Interview mit Heike Fröhling (Leonie Haubrich)

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :)

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Ich Autorin, Mann Musiker (Oboist am Staatstheater), 3 Kinder, 5 Katzen, das sind die Basics :-). Beim Alter muss ich inzwischen schon rechnen. Im November 1971 geboren, also gerade noch 45 Jahre alt. So weit ist es also schon gekommen.

Es ist ein Leben, mit dem ich im Grunde sehr zufrieden bin, weil es die perfekte Abwechslung bietet zwischen meiner Schreibeinsamkeit im Arbeitszimmer und Kontakten mit Mann, Kindern, Freunden.

Der Weg dahin war mühsam und steinig, weil ich keine der Autorinnen bin, die sofort einen Bestseller gelandet haben oder „entdeckt“ wurden. Anfangs kannte ich in meinem Umfeld niemanden, der schreibt. Deshalb habe ich auch etwas „Vernünftiges“ gelernt, nach dem Abi Musikwissenschaft, Germanistik und Schulmusik studiert, den Abschluss als Lehrerin gemacht, das Referendariat überlebt und auch ein Jahr lang als Lehrerin an einer Realschule gearbeitet. Dann für Zeitungen und Zeitschriften geschrieben und irgendwann, als ich schon gar nicht mehr daran geglaubt habe, hat es geklappt mit dem Buchvertrag bei einem „richtigen“ Verlag. 2013 war der „Inselsommer“ beim Aufbau-Verlag der Startschuss, dass ich gemerkt habe: Mensch, es klappt ja doch!

Seit wann schreibst du?

Schon seit der Grundschule. Geschichten und die Fragen „Was wäre wenn …“ waren schon immer ein großer Bestandteil meines Lebens. Sich nur auf die Realität konzentrieren, darauf, was zu tun ist? Das habe ich nie gekonnt.

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen?

Habe ich oben schon mit geschrieben :-)

Ab wann wusstest du, dass du Autorin werden willst?

Gewünscht habe ich es mir schon immer, schon seit Grundschulzeiten. Die Hauptfrage war eher: Wie mache ich das? Wie funktioniert das, Autorin zu werden? Ich habe mir viele Biografien gekauft von Hermann Hesse, Max Frisch, den anderen modernen Klassikern, allerdings nicht viel herausfinden können. Der Verleger, der wie der Deus ex machina in der Oper auftaucht und mich „entdeckt“ und dann natürlich im Idealfall reich macht, der tauchte nicht auf. Der Realitätsschock war schon heftig ;-)

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Im Grunde schreibe ich in erster Linie Familiengeschichten. Es geht um Beziehungen, Vater-Tochter, Generationenkonflikte, Geheimnisse, in positiver Weise – bei meinen Liebesgeschichten und Familiensagas – und in negativer Weise, wenn es in Hass und Wut umschlägt – bei meinen Thrillern.

Hast du für deine Bücher recherchiert?

Bei den Thrillern erspare ich mir und meiner Umwelt logischerweise die praktische Erprobung von dem, was ich schreibe. Aber für die Familiensagas recherchiere ich vor Ort (Island mit dem Buch "Das Leben ist nur ein Moment", Schottland mit dem Buch "Die Zärtlichkeit des Augenblicks“). Dann gönne ich mir einige Wochen an den Originalschauplätzen, nur mein Schreiben und ich, und tauche vollständig in die Handlung ein. Auf meinem Blog haben die Leser auch die Chance, so mehr über die Bücher zu erfahren, dort gibt es Fotos und Hintergrundinfos. Nur im Internet zu recherchieren, das kann ich mir nicht vorstellen, weil dort vieles gar nicht zum Vorschein tritt: Die Farbspiele, der Charakter eines Ortes, die Atmosphäre – all das ist doch in der Realität oft ganz anders als erwartet.

Wo schreibst du am liebsten?

Im Bett oder liegend auf dem Sofa.

Hast Du ein festes Schreibritual?

Mein Schreibritual ist der Weg zum Arbeitszimmer. Aus dem Haus gehen, jetzt im Frühling mit dem Rad runterfahren in die Innenstadt, wenn ich angekommen bin, ziehe ich meine bequeme Schreibhose an, koche ich mir Tee, klappte den Laptop auf und los gehts.

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst?

Gerade schreibe ich an einer neuen Familiensaga für Amazon Publishing mit dem Titel „Winterfrau und Frühlingsmädchen“. Nach Schottland und Island geht es nun in eine wärmere Gegend: nach Ligurien. Wie immer gibt es einen spannenden historischen Hintergrund und ganz viel Ortsatmosphäre gemischt mit einem Familiengeheimnis.

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat?

Keiner konkret. Es gibt immer wieder Einzelaspekte, die ich bewundere: Die gerade Erzählstruktur von Hemingway, die Sprache von Max Frisch. Aber auch bei meinen noch lebenden Kollegen gibt es immer wieder diesen Wow-Effekt: Melanie Raabes Thriller fand ich super von der Spannung her. Als Querbeetleserin habe ich zuletzt "Dark Matter. Der Zeitenläufer“ gelesen und dachte: Eine so gelungene Mischung von verschiedenen Genres habe ich lange nicht entdeckt, was mir dann Mut macht, auch weiter zu experimentieren. Im Grunde beeinflusst jedes Buch, dass ich lese, mein Schreiben, weil ich mir überlege: Was gefällt mir, was nicht? Was ist neu und interessant und was langweilig?

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren?

Da möchte ich mich gar nicht festlegen. Oben habe ich schon einige genannt, aber mein Lieblingsbuch ist meist das, was ich gerade lese :-).

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

In meiner Freizeit wandere ich gerne, sitze einfach nur draußen auf einer Bank und lese, mache gerne Sport und bin gerne unterwegs. Aber leider ist die Freizeit sehr knapp bemessen, weil das Schreiben doch sehr viel Zeit braucht.

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest?

Vorerst bin ich glücklich, einfach so weitermachen zu können wie in den letzten beiden Jahren. Vom Schreiben leben zu können, das ist schon ein Riesenluxus.

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern?

Am wichtigsten ist mir das Feedback von denjenigen, bei denen ich einschätzen kann, was sie interessiert, wie sie denken, was sie mögen. Im Laufe der Schreibjahre haben sich einige Blogger gefunden, die immer wieder meine Werke lesen und mir auch Feedback geben, sehr ehrlich, wofür ich sehr dankbar bin. Nein, ihnen gefällt nicht immer alles, was ich schreibe ;-). Gerade diese kontroversen, begründeten Rückmeldungen sind sehr hilfreich und ich brauche sie auch. Sicher stelle ich mir vor, wie bestimmte Dinge beim Schreiben wirken, aber wie sie dann ankommen, das ist nochmal etwas anderes. Das Feedback ist mir sehr wichtig, damit arbeite ich, es hilft mir, mich weiterzuentwickeln, es ist kaum bezahlbar, wie viel es mir bringt.

Über Leserfeedback, egal ob per Mail, Facebook oder Rezension, freue ich mich grundsätzlich, beantworte auch jede Mail oder Facebooknachricht. Ja, es ist mir sehr wichtig, weil ich ja in erster Linie für die Leser schreibe und nicht für mich :-)

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen?

Danke für all die Unterstützung, die ich all die Jahre von euch erfahren habe. Für die Buchkäufe, die positiven und kritischen Rückmeldungen, für euch!


Kommentar schreiben

Kommentare: 0