Interview mit Jürgen Schmidt

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :) 

Das mache ich doch gern!

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Von meinen Büchern kann ich leider nicht leben. Aber was heißt "leider", ich liebe meinen Hauptberuf in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung. Dort arbeite ich mit psychisch Erkrankten zusammen - eine gleichermaßen interessante wie verantwortungsvolle Aufgabe.

Seit wann schreibst du?

Seit meiner Schulzeit. Nach Artikeln in Schülerzeitungen folgten Beiträge in Blättern irgendwelcher Bürgerinitiativen oder der Friedensbewegung. Es hat aber auch immer Phasen gegeben, wo ich jahrelang nichts geschrieben habe.  

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen?

Meine Kurzgeschichten und Gedichte habe ich damals an diverse Literaturzeitschriften, Verlage und Radiosender geschickt. Es gab viele Absagen, aber auch positive Reaktionen und irgendwann hielt ich tatsächlich Veröffentlichungen in den Händen. Den ersten Scheck über 20 DM vom Lamuv-Verlag für einen Kalenderbeitrag besitze ich noch heute.

Ab wann wusstest du, dass du Autor werden willst?

Dass ich es werden wollte, wusste ich schon immer. Ob ich es schaffen würde, war eine andere Frage. Nach einigen Veröffentlichungen mit guter Resonanz, aber überschaubaren Auflagen, will ich jetzt auch nicht herum krakeelen, es geschafft zu haben!  

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Herz kopfüber; Die Nebelfrau; Zwischen Heine und Altbier; Dichter Nebel am Niederrhein; Chiliherzen und jetzt den ersten Krimi Lesereise in den Tod.

Hast du für deine Bücher recherchiert?

Natürlich! Schlechte Kritiken kann man immer bekommen, aber ich möchte mir nicht sagen lassen: Das und das stimmt überhaupt nicht! Das ist definitiv falsch! 

Wo schreibst du am liebsten? 

Bianca, du meinst bestimmt einen bestimmten Platz. Den gibt es nicht! Die schönsten Erlebnisse habe ich im Urlaub am Meer. Auf Formentera und zuletzt auf Korfu bin ich morgens um sechs aufgestanden und habe in aller Ruhe die ersten drei Stunden des Tages geschrieben. Ich brauche dann nichts Anderes, obwohl man mir auf Korfu so früh schon Kaffee serviert hatte, dabei gab es das Frühstück erst ab acht. Die anderen Urlauber hielten den deutschen Frühaufsteher wahrscheinlich für bescheuert.

Hast Du ein festes Schreibritual?

Nein, wenn eine Geschichte oder ein Roman fertig ist, muss ich den Text noch einige Male überarbeiten. Von Mal zu Mal wird er dann länger und besser, bis ich sage: Schluss jetzt - es ist, wie es ist!

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst?

Es wird im Februar 2018 einen weiteren Eifelkrimi mit Detektiv Andy Mücke, seiner Freundin Jess sowie der Kommissarin Thea Oleknavicius geben. 

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat?

Da gibt es natürlich einige. 

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren?

Auf meiner Homepage (www.amouliani.jimdo.com) gibt es eine Liste mit meinen 50 absoluten Lieblingsbüchern, vor drei Wochen ist noch das neue Buch von David Foenkinos hinzugekommen. 

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Ich bin oft im Gladbacher Borussia-Park und im Neusser Theater am Schlachthof. Ansonsten mag ich meine beiden Wohnorte Grevenbroich sowie Bad Münstereifel.

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest? 

Ich würde gern einmal für einen längeren Zeitraum auf Formentera sein und dort das unspektakuläre Leben im Winter oder Frühjahr genießen. Im Sommer ist es mir dort viel zu voll.

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern? 

Es ist mir dann wichtig, wenn der Leser oder die Leserin das Buch genau gelesen und sich Mühe mit der Kritik gemacht hat. Mit der "Lesereise" hatte ich gerade eine spannende Leserunde bei LovelyBooks, aber auch das Feedback bei Lesungen kann gut sein. 

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen?

 Ich sage das natürlich im eigenen Interesse, aber auch stellvertretend für zahlreiche Kollegen: Schaut weniger nach Bestsellern, denn es gibt so viele tolle Bücher, die kaum Beachtung finden, sie aber durchaus verdient hätten.


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