Interview mit Nike Mangold

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :) 

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Mein Name ist Nike, ich bin in Hamburg geboren und wie "Fettes Brot" so schön singen: "Ich liebe die Schiffe, das Meer und den Hafen". Den Hafen liebe ich so sehr, dass es mich schon seit je her in die Ferne zieht. Ich bereise die Welt und lebe mal hier und mal dort. Mein wertvollster Besitz ist meine Sammlung von Steckdosenadaptern.

Seit wann schreibst du? 

Richtig ernsthaft seit vier Jahren. Vorher habe ich nur Tagebücher vollgekritzelt. (Und das auch nur zur Entspannung, ich entsorge sie, sobald sie voll sind.)

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen? 

Auf einer langweiligen Schifffahrt hatte ich die Idee zu meinem ersten Buch ("Prinzessinnen stehlen nicht"). Es gab nichts zu tun, und das TV-Programm war mies, darum habe ich mir gleich wie wild Notizen gemacht. Zu Hause habe ich dann einfach mit dem ersten Kapitel begonnen.

Ab wann wusstest du, dass du Autorin werden willst?  

Als ich merkte, dass man einfach nur ein Wort nach dem anderen in die Tastatur hacken muss, platzte der Knoten. Ich glaube, vorher wollte ich auch schon gern Autorin werden, hatte aber Angst, es nicht zu schaffen. Darum verdrängte ich diesen Wunsch.

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

"Die Orangerie" (historischen Hamburg-Roman)

"Stand-In" (Turbulente Seifenoper um eine junge Frau, die gegen Bezahlung die lästigen Pflichten eines Society-Girls übernimmt)

"Sehen und gesehen werden" (Krimi)

und eine Reihe Kurzgeschichten (gruselig-spannende und romantisch-skurrile).

Hast du für deine Bücher recherchiert? 

Ja, für "die Orangerie" habe ich viel recherchiert. Beim Stöbern nach neuem Lesestoff bin ich zufällig auf ein Buch des Hamburger Historikers Geerd Dahms gestoßen und war fasziniert. Er beschreibt eine Unterwelt, die sich einst an einem Ort befand, wo man sie absolut nicht erwarten würde - heute jedenfalls nicht mehr.

Wo schreibst du am liebsten?

In der Natur, mit Blick auf einen See oder auf das Meer.

Hast Du ein festes Schreibritual?

Nein, aber ich habe eine Schreibstrickjacke. Mir wird beim Tippen leicht kalt, selbst an warmen Orten.

Hast du ein neues Projekt, das du uns schon verraten kannst? 

Im Sommer erscheint "Unter den Linden", eine Dystopie, die in Berlin spielt. Man kennt die Hauptstadt als wuseligen Ort. In meinem Buch ist sie beinahe menschenleer. Aber warum? Das versucht die Hauptfigur herauszufinden.

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat? 

Ich mag T. C. Boyle, besonders seine Kurzgeschichten. So fantasievoll möchte ich auch schreiben.

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren? 

Außer Boyle lese ich auch alles von John Irving, Milena Moser, Zadie Smith und Dave Eggers. 

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Reisen und essen. 

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest? 

Ich würde schrecklich gern GUT surfen können. Leider bin ich unbegabt, aber vielleicht verrät mir noch mal jemand den magischen Trick.

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern? 

Sehr wichtig. Als Autorin hat man sonst das Gefühl, seine Bücher in ein schwarzes Loch zu werfen, sobald sie fertig sind. Es gibt zwar Verkaufszahlen, aber die bekommt man immer erst mit Verzögerung. Das Warten auf die erste Rezension ist bei jedem neuen Buch wieder nervenzerfetzend.

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen? 

Falls ihr auch schon immer mal schreiben wolltet und den Dreh nicht bekommt, nehmt am NaNoWriMo teil (in 30 Tagen 50000 Wörter schreiben). Der November ist sonst für nichts gut, und es macht irre Spaß, auch wenn man das Pensum, so wie ich, nicht ganz schafft. Dabei sein ist alles! 


Kommentar schreiben

Kommentare: 0