Interview mit Jo Berger

.Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :) 

Sehr gerne, liebe Bianca.

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Ich bin hauptberufliche Schriftstellerin und komme aus Weinheim. Hinter dem Pseudonym Jo Berger steckt auch noch die Mutter einer fast 17 jährigen Tochter, die Ehefrau eines tollen Mannes, und die Hundebesitzerin mit Vorliebe für Baumärkte und Nutella. 

Seit wann schreibst du? 

Klingt blöd, aber seit meiner Kindheit, ungefähr mit acht Jahren. Es begann mit Tagebücher (ich habe genau 28 Tagebücher), dem folgten kleine Geschichten, die ich mir ausgedacht hatte, zwischendurch ein paar Gedichte, danach Kolumnen, und jetzt Romane. Wobei ich zwischendurch immer mal wieder eine kleine Kurzgeschichte, oder auch Kolumne, schreibe, einfach, weil es Spaß macht. 

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen? 

Durch meine vorherige Kolumnenschreiberei. Ich hatte nach mehr als siebzig kurzen Texten einfach Lust auf die Geschichte, die mir im Kopf herumspukte, und die mehr Seiten brauchte als ein Kolumnentext.

Ab wann wusstest du, dass du Autorin werden willst?  

Mit fünfzehn Jahren bereits. Damals sagte meine Lehrerin zu mir: „Kind, egal was du später mal machst, mach was mit Schreiben.“ Tja, dann kam das Leben dazwischen und erst im Jahr 2012 habe ich damit angefangen.

Hast du für deine Bücher recherchiert? 

Stets gerne und mit wachsender Begeisterung. Für „Kick Off – Fünf Ladies auf Abwegen“ habe ich endlose Gespräche mit Bankern, IT-Spezialisten und einer obdachlosen Frau geführt. Auch reise ich gerne an die Orte, die in meinen Romanen spielen oder bin bereits dorthin gereist. Vor ein paar Jahren führte es mich tatsächlich in den malayischen Dschungel und dort ins „Taman Negara“, welches im Roman ja auch eine Rolle spielt. Sieben Tage bin ich mit meinem Mann durch den Dschungel gewandert (ohne Führer – wie wahnsinnig muss man sein …) und haben den Gunung Tahan bestiegen. Die Stelle mit den tausenden an Schmetterlingen, die sich auf die Haut setzen und das Salz filtrieren habe ich selbst erlebt. Einfach nur fantastisch. 

Wo schreibst du am liebsten?

Im Winter in meinem Büro und im Sommer im Freien, auf der Terrasse oder in einem Café. 

Hast Du ein festes Schreibritual?

Früh morgens vor allen anderen aufstehen, Kaffee holen und PC anschalten. Dann wird 2-3 Stunden geschrieben. Oft muss ich mich zwingen, damit aufzuhören, weil so ein Tag viele Aufgaben außerhalb des Schreibens für mich bereithält, meist auch unvorhergesehene. Kann ich jedoch morgens bereits Schreiben und weitgehend meinen Tagesplan erfüllen, bin ich zufrieden.

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst? 

Sehr gerne verrate ich das. Wenn alles nach Plan läuft, wird im Juli der zweite Band der „Elisa-Reihe“ erscheinen. Band 1 trägt den Titel „Ein Engel für Jule“. In dieser Reihe geht um Elisa, ein weiblicher und recht tollpatschiger Engel, die auf die Erde geschickt wird, um Liebespaare zueinander finden zu lassen. Ich liebe diese Elisa, ein Charakter, den zu schreiben richtig Spaß macht.

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat? 

Gute Frage … Da habe ich keine Ahnung. Ich lese viel und kann nicht sagen, ob mich der eine oder andere Autor beeinflusst hat. Ich glaube, ich habe meinen eigenen Stil gefunden und die Leser scheinen ihn zu lieben.

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren? 

Gemeine Frage. Es gibt so viele gute Autoren, die fantastische Bücher schreiben, da fällt die Wahl schwer. Außerdem würde die Liste lang. Ich nenne mal an erster Stelle Andreas Eschbach und sein Roman „Der Herr aller Dinge“. Vor Kurzem beendet habe ich die Aprikosenküsse meiner Kollegin Claudia Winter, ein wirklich schönes Buch. Ansonsten lese ich gerne Romane, in die abtauchen, seufzen und sehnen kann. Aber auch Thriller lese ich zwischendurch. Philip Vandenberg (Das 5. Evangelium) gehört aber ebenfalls zu meinen Lieblingsschriftstellern, wie Roald Dahl und seine „Küsschen, Küsschen“-Reihe.

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Ich bin unheimlich gerne im Garten, pflanze Blumen und dekoriere. Da kann ich total abschalten. 

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest? 

Mein größter Wunsch ist, gemeinsam mit meinem Mann gesund und glücklich alt zu werden. Wir sind 17 Jahre verheiratet und ich hoffe, wir haben noch viel Zeit miteinander. Mein Traum ist es, irgendwann der kalten Jahreszeit entfliehen zu können – von November bis April – und in einer kleinen Finca mit Blick aufs Meer in die Tasten zu hämmern. Und zwischendurch in den Pool zu springen. 

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern? 

Sehr wichtig! Das ehrliche Feedback der Leser gibt mir die Möglichkeit, an mir zu arbeiten – oder mich einfach nur zu freuen. Das ist der Applaus zum einen, aber auch die Motivation, weitere Romane zu schreiben und stetig den Schreibstil zu verbessern. 

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen? 

Sehr gerne möchte ich noch eines sagen: Die Leser zu begeistern. Immer wieder. Sie zu entführen in eine Welt, aus der sie sich nur schwer herausreißen können – das ist eines meiner Ziele. Ich hoffe sehr, dem Leser am Ende meiner Bücher ein gutes Gefühl mitzugeben. Er sollte das Buch zuschlagen (oder den E-Reader schließen) und sagen können: „Hach, schön war´s.“ Mehr möchte ich nicht, und doch ist es das größte Ziel, das ein Autor haben kann.  


Kommentar schreiben

Kommentare: 0