Interview mit Marc Freund

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :)

Hallo und sehr gerne doch.

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Mein Name ist Marc Freund, 1972 geboren in Flensburg und somit ein waschechtes Nordlicht. Aufgewachsen bin ich in Osterholz, einem kleinen Dorf direkt an der Ostsee. Obwohl ich nie eine große Wasserratte war, habe ich zur Ostsee einen großen Bezug, weswegen viele meiner Kriminalromane dort spielen.

Seit wann schreibst du?

Schwer zu sagen, wann es bei mir genau angefangen hat, Geschichten zu erzählen. Ich glaube, die ersten Stories habe ich versucht, im Alter von 7 oder 8 Jahren als Comic zu zeichnen, was grandios scheiterte, da ich nicht zeichnen konnte und auch bis heute auf diesem Gebiet überhaupt keine Talente gesammelt habe. Als ich jedoch besser lesen und schreiben lernte, wuchs in mir der Wunsch, Geschichten aufzuschreiben. Im Alter von 16 Jahren habe ich meine erste Kurzgeschichte in einem größeren Verlag veröffentlicht. So richtig mit einem Autorenvertrag im Rücken schreibe ich aber erst seit 2010. Da ging es bei mir los mit den ersten Hörspielmanuskripten.

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen?

Ich habe seit jeher viel gelesen. Anfangs Comics und ab 10 Jahren dann Heftromane. Damals las ich die Gruselromanserie „Geisterjäger John Sinclair“, für die ich heute auch hin und wieder schreibe. Durch das Lesen bin ich dann unweigerlich zum Schreiben gekommen, weil ich mir dachte: „Was die können, kann ich auch.“ Nun ja, ganz so einfach war es natürlich nicht, aber dieser Gedanke war quasi der Anfang, der mich zu Stift und Papier greifen und später in die Tasten meiner ersten Schreibmaschine hauen ließ. Seit 2010 schreibe ich nahezu ununterbrochen Hörspiele für sehr viele verschiedene Labels und Serien. Dazwischen keimte immer wieder der Wunsch auf, auch Bücher zu schreiben, bis ich mich dann mal traute, mein Romanmanuskript bei einem Verlag einzureichen, uns das hat dann auch geklappt.

Ab wann wusstest du, dass du Autor werden willst? 

Dieser Wunsch ist im Lauf von vielen Jahren in mir gereift. Er ist mit jedem Jahr stärker geworden, nur leider habe ich ihn in jungen Jahren nicht konsequent genug verfolgt. So absolvierte ich nach dem Abitur erst einmal eine kaufmännische Lehre. In dieser Zeit verlor ich das Schreiben ein wenig aus den Augen. Später aber platzte irgendwann der Knoten und ich fing wieder an, zu schreiben. Ich schloss mich einer Autorengruppe im Schleswiger Raum an und sammelte so Erfahrungen und tauschte mich mit Kollegen und Gleichgesinnten aus. Dennoch sollten weitere 20 Jahre vergehen, bis ich mich wirklich dazu entschloss, meinen Beruf aufzugeben und freier Schriftsteller zu werden. Das bin ich nun seit dem 01.01.2017. Ein Frischling, sozusagen.

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Es begann 2010 mit der Veröffentlichung einer Anthologie von sieben Kriminalgeschichten, die dem Werk von Edgar Wallace nachempfunden waren. Der Titel des Buches lautet „Über ihnen schwebt der Tod“ und ist im Schardt-Verlag in Oldenburg erschienen. Ich habe das Buch zusammen mit meinen Kollegen Thorsten Wirth und Thorsten Beckmann veröffentlicht.

2013 folgte mein erster eigener Kriminalroman „Das Haus am Abgrund“ (Boyens-Verlag, Heide). Der Roman spielt in der Gegend, in der ich aufgewachsen bin. Im Boyens-Verlag folgten dann noch „Endstation Steilküste“ (2014), „Knickgeflüster“ (2016) und mein neuer Roman „Mühlenmord“.

Zwischendurch habe ich noch über das Hörspiellabel „Hörplanet“ den Roman zur Hörspielserie „Lady Bedfort“ veröffentlicht. Er trägt den Titel „Lady Bedfort und die Stille des Todes“.

Weitere Romane sind in Vorbereitung.

Hast du für deine Bücher recherchiert?

Zugegeben: Am Anfang habe ich es mir recht einfach gemacht. Für „Das Haus am Abgrund“ musste ich wenig recherchieren, weil es in meiner direkten Heimat spielt und ich vieles einfach aus meiner Erinnerung heraus aufschreiben konnte, wie zum Beispiel die Atmosphäre im Schneewinter 1978/79, der in meinem Buch eine wichtige Rolle spielt und den ich selbst als Junge miterlebt habe. Für meinen Roman „Mühlenmord“ hingegen habe ich viele Recherchen betrieben. Ich besuchte den Handlungsort, unterhielt mich mit dort lebenden Personen, machte viele Fotos und Notizen und versuchte, mir Informationen über die Funktionsweise einer Windmühle anzueignen. Das war eine spannende und interessante Sache.

Wo schreibst du am liebsten?

In meinem Arbeitszimmer. Dort finde ich eine vertraute Atmosphäre und kann auch mal die Tür hinter mir schließen, um in meine Welt abzutauchen. Schreiben funktioniert aber für mich auch an anderen Orten. Wenn es sein muss, sogar im fahrenden Zug.

Hast Du ein festes Schreibritual?

Rituale zelebriere ich nicht. Jedenfalls nicht bewusst, also in dem Sinne, dass ich mir beispielsweise vor oder nach dem Schreiben eine Zigarre anzünde oder etwas in der Art. Zumeist drehe ich vorher eine kurze Runde durch die Internet-Foren, die mich interessieren. Das ist ein bisschen so wie Fachzeitschriften lesen. Ansonsten versuche ich einfach, zu schreiben und mich nicht durch Internet oder andere Dinge ablenken zu lassen. Das funktioniert. Meistens. Manchmal.

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst?

Mit „Mühlenmord“ ist gerade mein neustes Buchprojekt erschienen. Auf dem Hörspielsektor werden in diesem und im kommenden Jahr noch viele Sachen von mir erscheinen, angefangen von „Lady Bedfort“ über „Sherlock Holmes – die neuen Fälle“, „Professor van Dusen – die neuen Fälle“, „Jules Verne & Co“, „Charlie Chan“, „Pater Brown“ bis hin zu einigen neuen Projekten, die allerdings noch geheim sind. Währenddessen sammle ich bereits fleißig Material für meinen fünften Ostsee-Krimi, auf den ich mich ganz besonders freue.

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat?

In frühen Jahren wollte ich immer Geschichten in der Art von Edgar Wallace schreiben. Ich war beeinflusst von den deutschen Wallace-Filmen, aber auch von seinen Romanen. Später fand ich jedoch heraus, dass es nicht von Vorteil ist, wenn man versucht, jemanden zu kopieren. Es ist wichtig, seinen eigenen Stil zu finden und seine eigenen Ideen umzusetzen. Und so handhabe ich es heute. Natürlich gibt es Schriftsteller, die ich besonders mag, aber ich versuche, mich nicht allzu sehr von ihnen beeinflussen zu lassen.

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren?

Es ist schwierig, einzelne Titel zu nennen, da es einfach so viele gute Bücher gibt. Viele meiner Lieblingsautoren stammen aus dem Bereich des klassischen Kriminalromans. Hier vor allem Edgar Wallace und Agatha Christie, zwei der wohl bekanntesten Vertreter dieses Genres. Aber auch John Dickson Carr habe ich regelrecht verschlungen. Dieser Autor schafft es immer wieder, dem Leser neue Rätsel aufzugeben. Besonders spannend sind seine Romane „Der verschlossene Raum“ und „Tod im Hexenwinkel“. Hier kann man nicht nur mitraten, wer der Mörder ist, sondern auch, wie der Mord überhaupt passieren konnte. Ich glaube, ich bin NIE auf die richtige Lösung gekommen, aber das Lesen seiner Romane hat eindeutig Spaß gemacht. Zudem möchte ich hier noch Herbert Reinecker nennen, den Schöpfer der TV-Krimiserien „Der Kommissar“ und natürlich „Derrick“. Reinecker hat nicht nur hunderte von Drehbüchern geschrieben, sondern auch einige sehr spannende Kriminalromane, wie zum Beispiel „11 Uhr 20“. Dabei gefällt mir vor allem sein Stil, der manchmal etwas drehbuchartig wirkt, der aber dadurch auch einige sehr lesenswerte Formulierungen zutage gebracht hat.

Mein erklärter Lieblingsschriftsteller ist allerdings Stephen King, den ich für einen der Größten seiner Zunft halte. Er versteht es meisterhaft, mit den Urängsten der Menschen zu spielen. Seine Figuren haben Tiefe, manchmal auch Abgründe, die ins Bodenlose führen. Seine Geschichten sind manchmal fernab jeglicher Realität (z. B. die Saga um den Dunklen Turm) und dann wiederum erschreckend nah an der Realität.

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Nichts Spektakuläres. Ich verbringe gerne Zeit mit meiner Familie, hier vor allem auch mit meinen Kindern. Hin und wieder lese ich gerne (wenn ich dazu komme) und höre oder mache zwischendurch etwas Musik. Früher habe ich in einer Band gespielt, das vermisse ich manchmal etwas. Auch Spaziergänge (bei gutem Wetter) stehen hoch im Kurs, vor allem gerne am Ostseestrand.

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest?

Mit dem Schritt in die Selbständigkeit und zum freien Schriftsteller habe ich mir einen sehr großen Traum bereits selbst erfüllt. Darüber hinaus wäre es schon fantastisch, wenn es zu einer Verfilmung einer meiner Geschichten kommen würde.

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern?

Ich schätze offene und ehrliche Kritik sehr und freue mich über jede Reaktion meiner Leser, die diese beinhaltet. Kein Mensch ist perfekt und kein Autor ist fehlerfrei. Es gibt immer noch irgendwo etwas zu verbessern, und ich bin jedem dankbar, der mich darauf aufmerksam macht. Wer nicht versucht, besser zu werden, hat aufgehört, gut zu sein. Diesen Spruch nehme ich sehr ernst und daher bin ich über jedes Feedback froh. Richtig klasse ist es, wenn jemand nicht nur schreibt, dass ihm etwas gut oder schlecht gefallen hat, sondern nach Möglichkeit auch gleich die Gründe, das WARUM, mitliefert. Denn damit kann ich am meisten anfangen.

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen?

Ich bedanke mich für dein Interesse. Es hat Spaß gemacht, die Fragen zu beantworten. Den Lesern wünsche ich immer ein gutes Buch in der Hand und ebenso viel Spaß auf den Seiten von „Mordsbuch“, denn wie ich gesehen habe, gibt es hier sehr viel Spannendes zu entdecken.


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