Interview mit Klara Holm

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :)

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Aber gern. Ich heiße Klara Holm (ist allerdings ein Pseudonym, mein echter Name ist Helga Glaesener). Ich stamme aus Oldenburg und habe nach dem Abi Mathematik studiert. Nach dem Vordiplom habe ich fünf Kinder großgezogen. Inzwischen sind sie aus dem Haus, und ich bin, nach einem Schwenker über Hannover und Ostfriesland, wieder in meine Geburtsstadt zurückgekehrt.

Seit wann schreibst du?

Seit 1990. Ganz genau kann ich es gar nicht sagen. Ich habe in einem Urlaub mit einem ersten Roman begonnen – Fantasy -, gemerkt, dass ich nicht schreiben kann, einen Fernlehrgang belegt, weitergeschrieben … und irgendwann war das erste Buch fertig. Und dann das zweite und das dritte. Das vierte hat schließlich einen Verlag gefunden. Und wurde ein Erfolg. Das war 1997. Seitdem ist das Schreiben mein Beruf.

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen?

Geschichten hatte ich schon immer im Kopf. Und als mein jüngstes Kind aus den Windeln war, hatte ich plötzlich das Gefühl, dass ich mich trauen sollte, sie zu Papier zu bringen. Das war wie ein Rausch.

Ab wann wusstest du, dass du Autorin werden willst? 

Mein erstes Buch habe ich mit etwa fünfzehn zu schreiben versucht. Auf einer Schreibmaschine. Das war so mühsam, wie man es sich vorstellt. :) Danach habe ich erst mal aufgegeben. Dann aber, siehe oben, mit etwa 35 Jahren noch einmal losgelegt. Und da hat´s geklappt.

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Die Liste ist lang. Ich habe gerade durchgezählt und bin selbst verblüfft: Das «Rabenaas» ist das 29. Buch. Das hau ich jetzt aber nicht alles in die Tasten. Von Klara Holm sind bisher «Möwenfraß» und «Krähennest» und als Letztes «Rabenaas» erschienen.

Hast du für deine Bücher recherchiert?

Ja, viel und gründlich. Bei historischen Romanen ist das Pflicht, man kann ja nicht in einem Milieu schreiben, das man nicht kennt und versteht. Aber auch Krimis und jedes andere Genre braucht Recherche. Wie genau heißt beispielsweise die Waffe, mit der ein Polizist in Mecklenburg-Vorpommern schießt? Feuert sie auch unter Wasser? Oder: Wie sieht der Alltag einer Psychologin aus? Wie versenkt man das Fundament einer Off-Shore-Windkraftanlage im Meer? Wenn die Autorin es nicht weiß, muss sie sich ins Allgemeine flüchten, und dann wird der Roman öde.

Wo schreibst du am liebsten?

Zu Hause. Da habe ich alle meine Bücher, Fotos, Stadtpläne etc., die ich beim Schreiben brauche. Wenn die Recherche speziell wird, reicht ja das Internet nicht aus, da braucht man Fachbücher. Ich habe aber auch schon in der Bahn oder im Café geschrieben, und als die Kinder noch klein waren, gelegentlich auf einem Parkplatz am Waldrand. Danke an ihren Vater, der sie gehütet hat.

Hast Du ein festes Schreibritual?

Hinsetzen und loslegen.

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst?

Meinen nächsten Roman will ich in den Zwanzigerjahren des letzten Jahrhunderts ansiedeln. Das war eine tolle Zeit. Gerade für Frauen. Die Gesellschaft wurde durchgeschüttelt. Man ging beispielsweise auf die Straße, um gleiches Gehalt für Männer und Frauen zu fordern. Damals schon.

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat?

Ich habe Dorothy Sayers gern gelesen, später Doris Lessing … als Kind Karl May … Ruth Rendell liegt gerade wieder auf meinem Nachttisch … O ja, und Diana Norman … alles sehr bunt, ich weiß.

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren?

Siehe oben: Es wechselt. Aber wenn man viel schreibt, muss es irgendwann ein Autor/in mit einem geschliffenen Schreibstil sein. Sonst lässt sich das Herz nicht mehr auf die Geschichte ein.

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Familie ist wichtig, wahrscheinlich am wichtigsten.

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest?

Ich lebe in der Gegenwart.

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern?

Ich mag´s, wenn sie mich loben. :)

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen?

Wir sehen, hören und fühlen unsere Umgebung. Aber die Interpretation, die Geschichte zu dem, was wir wahrnehmen, schreiben wir selbst. Wir sind die Autoren unseres eigenen Lebens. Das macht ein bisschen Angst, zeigt aber auch einen großartigen Weg auf.


Kommentar schreiben

Kommentare: 0