Interview mit Edgar Rai

© Mirjam Knickriem

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :)

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Klar, bin gerade 50 geworden, lebe mit meiner Familie in Berlin, brauche neuerdings ein Lesebrille, finde das Leben im Allgemeinen wie im Besonderen aber nach wie vor spannend.

Seit wann schreibst du?

Weiß nicht, wann das angefangen hat. Mit 12?

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen?

Ich hatte immer viele Geschichten im Kopf und Spaß am Erzählen. Dann hatte ich eine Freundin. Als die schwanger wurde, dachte ich, wenn Du jetzt nicht eine Geschichte bis zu Ende schreibst, machst du es vielleicht nie mehr.

Ab wann wusstest du, dass du Autor werden willst?

Nie. War nicht beabsichtigt. Ich schrieb einen Roman, der (keine Koketterie) ziemlich schlecht war aber dennoch einen Verlag fand. Er bekam gerechter Weise ein furchtbares Cover und verkaufte sich nicht. Dennoch fragte mich mein damaliger Lektor irgendwann, ob ich nicht einen zweiten schreiben wolle. Am nächsten Tag (klingt nach Hollywood, ist aber wahr) kündigte ich meinen Job (den einzigen Arbeitsvertrag, den ich je hatte) und setzte mich ran.

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Insgesamt so um die 25, daher hier nur eine persönliche Auswahl:

Nächsten Sommer

Der sixtinische Himmel (unter Pseudonym)

Die Gottespartitur

Etwas bleibt immer

Hast du für deine Bücher recherchiert?

Wüsste nicht, wie es ohne Recherche gehen sollte. Der Umfang ist unterschiedlich. Bei manchen kannst du „unterwegs“ recherchieren, bei „Der sixtinische Himmel“ waren es zweieinhalb Jahre, bevor ich zu schreiben anfing.

Wo schreibst du am liebsten?

Im Café.

Hast Du ein festes Schreibritual?

Yep. Sobald die Kinder in der Schule sind, also ab so um 8 bis um 12. Ist meine beste Zeit. Früher habe ich bevorzugt nachts geschrieben, aber wenn du drei Kinder hast, willst du nachts nur noch schlafen.

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst?

Immer. Mindestens eins. Im Moment schreibe ich an einem Roman, der von einem Boxer handelt, der übel verarscht worden ist und sich jetzt auf einem Rachetrip befindet. Ein Hauch von Tarantino.

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat?

Ungefähr 100. Möglicherweise auch 200. Und täglich werden es mehr.

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren?

Kann ich nicht sagen. Es gibt so viel tolles Zeug, und ständig kommt etwas dazu. Wichtig ist ja auch, dass dir ein Buch oder Autor zum richtigen Zeitpunkt im Leben begegnet. Es gibt Autoren, die waren für mich mit 17 total wichtig, und wenn ich die heute lese, sagen sie mir nichts mehr. Umgekehrt habe ich mit 19 Romane gelesen, die überhaupt nicht zu mir gesprochen haben und die mir heute richtig nahegehen.

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Mit meinen Kindern in den See springen. Zeit mit meiner Freundin verbringen. Sport. Sozialer Kontakt ist mir wichtig. Klavier spielen. Essen mit Freunden.

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest?

Meine Kinder aufwachsen sehen, noch einmal in einer Band spielen, im Ausland leben, noch ein oder zwei richtig gute Bücher schreiben, surfen lernen.

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern?

Kommt darauf an: Wenn jemand schreibt „War voll blöd“ hilft mir das in keine Richtung und ist verschwendete Zeit. Wenn jemand schreibt „Die eine Figur war nicht zu Ende gedacht“ hat er möglicherweise recht und beim nächsten Mal kann ich’s besser machen.

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen?

Tschüß!


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