Interview mit Andreas Leffler

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :) 

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Mein Name ist Andreas Leffler, ich wohne zwischen München und Augsburg und bin Baujahr 1972. Meine Hobbys sind Kampfsport, Autos, lesen und reisen. Nach Lehre bzw.Fachabitur und während des Studiums bin ich „beim Schreiben“ hängen geblieben. 

Seit wann schreibst du? 

Ich habe so in der siebten, achten Klasse angefangen eine selbst zusammen kopierte Zeitung für Klassenkameraden heraus zu geben. Mit 23 oder 24 hatte ich einen Agenten in Hollywood für meine Drehbücher, allerdings ist das nie etwas geworden, bzw. irgendwann musste ich Geld verdienen und mich entscheiden zwischen unsicheren Hollywood-Luftschlössern und irgend etwas greifbarem. 

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen? 

1999 habe ich meinen eigenen kleinen Verlag gegründet mit meinem ersten Buch, um ein paar Mark zum Studium dazu zu verdienen. Meine Erstauflage von 250 Stück eines Kampfsportbuches habe ich verkauft, auch wenn es mehr als ein halbes Jahr gedauert hatte. Dann konnte ich nicht mehr aufhören.

Ab wann wusstest du, dass du Autor werden willst?

Als ich meinen ersten Drehbuchentwurf schrieb, das dürfte so Mitte der 90er gewesen sein, verbrachte ich die meiste Zeit neben dem Studium und dem Training vor meinem Computer und habe geschrieben. Das war keine Pflicht und keine Arbeit, es war etwas auf das ich mich den ganzen Tag gefreut habe - nächtelang bei Kerzenschein und leiser Musik in meinem Zimmer sitzen und Geschichten zusammen spinnen. Da wusste ich, dass ich das gerne machen würde. 

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Ein gutes Dutzend Kampfsportbücher, die ich jetzt mal nicht alle hier aufzähle, um den Leser nicht mit Eigenwerbung zu langweilen. Ich persönlich würde „Warrior Spirit - Kämpfe gewinnt man im Kopf“ heraus stellen, weil es mit vielen Mythen und grundlegenden Missverständnissen in der Kampfkunst aufräumt. Romane habe ich 3 geschrieben. Mein Erstlingswerk war ehrlich gesagt ziemlich schlecht, hatte eine üble Gestaltung, kein Lektorat und ich habe die halbe Auflage weg geworfen. Ein herber Dämpfer für jemanden der schon einige Jahre von „Büchern“ gelebt hatte. Ich lege lieber mal den Mantel des Schweigens darüber. Mein zweites Buch „Die Tempelherren“ war ein Historienroman, zu dem wir auch einen Film in Südfrankreich gedreht haben. Das Buch war ok, denke ich. Der Film war ein Amateurfilm, aber wir hatten eine echte Burg, Pferde, etwa 70 Leute und 2 Kinovorstellungen. Also, es war in jedem Fall eine der extremsten Erfahrungen in meinem Leben. Der neueste Roman ist der Krimi/Historienroman Schlachtentänzer, den ich dir ja gerade geschickt habe. Für mich persönlich noch ein wichtiges Werk, mein ganz neues Buch „6000 Meilen bis Vegas“. Letztes Jahr habe ich nach 11 Jahren ohne richtigen Urlaub eine Auszeit oder wie man neudeutsch sagt „ein Sabbatical“ gemacht und bin 2 Monate durch die USA gefahren vom Atlantis zum Pazifik, von Florida bis Montana. Ein wie ich finde, schönes Buch über das Leben. 

Hast du für deine Bücher recherchiert? 

Ich recherchiere immer, anders glaube ich würde es schwierig werden. Wenn es irgendwie geht, lasse ich außerdem persönliche Kenntnisse von Orten oder von der Kampfkunst einfließen. Vor Fehlern ist man trotzdem nie gefeit und irgendein Fehler, der einem Leser auffällt und einem selbst nicht schleicht sich immer ein. So habe ich z.B. gelernt was alles „wurmstichig“ sein kann.

Wo schreibst du am liebsten?

Ich schreibe eigentlich überall. Couch, Lieblingssessel, Bett, Schreibtisch, im Café oder in meiner kleinen Bibliothek.

Hast Du ein festes Schreibritual?

Nein, wenn der Kopf sagt „ich bin willig und weiß wies weiter geht“ dann schreibe ich. Ich kann aber sagen das ich tendenziell im Herbst, Winter und Frühling besser schreibe als im Sommer und generell am bestem bei dunklem, schlechtem Wetter schreiben und denken kann. Draussen im Garten bei Sonne geht z.B. gar nichts. 

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst? 

Wie gesagt, das Buch „6000 Meilen bis Vegas“ ist gerade erschienen und mir selbst sehr wichtig, weil mein Leben in den letzten Jahren doch von einigen Krisen heimgesucht worden ist, die zu der Reise geführt haben. 

Dann habe ich noch ein ziemlich fertiges Jugend-/Fantasybuch auf dem Rechner, bei dem erstmals in meinem Büchern eine weibliche Hauptperson die Geschichte trägt. Ich bin mir aber nicht sicher bzgl. der Vermarktung, weil das so gar kein Genre ist, mit dem ich mich bis dato befasst habe. 

Außerdem sitze ich, völlig untypisch für mich, seit 2 Jahren an einem Buch über die Politik in unserem Land und über unser Land im allgemeinen. Ich habe irgendwie das Gefühl, dass wir uns alle auf dieser Welt in eine sehr gefährliche Richtung bewegen und denke immer - man müsste was tun. Aber jetzt habe ich es schon 100x umgeschrieben und wahrscheinlich landet es am Ende im Müll. Nennen wir es einfach ein Hobby und eine Verarbeitung meines persönlichen Frustes. 

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat? 

Aufgewachsen bin ich mit klassischen Detektivgeschichten von Agatha Christi und Sir Arthur Conan Doyle. Am meisten beeinflusst hat mich vermutlich Tolkien, da ich auch über 20 Jahre Fantasy Tabletop Rollenspiele gespielt habe und mir da 1000 und eine Geschichte ausdenken musste. 

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren? 

Für mich ist der beste aktuelle Autor Patrick Rothfuss. Seine Königsmörder Chronik ist derart gut geschrieben, dass mich jede Seite dazu animiert selbst weiter zu schreiben und besser zu werden. 

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Kampfsport trainieren, Autogeschichten schreiben und erleben, im Regen in einem Strandkorb sitzen, Joggen, Schokolade essen, Kaffee trinken, spazieren gehen, historische Städte anschauen, Actionfilme gucken. 

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest? 

Naja, vielleicht hast du es schon erraten: Nach meinen Drehbuchversuchen und meinem Templerfilm würde ich gerne ein Buch schreiben, dass tatsächlich von Profis verfilmt wird. Ich finde Film wahnsinnig spannend weil man da kreativ in alle Richtungen sein kann (Geschichte erzählen, schöne Bilder, Musik, Darstellung, Ausstattung, Action). Natürlich ein ziemlich hohes Ziel, aber man wird ja noch träumen dürfen. 

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern? 

Ich freue mich natürlich immer total wenn jemand meine Arbeit lobt. Gerade für „Schlachtentänzer“ und „6000 Meilen bis Vegas“ haben mir viele Leute viele gute Dinge geschrieben. Leider bin ich auch für schlechte Kritik empfänglich und das kann mir durchaus den Tag versauen, weil ich wirklich sehr lange und intensiv über die Kritik nachdenke (war sie sachlich, habe ich es wirklich verbockt, wieso denkt der so?) Um ehrlich zu sein google ich mich nie, weil ich es eigentlich lieber nicht sehen möchte. 

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen? 

Lebe deinen Traum!


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Kommentare: 1
  • #1

    claudia (Freitag, 24 März 2017 17:07)

    Hallo,ich bin ein heimlicher Fan von Andres, finde es ungeheuer spannend, wie er schreibt, mutig, wie ehrlich er ist und hoffe und wünsche Ihm, dass auch er seinen Traum lebt!!!