Interview mit Jennifer Benkau

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :)

Hallo Bianca, ich freu mich über euer Interesse :)

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Ich bin Autorin in unterschiedlichen Genres. Die Fantasy ist so etwas wie meine Heimat, ich schreibe aber auch realistische Jugendromane und psychologische Thriller. Bald kommt noch ein Kinderbuch dazu – ich schreibe fast so vielfältig, wie ich lese.

Außerdem arbeite ich als Lektorin und gebe via Internet Schreibcoachings.

Wenn ich gerade nichts davon tue, bleibt bei vier Kindern, einem Mann, zwei Hunden und einem Pony auch genug zu tun.

Seit wann schreibst du?

Seit ich einen Stift halten kann ;) Und vorher habe ich eigene Hörspielkassetten aufgenommen.

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen?

Als Jugendliche war es mir peinlich, meine Texte jemandem zu zeigen. Dementsprechend verlor ich auch irgendwann die Motivation. Als Erwachsene begann ich erneut, diesmal mit mehr Selbstbewusstsein und mehr Handwerk, und konnte ich mich schnell überwinden, Leser zu suchen. Und irgendwann auch Verlage, die einen größeren Leserkreis für meine Geschichten eröffnen.

Ab wann wusstest du, dass du Autorin werden willst? 

Dafür gibt es tatsächlich ein Datum! Der 6.12.2008! Damals begann ich mein „Stolen Mortality“. Ich hatte vorher schon einige Manuskripte beendet, aber bei dieser Geschichte war mir klar: Die ist stark genug, um ein Buch zu werden. Das wurde sie zwar erst viel später – aber die Reifezeit hat ihr nur gut getan.

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Oh, das sind einige :) Angefangen bei meiner Nybbas-Trilogie und weiterer romantischer Fantasy im Siebenverlag, über zwei Pseudonyme, Jugendbücher bei Loewe, cbj und Ink Rebels und schließlich die beiden psychologischen Spannungsromane „Mit Rosen bedacht“ und „Mein Wille geschehe“ bei Lübbe.

Insgesamt sind 16 Romane von mir veröffentlicht, dazu ein paar Kurzgeschichten in Anthologien.

Hast du für deine Bücher recherchiert?

Ja, natürlich, Recherche ist wichtig. Es beginnt bei entscheidenden Punkten – z.B. den Auswirkungen und Hintergründen psychischer Erkrankungen, die ich immer sehr aufwändig recherchiere, denn hier muss für mich alles sitzen, bis hin zu auf den ersten Blick banalen Kleinigkeiten, wie z.B. der Frage, ob meine Protagonistin auf der Flucht ins Auto ihres Freundes springen und gleich losrasen kann – oder ob sie erst den Sitz verstellen (und Zeit verlieren) muss.

Wo schreibst du am liebsten?

Zu Hause, ganz klassisch an meinem Schreibtisch.

Hast Du ein festes Schreibritual?

Eigentlich nicht. Oder sagen wir so: nur, wenn es kühler ist, dann brauche ich zwingend meine Armstulpen, sonst tun mir die Hände weh.

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst?

Im Moment arbeite ich an einem Projekt, über das ich noch gar nichts sagen darf. Aber gleich danach beginne ich die Arbeit an einer neuen Dystopie. Meine Dark Canopy / Dark Destiny – Dilogie hat noch immer sehr viele Fans, die oft nach Nachschub aus dem Genre fragen. Ich glaube, die werden sich darüber sehr freuen – das Projekt wird toll und ich kann es kaum erwarten, endlich loszulegen!

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat?

Das ist eine spannende Frage, denn meine Lieblingsautorinnen und Autoren schreiben alle sehr anders als ich. Beeinflussung geschieht bei mir auch eher unterbewusst, nehme ich an.

*grübelt eine halbe Stunde*

Nein, ich weiß es wirklich nicht, tut mir leid.

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren?

Das ist einfacher! Ich bin ein großer Fan von Antonia Michaelis, allen voran ihrem „Märchenerzähler“. Außerdem bin ich Fan von Chuck Palahniuk, Janet Clark, Brent Weeks, Charlotte Lyne (und ihren Pseudonymen) und Ali Shaw. Und vielen anderen, die ich gerade vergessen habe …

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Kürzlich habe ich mit vier Kolleginnen ein Label gegründet, die Ink Rebels: eine Redaktion, in der wir unsere Lieblingsbücher selber machen – Autorinnen machen Bücher -, ohne Verlag, aber in Verlagsqualität, hochwertig lektoriert und aufwändig individuell gestaltet. Ihr könnt euch unter ink-rebels.de oder auf Facebook ein Bild von uns und den tollen Büchern der Kolleginnen machen.

Ich reite außerdem leidenschaftlich gern (leider nicht so gut wie ich gern würde) und finde auch Stallarbeit total entspannend – oder das, was so anfällt, wenn man keinen Stall hat, sondern einen ganzjährigen Weideplatz. Es klingt etwas seltsam, aber mit Blasen an den Händen drei Stunden lang Pferdemist von der Wiese zu schaufeln, hat etwas zutiefst … Meditatives!

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest?

Spätestens seit meinem Jugendbuch „Es war einmal Aleppo“ interessiert mich der Nahe Osten und ganz besonders Syrien sehr stark, zumal ich inzwischen viele Freunde haben, die von dort kommen. Ich träume davon, irgendwann in ein friedliches Syrien reisen zu können, in Aleppo die berühmte syrische Eiscreme mit Pistazien zu essen und in Damaskus die Clubs zu besuchen.

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern?

Ich glaube, es gibt keine Autorin und keinen Autor, den das nicht interessiert ;) Die Frage ist: Trauen wir uns, die Rezensionen zu lesen? Ich für meinen Teil lese ALLE und finde es wahnsinnig spannend, zu erfahren, wie die Leser empfinden, welche Schwerpunkte sie wahrnehmen und was bei ihnen gut funktioniert (oder auch nicht).

Ich freue mich auch über jeden, der mir via Brief, Mail oder Facebook rückmeldet, wie es ihm mit meinen Büchern gegangen ist, und beantworte diese Nachrichten alle.

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen?

„Kauft alle meine Bücher“ kommt vermutlich etwas wenig subtil, oder? :)

Viele Grüße raus ins Internet – man liest sich!


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