Interview mit Marina Heib

© Thomas Leidig

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :)

Sehr gern! Vielen Dank für dein Interesse!

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Ich wurde im schönen Saarland geboren, wo ich auch – abgesehen von zwei Semestern in Tübingen – aufgewachsen bin und die Schule und mein Studium der Orientalistik und Philosophie abgeschlossen habe. Danach ging ich nach Hamburg, wo ich einige Jahre als Journalistin arbeitete, bis ich 1998 zum Fernsehen wechselte. Seitdem schreibe ich Drehbücher für Serien. Ich lebe immer noch in Hamburg, da es für mich die schönste Stadt Deutschlands ist und ich die Nähe zur Nord- und Ostsee sehr schätze.

Seit wann schreibst du?

Ich habe schon als Kind angefangen, da ich Bücher und Geschichten über alles liebte. Meinen ersten Roman habe ich mit sieben begonnen. Er war immerhin zwei Seiten lang! Es ging um eine Art weiblichen Tarzan.

Ich bin sehr glücklich, dass ich mir dann als Journalistin und schließlich als Drehbuchautorin mein Geld immer mit Schreiben verdienen konnte. Dennoch war da immer ein starker Wunsch, etwas zu schreiben, was keine Auftragsarbeit war. Etwas, das ich mir ganz allein ausgedacht habe. Also habe ich mich – ich glaube, es war 1997 - auf den Hosenboden gesetzt und meinen ersten Roman geschrieben (wenn man von dem 2-Seiten-Werk meiner Kindheit absieht!). Ich kann mir ein Leben ohne Schreiben nicht vorstellen.

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen?

Ups, ich glaube, die Frage habe ich gerade beantwortet.

Ab wann wusstest du, dass du Autorin werden willst?

Das war kein bewusster Entschluss. Ich wollte Journalistin werden. Dann schrieb ich was für mich. Das wurde verkauft. Und plötzlich war ich Autorin. Vermutlich wollte ich das immer schon. Ich hatte es nur nie formuliert, auch nicht für mich. 

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Im Piper Verlag erschienen fünf Krimis einer Reihe um Hauptkommissar Christian Beyer und die Psychologin Anna Maybach (Der Bestatter, Eisblut, Tödliches Ritual, Puppenspiele, Parasiten) und ein dystopischer Thriller (Animus). Dazu in diversen Verlagen einige Kurzgeschichten in Anthologien. Und nun ganz aktuell der Thriller „Drei Meter unter Null“ bei Heyne Encore.

Hast du für deine Bücher recherchiert?

Ohja, das mache ich immer und zwar sehr intensiv und akribisch. Es mag daran liegen, dass ich als frühere Journalistin eine saubere Recherche gewohnt bin. Aber ich glaube, dass ich auch ohne meine journalistische Vergangenheit viel recherchieren würde. Ich schreibe weder Märchen noch Science Fiction, meine Bücher spielen in unserer realen Welt und mir ist es wichtig, Fakten nicht zu verdrehen, nur, damit sie in meine Geschichte passen. Ich will glaubwürdig erzählen, und wenn ich Fakten schildere, dann sollen die auch stimmen.

Wo schreibst du am liebsten?

Ganz eindeutig und ausschließlich zuhause. Ich könnte nicht im Café oder der Bahn oder sonstwo schreiben. Da mache ich mir vielleicht mal Notizen, wenn mir etwas einfällt, das ich nicht vergessen will. Aber Schreiben? Dazu brauche ich Ruhe. Und meinen Kühlschrank. Und meine Jogginghose...

Hast Du ein festes Schreibritual?

So wie manche Fußballer zwei verschieden farbige Schuhe tragen? Oder sowas wie: Ich brauche immer zuerst eine Tafel Schokolade? Oder wie Ernst Jünger noch vor den Hühnern aufstehen und vorm Schreibstart erst mal in eine Badewanne voller Eiswasser? Brrr..... Nein, sowas hab ich nicht. Ich nehme an, in meinem Leben ist sehr wenig ritualisiert. Naja, das Zähneputzen schon... Aber sonst?

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst?

Ich arbeite dran. Aber es ist noch zu unausgegoren, um darüber zu reden.

 Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat?

Ich weiß nicht, ob ein bestimmter Autor beeinflusst hat, wie ich schreibe. Ich denke, eher nicht. Aber es gibt eine Menge Autoren, die in mir die Liebe zu Geschichten und Büchern und zur Sprache geweckt haben und damit verantwortlich dafür sind, dass ich schreibe.

 Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren?

Zu den Autoren, die ich maßlos bewundere und die in mir die Liebe zu Geschichten geweckt haben, gehören unter vielen anderen: Stevenson, Melville, Dostojewski, Hemingway, Gide... Die Liste ist sehr, sehr viel länger.

Lieblingsbücher? Auf jeden Fall „Der Idiot“ von Dostojewski. „Dracula“ von Bram Stoker. In den letzten Jahren, um mal etwas zeitgenössischer zu werden, haben mich sehr beeindruckt: „Winter in Maine“ von Gerard Donovan. „Aufschneider“ von Susanna Moore. „Das Muschelessen“ von Birgit Vanderbeke.

Und ich könnte sehr lange weitermachen...

 Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Schreiben. :) Lesen. Filme und Serien ansehen. Fahrrad fahren. Und wirklich am allerliebsten: aufs Meer starren!

 Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest?

Ein paar Monate durch Island reisen. Eine Zeitlang auf einer kleinen Insel wohnen. Nordlichter sehen. Singen können. Aber Letzteres, das wird nix mehr.

 Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern?

Durchaus wichtig. Schreiben ist eine einsame Angelegenheit. Wenn ich mich lange mit einem Buch beschäftigt habe, verliere ich die Distanz dazu und kann mir unmöglich mehr vorstellen, ob das, was ich da geschrieben habe, jemanden interessieren könnte. Ich verliere komplett den Blick von draußen. Da hilft es mir dann immer sehr, wenn Leser und Rezensenten mir vermitteln, dass das Gelesene sie in irgendeiner Form interessiert hat.

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen?

Ich danke.

Und ja: Lesen. Viel lesen. Menschen zum Lesen bringen. Kinder zum Lesen bringen.

Und danke dafür! 


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