Interview mit Gudrun Lerchbaum

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :) 

Mach ich doch gern.

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Ich lebe in Wien, wo ich auch geboren wurde. Als Kind habe ich kurze Zeit in Paris und lange Zeit in der Gegend von Düsseldorf verbracht, wo ich auch mein Abitur gemacht habe. Auf dem Weg dorthin habe ich allerdings einige Schulen verschlissen ;-) 

Zum Studium hat es mich dann wieder nach Wien gezogen. Neben ein wenig Philosophie habe ich Architektur studiert und danach viele Jahre als Architektin gearbeitet. 

Seit wann schreibst du? 

Als Kind habe ich viele Geschichten geschrieben und noch mehr ausgedacht und meinen Freundinnen erzählt. Bis man mir mitteilte, das wären Lügen. Danach behielt ich meine Geschichten erstmal für mich. Erst 2006 habe ich aus einer Laune heraus meinen ersten literarischen Text verfasst.

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen? 

Ich habe ganz naiv einfach angefangen und losgeschrieben. Mein erster Roman wurde dann allerdings doch nicht publiziert, weil der Verlag, der ihn veröffentlichen wollte, während des Lektorats pleite ging. Zu dem Zeitpunkt war ich aber schon längst mittendrin im nächsten Projekt ...

Ab wann wusstest du, dass du Autorin werden willst?  

Irgendwann war ich es einfach.

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Eine ganze Reihe von Kurzgeschichten in verschiedenen Anthologien, den historischen Roman "Die Venezianerin und der Baumeister" beim Aufbau-Verlag und den aktuellen Politthriller "Lügenland", der demnächst sogar ins Englische übersetzt wird und im Herbst in den USA erscheint. Eine sehr große Ehre für eine deutschsprachige Autorin!

Hast du für deine Bücher recherchiert? 

Ja, sicher. Besonders aufwendig war die Recherche für meinen historischen Roman, da ich neben der eigentlichen Geschichte auch ein lebendiges Bild vom damaligen Leben entwerfen wollte. Darum habe ich letztendlich auch drei Jahre für das Buch gebraucht. Aber auch für "Lügenland" musste ich mich intensiv mit den politischen Gegebenheiten auseinandersetzen und letztlich ist für eine Schriftstellerin natürlich das ganze Leben Recherche. 

Wo schreibst du am liebsten?

Meistens an meinem Schreibtisch. Aber wenn dort nichts weitergeht, dann gehe ich auch gerne ins Kaffeehaus.

Hast Du ein festes Schreibritual?

Nein. Ich setze mich an den Schreibtisch und brauche immer eine Weile, um wieder in die Parallelwelt zu kommen. Wenn es läuft, dann lasse ich es laufen. Wenn nicht, dann lasse ich es entweder für diesen Tag oder verändere meine Position. Ab aufs Sofa oder in die Natur und die Gedanken frei fließen lassen.

Hast du ein neues Projekt, das du uns schon verraten kannst? 

Viel möchte ich noch nicht verraten, aber es wird eine für einen Krimi sehr ungewöhnliche Protagonistin geben.

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat? 

Auf die eine oder andere Weise beeinflusst vermutlich jedes Buch mein Schreiben. Entweder weil ich davon lernen kann oder weil ich mir denke, dass ich genau in diese Richtung nicht will.

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren? 

Das ändert sich immer wieder. Ich bevorzuge kein bestimmtes Genre, sondern mag alles, was richtig gut geschrieben ist. Das kann von Paul Auster oder Juli Zeh, Friedrich Ani oder Zadie Smith aber auch von Neil Gaiman oder J.K. Rowling sein. Was mich zuletzt wirklich beeindruckt hat, war Hanya Yanagiharas "A little life"

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Putzen. Nein, war ein Witz, aber manchmal wünschte ich, es wäre so ... Entspannen, Freunde treffen, Sport ohne Ehrgeiz in der Natur, lesen, Filme oder gute Serien schauen, reisen ...

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest? 

Ich möchte natürlich einen internationalen Bestseller schreiben. Allerdings ohne mich und mein Schreiben dafür verbiegen zu müssen.

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern? 

Sehr wichtig! Besonders freue ich mich natürlich, dass meine Bücher offenbar nicht nur Spannung und gute Unterhaltung schenken, sondern auch viel Stoff zu Diskussionen und zum Nachdenken liefern. 

Wenn bei Lesungen das Publikum gebannt zuhört und nachher Fragen stellt, macht das richtig Spaß.

Außerdem möchte ich alle ermutigen: Schreibt Rezensionen! Die meisten Autorinnen und Autoren schauen sich die zumindest gelegentlich an.

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen? 

Bleibt neugierig!


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