Interview mit Jürgen Heimbach

© Elisa Biscotti

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :) 

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Hallo und danke für die Einladung zum Interview. Kurz zu mir: Ich bin 1961 in Koblenz geboren und dort aufgewachsen, habe dann in Mainz studiert, wo ich heute noch lebe. In 

Mainz habe ich mich sehr viel mit Theater beschäftigt, mit einer Truppe ein eigenes Theater eröffnet, inszeniert und Gastspiele organisiert. Heute arbeite ich als Redakteur 

bei 3sat. 

Seit wann schreibst du? 

Schon lange, aber lange Zeit für die Schublade oder Zeitschriften und dann, als ich Theater gemacht habe, für die Bühne. Ich veröffentliche seit 2008.

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen? 

Das Interesse am Schreiben, wie überhaupt an künstlerischer Betätigung, war früh da. Film, Photographie, Theater und eben auch Literatur. Zu Film 

und Theater gehört das geschriebene Wort ja - meist zumindest - dazu. Und irgendwann dann war es soweit, dass ich mich an einen Roman getraut habe.

Ab wann wusstest du, dass du Autor werden willst?  

Schon früh. Aber wann ist man ein Autor oder Schriftsteller? Oder wann kann ich mich so nennen? Wenn ich schreibe oder wenn ich das Geschriebene veröffentliche? 

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Neben einer ganzen Reihe von Kurzgeschichten in Anthologien habe ich bislang sechs Romane veröffentlicht. Ein Jugendbuch, das war der erste Streich, dann zwei Kriminalromane,

die in der Jetzt-Zeit spielen, sowie zuletzt, Streich vier bis sechs, eine Trilogie um den aus dem Exil nach Deutschland zurückgekehrten Polizisten Paul Koch. Sie ist 

in den Jahren 1946 - 1950 angesiedelt. Historisch ist auch der siebte Streich, der Anfang 2018 erscheinen soll. Aber mit dem siebten ist nicht Schluss. Ich recherchiere

schon an einem neuen Buch.

Hast du für deine Bücher recherchiert? 

Sehr viel. Recherche macht mir sehr viel Spaß, bringt mich nebenbei auch immer wieder auf neue Ideen, und ist bei historischen Themen unerlässlich.

Wo schreibst du am liebsten?

Wo ich Ruhe und Platz habe. Und da ich viel auf mein recherchiertes Material zurückgreifen muss, ist das mein Schreibtisch, wo ich von Büchern und Aktenordnern umgeben bin. 

Hast Du ein festes Schreibritual?

Nein. Außer, dass ich, bevor ich beginne zu schreiben, mir auf verschiedenen Seiten neue Nachrichten anschaue.

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst? 

Zum einen das Buch, das im nächsten Frühajhr erscheinen soll, es spielt Ende der 50er Jahre in Frankfurt am Main. Historisch-politischer Hintergrund ist der Algerienkrieg. 

Und zum anderen die schon erwähnte Recherche zu einem neuen Buch, das in der Zeit nach der Ersten Weltkrieg spielt und in dem die politischen Auseinandersetzungen der Zeit 

eine Rolle spielen.

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat? 

Die Schriftstellerinnen und Schriftsteller, die ich gerne lese und die ich Dir in der nächsten Frage nenne, haben mich auf die eine oder andere Weise beeinflusst. Wie sicher

auch Bücher, die mir nicht gefallen, mich auch auf eine bestimmte Weise beeinflussen. Aber einen möchte ich hervorheben, weil er für mich und mein Schreiben von historischen 

Stoffen wichtig war. Das ist Josef Breitbach, und vor allem sein Roman "Die Wandlung der Susanne Dasselbach".

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren? 

Es ist schwierig da einen oder zwei zu nennen. Ich habe - das ist schon einige Jahre her - Autoren wie André Gide oder Julien Green mit Begeisterung gelesen, ebenso 

Klaus Mann, oder Graham Greene. Bei Jugendbüchern sind das Autoren Mats Wahl oder Kevin Brooks. Uwe Timm mag ich unter den zeitgenössischen Schriftstellern sehr. Bei 

Kriminalschriftinneren und -schriftsteller fallen mir Dominique Manotti und Volker Kutscher ein. Auch Philipp Kerr. Mich interessiert, wie sich Schriftstellerinnen und 

Schriftsteller mit (ihrer) Wirklichkeit (auch der historischen, die ja immer ins Heute reicht) auseinandersetzen, welche Sprache und welche Form sie dafür finden. 

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Lesen, Kino, alte Autos.

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern? 

Sehr wichtig. Im guten wie im schlechten, wenn ich das so salopp sagen kann. Konstruktive Kritik verstehe ich als Anregung. Und es ist besser, Fehler zu korrigieren, als 

sie ständig zu wiederholen.

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen? 

Ich habe zu danken und wünsche mir viel Feedback - siehe oben.


Kommentar schreiben

Kommentare: 0