Interview mit Reinhard Berk

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :)

Hallo, das Danke beruht auf Gegenseitigkeit. Schön, dass du mir die Gelegenheit gibst, mich auf dieser Plattform vorzustellen.

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Na ja, ich bin ein Ex-Alki, Ex-Krebspatient, Ex-Handwerker, Ex-Unternehmer, Ex-Pleitier, Lebemann, Möchtegern-Autor, Provokateur und Schalkefan im besten Mannesalter. Außerdem bin ich begeisterter Papa einer mittlerweile erwachsenen Tochter. Alles Ergebnis eines nie langweiligen, manchmal sogar nervenaufreibenden Lebens.

Seit wann schreibst du?

Es müsste im Herbst 2006 angefangen haben, als mich die Lust auf das Schreibens gepackt hat. Meine beiden ersten Bücher habe ich komplett von Hand geschrieben, bevor ich sie dann abgetippt habe. Wahnsinn, aber es hatte einen gewissen Drive - zumal es zwei sehr persönliche Bücher geworden sind.

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen?

2005 habe ich eine stationäre Suchttherapie absolviert und mir neue Ziele gesetzt. Drei Monate später bekam ich die Krebstdiagnose. OP, Reha und Nachsorge folgten. In dieser Zeit fing ich an zu schreiben. Zuerst die beiden autobiografischen Bücher über meine Alkoholtherapie und die Krebserkrankung. Irgendwie bemerkte ich eine wohltuende, fast therapeutische Wirkung des Schreibens und versuchte mich an einem Thriller (“Missbraucht"). Mit jeder Seite wuchs der Spaß und der Ehrgeiz. Drei Jahre habe ich an ihm geschrieben, um ihn dann, mit der naiven Unbedarftheit eines Laien, als E-Book zu veröffentlichen. Der Erfolg war für mich zählbar und übertraf jede Erwartung. Es gab zwar auch Kritik, da ich ohne jegliches Lektorat veröffentlicht hatte, aber die Geschichte und mein Erzählstil fanden tollen Anklang. Tja, und von da ab ging's dann "mordsmäßig" los.

Ab wann wusstest du, dass du Autor werden willst?

Ich sehe mich noch nicht zwingend als Autor. Vielleicht bin ich einer, vielleicht bin ich aber erst auf dem Weg dahin einer zu werden. Ich kann mich auch sehr gut mit dem Wort "Schreiberling" arrangieren.  

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

1. “Parabolica“ (2008)

2. “Boxenstopp“ (2010)

3. “Missbraucht“ (2013) z.Zt. im Lektorat, wird im Juni auch als Taschenbuch erscheinen

4. “Ein bunter Teller Mord und Totschlag“ (2014), nur als E-Book

5. “Kinder, die zum Töten taugen“ (2015), sowohl als E-Book als auch als Taschenbuch

6. “Deja-vu“ Geschändet und gebrandmarkt (März 2017), sowohl als E-Book als auch

als Taschenbuch

Hast du für deine Bücher recherchiert?

Ja, das habe ich. Ich habe mehrmals mit Mordkommissionen in Koblenz und Offenburg gesprochen, habe Journalisten und Mediziner befragt, in Zeitungsarchiven gestöbert und mir gewisse Örtlichkeiten angeschaut.

Wo schreibst du am liebsten?

... siehe mein Bild

Hast Du ein festes Schreibritual?

Nein, kein festes. Ich schreibe bevorzugt in der Früh. Morgens zwischen vier und fünf fange ich an und schreibe dann drei, vier Stunden. Ich finde es ist eine geile Zeit, besonders im Sommer, wenn man den Tag dabei beobachten kann, wie er sich Bahn bricht. Der Anfang eines Buches ist für mich schwerer und ich muss mich etwas disziplinieren, wenn ich aber den Einstieg habe, gibt es Tage, da muss ich mich bremsen und schreibe auch an jeder anderen Tageszeit. Ganz nach meiner Inspiration.

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst?

Jetzt ist erst einmal eine etwas längere Schreibpause angesagt, in der ich mich um die Vermarktung von “Deja-vu“ und die Neuauflage von “Missbraucht“ kümmere. Danach steht der letzte Teil meiner auf drei - jeweils in sich abgeschlossenen - Bänden angelegten Thrillerreihe an.

Vielleicht schreibe ich aber erst noch etwas ganz anderes und zwar eine kleine humorvolle Geschichte, die mir im Kopf umherschwirrt. Wird wohl meine Tagesform und mein Kontoauszug entscheiden.

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat?

Würde ich nicht sagen. Bewusst jedenfalls nicht.

Aber am Rande erwähnt: Ich hatte das Vergnügen und die Ehre, mit Jacques Berndorf zusammen eine Lesung zu machen. Dessen Coolness und Professionalität sind schon erstrebenswert. Ein tolles Erlebnis mit einem wahnsinnig interessanten Menschen, der viel zu erzählen hat.

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren?

Eigentlich mag ich am liebsten Geschichtsdokumentationen, Belletristik lese ich gar nicht so häufig. Ab und an mal zur Inspiration, meist lese ich sie sogar nur an, um mich dann wieder meinen Manuskripten zu widmen.

In der Kategorie Thriller/Krimis, finde ich allerdings Stieg Larsson toll. Er ist/war der König. Auch Jo Nesbo hat mich positiv in seinen Bann gezogen.

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Ich bin großer Nachrichtenkonsument - egal ob Politik, Sport oder Gesellschaft, treibe relativ viel Sport und bin mit zunehmender Begeisterung tagträumender "Löcher in die Luft Gucker".

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest?

Ich könnte jetzt etwas von Gesundheit, Bescheidenheit und Zufriedenheit erzählen, aber ... ... na ja, so einen richtigen Megabestseller zu schreiben, wäre schon ein Hammer!

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern?

Sehr wichtig. Kritik und Verbesserungsvorschläge, die sachlich begründet angetragen werden, sind immer hilfreich. Wenn ich allerdings lese, dass jemand Kritik daran festmacht, indem er z. B. das Ende „meiner Geschichte“ selbst anders geschrieben hätte, kann ich mir schon einmal respektlos an den Kopf fassen.

Und über die positiven Rückmeldungen freut man sich natürlich. Sie haben motivierende, ja manchesmal sogar euphorisierende Wirkung. Schön!

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen?

Vielleicht liest man sich mal, würde mich sehr freuen.


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