagt: Wir arbeiten an zwei neuen Projekten, und beide werden unser Ankh-Universum erweitern (wie bei Stephen King birgt unser Roman-Universum viele Zimmer, viele Bewohner und demzufolge viele Schicksale). Außerdem ist ein weiterer Catherine-Bell-Thriller geplant.

Gibt es einen Autor, der euer Schreiben beeinflusst hat? 

Thomas: Da gibt es einige Autorinnen und Autoren, deren Bücher wir lieben und deren Erzählweisen uns Vorbild sind, und sie kommen aus fast allen Genren. Ebenso gibt uns auch die Arbeit von Filmschaffenden sehr viel, z. B. von Drehbuchautorinnen, von Regisseuren, von Cuttern, Schauspielerinnen und Schauspielern. Wir denken und schreiben, wie gesagt, sehr filmisch.

Was sind eure Lieblingsbücher und Lieblingsautoren? 

Thomas: Es sind unterschiedliche Aspekte, die mich an dem einen oder anderen Roman faszinieren. Alan Dean Foster gehört mit seiner lebendigen Sprache zu meinen Lieblingsautoren. Ich kann mich gut mit seinen Romanfiguren identifizieren. Dann wäre da noch die SF-Autorin Diane Duane zu nennen, und der Thriller-Autor Dean Koontz. Bei den Liebesromanen beispielsweise Nicholas Sparks.

Alex: Oh je, da gibt es einige, und die Gründe dafür sind oft völlig unterschiedlich. Ich liebe zum Beispiel die Sprache und die Gedankenwelten von Umberto Eco, Harper Lee, Norman Mailer oder John Steinbeck. Ebenso gibt es in der SF und Fantasy etliche beeindruckende Autorinnen und Autoren, auch Klassiker wie Frank Herbert (“Dune”), oder Nancy Kress (“Schädelrose”, “Bettler in Spanien”). Im Krimi-/Thriller-Bereich entdeckte ich vor einer Weile den finnischen Autor Ilkka Remes mit seinen ausgezeichnet recherchierten Stories. Remes’ “Das Erbe des Bösen” kann ich nur wärmstens empfehlen. Mit den wissenschaftlichen Eugenik-Experimenten des Nationalsozialismus konfrontiert zu werden, ist allerdings keine leichte Kost. Remes gewährt uns Lesern mit seinen Geschichten außerdem noch sehr interessante Einblicke in die finnische Gesellschaft und Politik. Dann wäre da noch die Thrillerautorin Gayle Lynds. Einer ihrer Thriller wurde von einer großen US-Zeitung unter die besten Spionagethriller aller Zeiten gewählt.

Was macht ihr gerne in eurer Freizeit?

Thomas: Wir fotografieren sehr gerne und haben unsere Zeit in London gut genutzt. Tausende von Fotos kamen dabei zusammen. Etliche davon sind auf Facebook gepostet (https://www.facebook.com/alexthomasauthor). Jetzt nehmen wir unser neues Zuhause aufs Korn, Bremen. Neben unseren gemeinsamen Fotos auf Facebook veröffentliche ich auch Bilder auf einem Tumblr-Blog (https://thomasrothberghofer.tumblr.com).

Verratet ihr uns noch einen eurer Wünsche für die Zukunft oder einen Traum, den ihr euch gerne noch erfüllen möchtet? 

Thomas & Alex: Gemeinsam alt werden, dabei fit, gesund und geistig jung bleiben, um noch viele Romane zu schreiben, die unsere Leserinnen und Leser begeistern.

Wie wichtig ist euch das Feedback von euren Lesern? 

Alex: Sehr wichtig. Es geht nichts über ein fundiertes, konstruktives Feedback. Aber wir freuen uns natürlich auch über eine Mail, in der man uns einfach nur mitteilt, wie sehr man unsere Romanfiguren und deren kämpfen, lieben und leiden liebt. ;-)

Danke, dass ihr meine Fragen beantwortet habt, wollt ihr den Lesern noch etwas sagen? 

Lest gute Bücher - und “redet“ darüber! 


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