Interview mit Marlene Klaus

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :)

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Gerne. Ich bin gelernte Buchhändlerin, arbeite aber schon lange nicht mehr in meinem Beruf.

Den habe ich übrigens gewählt, um der Literatur nahe zu sein. Bücher um mich herum, mit Kunden und Kolleginnen über sie reden – was konnte es schöneres geben! Um meine Brötchen zu verdienen arbeite ich inzwischen in einer Bibliothek, habe also, oh großes Glück, noch immer Bücher um mich herum sowie Menschen, die gerne über sie reden.

Seit wann schreibst du?

Tagebücher und Briefe schon immer. Im Jahr 2000 habe ich dann mit dem Schreiben meines ersten Romans begonnen. Wie bei vielen war das ein klassischer Erstling, den man nicht wirklich einen Roman nennen kann und der noch immer in der Schublade liegt – was auch gut so ist *grins*.

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen?

Ich habe endlich auf meine innere Stimme gehört, die mir Zeit meines Lebens sagte, dass ich schreiben wollte. Ich habe an meinem Erstling herumgebastelt – siehe vorige Frage – und angefangen, Schreibwerkstätten und Schreibgruppen zu besuchen.

Schließlich fand mich das Thema meines ersten Romans, also des richtigen Romans, der dann auch veröffentlicht wurde, und ich begann mit der Recherche und dem Schreiben.

Ab wann wusstest du, dass du Autorin werden willst? 

Ich muss wohl um die vierzehn gewesen sein, als ich auf die Frage, was ich denn mal werden wolle, „Schriftstellerin“ antwortete. Aber wirklich vorstellen wie das gehen sollte, konnte ich mir nicht. Wie sollte man das „werden“? Man konnte ja nicht einfach eine Ausbildung machen. Und Schriftsteller trugen große Namen, kamen aus Amerika oder England oder Frankreich. Hingegen ich … *lach*. Nun, ich wurde es schließlich.

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Beschützerin des Hauses

Das Buch des Kurfürsten

Das Herz der Verräterin

Das sind historische Romane, die im 16. und beginnenden 17. Jahrhundert spielen und jeweils einen bedeutsamen Aspekt der kurpfälzischen Geschichte beleuchten. Die ehemalige Kurpfalz ist in etwa mit der heutigen Metropolregion Rhein-Neckar identisch, also dem Großraum um die Städte Mannheim und Heidelberg.

In „Beschützerin des Hauses“ geht es um Hexenverfolgung. Die Kurpfalz war nämlich beim Thema Hexenverbrennungen nicht so schnell bei der Sache. Anders als in den Gegenden, in denen die Scheiterhaufen massenweise brannten.

In „Das Buch des Kurfürsten“ schildere ich die Auseinandersetzungen der kurpfälzischen Regierung mit der Reichsritterschaft. Zwischen die Fronten gerät ein junges Ehepaar.

In „Das Herz der Verräterin“ schließlich geht es um die politischen Spannungen am Vorabend des 30jährigen Krieges (der war von 1618 – 1648) sowie um die militärische Neuordnung des Landes und dass in Mannheim eine Festung gebaut werden sollte.

Außerdem sind inzwischen drei Bände der Gloria-Krimireihe erschienen:

Gloria und die Liebenden von Verona

Gloria und eine ägyptische Affäre

Gloria und die Londoner Liebschaften

Die Romane spielen im späten 19. Jahrhundert. Heldin ist die adlige Lady Gloria Wingfield, die sich leider immer wieder mit Verbrechen konfrontiert und zu eigenen Ermittlungen gezwungen sieht. An ihrer Seite sind ihre Großtante Josephine sowie – zunächst höchst unerwünscht – der englische Lord Alexander Lyndon.

Hast du für deine Bücher recherchiert?

Massenweise, wirklich. Ich habe Ordner voller Material. Hauptsächlich Kopien aus Fachbüchern, aber auch viele abgeschriebene oder in eigenen Worten zusammengefasste Passagen. Puh, echt viel Stoff.

Wo schreibst du am liebsten?

Ganz klassisch an meinem Schreibtisch.

Hast Du ein festes Schreibritual?

Gerne morgens, noch frisch und unverbraucht. Und vor allem ohne Blick ins Internet.

Sonst nichts, keinen alten Apfel in der Schublade, an dem ich hin und wieder schnuppern muss, wie man es Schiller nachsagt, kein Radio, keine Duftkerze … nichts. Langweilig, oder? Gääähhhn.

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst?

Derzeit spiele ich mit einigen Projektideen herum, zu denen ich aber noch nichts Genaues sagen kann.

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat?

Definitiv zwei: John Irving und Anne Rice. Sie schrieben Geschichten zum Lachen und Weinen und Mitfiebern, mit Charakteren, die unvergesslich bleiben.

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren?

Siehe die vorige Frage: John Irving und Anne Rice. John Irvings „Hotel New Hampshire“ und „Gottes Werk und Teufels Beitrag“ sowie Anne Rices „Vampir Chroniken“ gehören zu meinen Lieblingsbüchern. Bei beiden gefallen mir die neueren Werke inzwischen jedoch nicht mehr so gut. Außerdem mag ich Martin Suter, Charles Dickens, Patricia Highsmith und Helge Timmerberg.

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Ich arbeite im Garten, fahre Rad und gehe schwimmen. Und natürlich gehe ich mit Freundinnen und Freunden essen oder ins Kino. Auch nicht sonderlich spektakulär, was? Auch dass ich gerne Filme und Serien auf DVD schaue, dürfte keine allzu große Enthüllung sein.

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest?

Einer meiner stärksten Wünsche ist der, eines Tages ein gebundenes Buch von mir in Händen zu halten. Mit Lesebändchen *grins*.

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern?

Die Rückmeldung von Lesenden ist mir freilich sehr wichtig. Schließlich bin ich gespannt, wie das, was ich kreiert habe, da draußen in der Lesewelt ankommt. Daher gab es zu fast allen meinen Büchern bisher auch Leserunden im Internetforum „Lovelybooks“. Aktuell startet gerade die zu „Gloria und die Londoner Liebschaften“.

Als Autorin will ich natürlich, dass die Figuren gemocht werden, dass man mit ihnen lacht, weint oder bangt. Wenn Lesende dies tun und mit der Handlung mitfiebern, freue ich mich ungemein. Doch fast wichtiger ist Kritik: Jemand hat etwas nicht verstanden oder Stellen als zu langatmig empfunden oder eine andere Anmerkung – zugegeben, das lese ich mit verhaltenem Atem – , dann versuche ich, dies nächstes Mal zu berücksichtigen und besser zu machen.

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen?

Danke, dass du mich gefragt hast! Lesen und in Geschichten oder andere Welten abtauchen ist einfach wunderbar – aber das wisst ihr ja alle, die ihr so begeistert Bücher verschlingt, Blogs schreibt und lest, Autorinnen und Autoren trefft und euch über Bücher austauscht. Herzliche Grüße und wohlan voran zum nächsten Buch!


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