Interview mit Carla Berling

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :)

Ich hab zu danken, ich freue mich über dein Interesse.

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Also: Carla Berling, Jahrgang 1960, Autorin, Ex-Reporterin, zwei erwachsene Pracht-Söhne, ein Pracht-Ehemann

Seit wann schreibst du?

Klingt blöd, ist aber so: Ich habe hier noch ein Gedichtbändchen, darin habe ich ab 1968 die ersten Verse verewigt. Gruselige Reime wie Mutter – Kutter, Vasen – Rasen und Liebe – Diebe.

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen?

Mitte der neunziger Jahre war ich in einer finanziell fiesen Situation: Meine Kinder waren klein, ich hatte meinen Traumberuf und war Hausfrau und Mutter und dann wurde mein Mann arbeitslos. Wir konnten unsere Rechnungen nicht bezahlen, die Gasheizung wurde (im November!) abgestellt und wir saßen in diesem kleinen kalten Haus und wussten nicht, wie es weitergehen sollte. Ich hatte die famose Idee, einen Roman zu schreiben, über Machenschaften im Strukturvertrieb einer Versicherung, und ich war sicher, dass die Welt darauf gewartet hatte. Ein paar Monate später wollte ich den Roman fertig haben, an einen Verlag schicken – um dann alle Rechnungen bezahlen zu können.

Aller Anfang also war nicht romantisch, sondern dramatisch. Es dauerte noch 17 Jahre, bis dieses Buch unter dem Titel „Die Rattenfänger“ erschien – und Geld hab ich damit leider nicht verdient.

Ab wann wusstest du, dass du Autorin werden willst?

Etwa ein Jahr nach dem ersten Romanversuch wurde mir klar, dass ich erst mal schreiben lernen musste. Ich marschierte – immerhin 35-jährig – in die Redaktionen der beiden Tageszeitungen unserer Stadt und bewarb ich mich als freie Mitarbeiterin. Und dann habe ich als Seiteneinsteigerin mein Handwerk gelernt – und vom ersten Tag an geliebt. Von da an war ich Autorin. Bis ich allerdings Buchautorin wurde, dauerte es noch viele Jahre ...

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Da muss ich rechnen: 4 erfolglose Bücher unter meinem damaligen Namen, dann als Carla Berling insgesamt 3 „Jesses Maria“– Bände, (die sind jetzt alle in einem Buch) 2 Romane „Im Netz der Meister“, „Die Rattenfänger“, „Vom Kämpfen und Schreiben“ – das ist eine autobiografische Erzählung und mit „Mordkapelle“ meinen vierten Krimi. Das sind 16 veröffentlichte Bücher. Ein Manuskript liegt noch in der Schublade und am 5. Krimi schreibe ich zurzeit.

Hast du für deine Bücher recherchiert?

Aber hallo! Um z.B. „Im Netz der Meister“ schreiben zu können, habe ich drei Jahre lang mit Menschen aus der „BDSM-Szene“ gesprochen, ich hatte unzählige Interviews und sogar Tagebücher, die ich dann inhaltlich einer Protagonistin „zugeschrieben“ habe. Und für die Krimis muss man eh sauber recherchieren: Psychologie, Verhörtechniken, Polizei-Arbeit, Motive, die Wirkung von Gift und anderen Mordmethoden wie erschießen, erdrosseln, erschlagen – das kann ich mir ja nicht einfach ausdenken, das muss schon hundertprozentig passen.

Wo schreibst du am liebsten?

An meinem Mac in meinem Arbeitszimmer.

Hast Du ein festes Schreibritual?

Eigentlich nicht. Ich gehe morgens ins Büro und fange an – wie in jedem anderem Beruf auch.

Hast du ein neues Projekt, das du uns schon verraten kannst?

Och. Naja. Schon. Ich schreibe am 5. Band der Ira-Wittekind-Reihe.

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat?

Ich habe früher alle Bücher von Johannes Mario Simmel gelesen und immer gedacht: Solche Geschichten müsste ich erzählen können.

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren?

Ich lese jedes Buch von Colum McCann. „Der Himmel unter der Stadt“, „Zoli“ und „Der Tänzer“ sind grandios. Ansonsten liebe ich deutsche Krimis und lese jede Woche einen.

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Lesen. Essen gehen. Reisen. Freunde treffen. Mein Mann und ich gehen täglich spazieren oder fahren Rad, ich bewege mich gern und gehe regelmäßig zum Sport.

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest?

Ich wünsche mir, dass alle, die ich liebe, noch lange leben und gesund bleiben. Und ich träume davon, eines Tages in Bayern an einem See zu wohnen.

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern?

Superwichtig – was wäre ich denn ohne Leser? Wenn es gut ist, motiviert Feedback mich ungeheuer. Wenn es kritisch ist, nutzt das bei einem Buch, das schon veröffentlicht ist, leider gar nichts – aber wenn Kritik konstruktiv ist und mich überzeugt, setze ich sie beim nächsten Buch um.

Liebe Carla, danke, dass du meine Fragen beantwortet hast.

Es hat mir Spaß gemacht.


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