Interview mit Susanne Oswald

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :)

Ein herzliches Hallo zurück.

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Mein Name ist Susanne Oswald, Sanne Aswald, Sanne Boll oder auch Ina Janke. Je nachdem, in welchem Genre ich mich gerade bewege.

Geboren wurde ich 1964 in Freiburg im Breisgau.

Meine Heimat habe ich in der Nähe von Freiburg gefunden, mit dem Rhein fast vor der Haustür.

Töps, mein Mops, passt auf, dass ich nicht nur am Schreibtisch sitze. Er sorgt dafür, dass ich an die frische Luft gehe und achtet darauf, dass in unserem Haus täglich gelacht wird.

Nebenbei führe ich gemeinsam mit meinem Mann die familieneigene

Senfmanufaktur “Senferia“.

Seit wann schreibst du?

Mit zehn wollte ich Schriftstellerin werden – damals habe ich auch die ersten Märchen und Abenteuergeschichten geschrieben. Zwischendurch hab ich das Schreiben aus dem Blick verloren und mit Mitte zwanzig wieder neu entdeckt. Bis es mein Beruf wurde, hat es dann nochmals ein paar Jahre gedauert.

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen?

Den Traum Bücher zu schreiben trage ich quasi schon mein ganzes Leben in mir – auch wenn ich es zeitweise vergessen hatte. Aber einen Lebenstraum kann der Alltag auf Dauer nicht wegschieben. Er hat sich mit voller Kraft wieder an die Oberfläche gearbeitet. Ich wollte es unbedingt, habe dafür gekämpft und dafür geschuftet. Und irgendwann war es soweit. Der erste Buchvertrag, der erste Abgabetermin, das erste Manuskript, das erste Lektorat, das erste Buch. Heute sind es über dreißig Bücher, die Realität ist bei weitem nicht so romantisch wie ich es mir zu Beginn dieses Abenteuers ausgemalt habe, aber das Schreiben, Veröffentlichen und aus meinen Büchern lesen hat nichts von dem Zauber verloren. Es ist immer wieder so berauschend und unglaublich wie beim ersten Mal.

Ab wann wusstest du, dass du Autorin werden willst? 

In der dritten Klasse fing es an. Das war keine bewusste Entscheidung. Die Lust aus Buchstaben Worte und aus Worten Sätze und Geschichten zusammenzufügen war einfach da.

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Seit September 2009 arbeite ich hauptberuflich als

Schriftstellerin mit etlichen Veröffentlichungen im Kinder- und Jugendbuchbereich, Romanen für Erwachsene und Sachbüchern. Die wichtigsten aktuellen Titel stelle ich hier gerne vor, einen Gesamtüberblick gibt es auf meiner Webseite www.susanneoswald.de

Meine Krimis schreibe ich seit 2015 unter dem Namen Sanne Aswald. Bisher erschienen:

Tod auf dem Titisee, Emons Verlag 2015

Tod in der Ortenau, Emons Verlag 2016

Die Krimis transportieren badisches Lebensgefühl gepaart mit einer guten Portion Humor.

Kinderbücher veröffentliche ich inzwischen unter dem Pseudonym Sanne Boll.

Unter meinem Realnamen Susanne Oswald schreibe ich Sachbücher zu

Gesundheits- und Naturthemen und Kochbücher.

Wo das Glück wächst, Busse Seewald Verlag 2016

Tomatenpesto und Ingwersenf, Thorbecke Verlag 2016

Nichts wie raus, Thorbecke Verlag 2015

Zu meinem Buch "Wo das Glück wächst", gibt es eine gleichnamige

45-minütige Reportage und einen 90-minütigen Film „Gartenlust im Südwesten – Wo das Glück wächst“, der am Pfingstsonntag 2017 um 20.15 Uhr im SWR zum ersten Mal ausgestrahlt wird.

Für dieses Buch habe ich 12 Gärten besucht und mich mit den Gärtnern über ihr Gartenglück und den Weg dorthin unterhalten. Mit dabei sind die Gärten von Johann Lafer, Harald Glööckler und Martina & Moritz. Dieses Projekt war ein großes und sehr berührendes Abenteuer, für mich ebenso wie für die Gärtner. Und Töps war fast immer mittendrin dabei. Diese Mischung hat ein sehr persönliches Buch möglich gemacht, das mich selbst immer wieder berührt, wenn ich darin blättere und lese oder wenn ich bei Lesungen von meinen Abenteuern berichte, Geschichten von vor und hinter der Kamera erzähle und Bilder dazu zeige. Dadurch geht das Abenteuer irgendwie immer weiter, was ich sehr genieße.

Mit „Tomatenpesto und Ingwersenf“ schlage ich die Brücke zur Senferia. Da konnte ich mich kulinarisch austoben, was einige Schlemmerstunden mit sich brachte.

„Nichts wie raus“ war Natur-Buchtipp Juli 2015 der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur. Darüber habe ich mich enorm gefreut, weil Kinder und Natur mir am Herzen liegen.

Hast du für deine Bücher recherchiert?

Ja, klar, Recherche gehört dazu, auch wenn ich mir die Realität in meinen Geschichten hin und wieder so anpasse, wie es mir gefällt. Das ist die Freiheit der Fantasie.

Bei den Sachbüchern kommt mir meine Gartenliebe und meine Ausbildung zur Heilpraktikerin zugute.

Witzig war es letztes Jahr, als ich „Wo das Glück wächst“ und „Tod in der Ortenau“ parallel geschrieben habe. Da haben sich Fiktion und Realität auf sonderbare Weise vermischt, ich bin als Susanne Oswald in einen Garten und hatte Sanne Aswald zu Recherchezwecken auf meiner Schulter sitzen. Ellens Lieblingsbuch ist mein Gartenbuch, sie hat es in „Tod in der Ortenau“ gelesen, bevor ich es geschrieben hatte. Verwirrt? Macht nichts. Ich auch. Und es ist wundervoll.

Wo schreibst du am liebsten?

Bezogen auf den reinen Schreibprozess an meinem Schreibtisch. Aber zum Schreiben gehört ja auch das Planen, Plotten und Ideen wälzen. Dabei hilft mir Bewegung, deshalb mache ich das am liebsten bei Spaziergängen oder am Rhein (da dann auch mal sitzend, das Wasser bewegt sich ja).

Hast Du ein festes Schreibritual?

Nein. Ich setz mich hin und schreibe. Und wenn ich hänge, lese ich, oder spiel Mahjong (das hilft manchmal, die Gedankenknoten zu lösen). Aber fest ist einzig und allein der Abgabetermin, das genügt als Ansporn.

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst?

Neue Projekte gibt es, aber derzeit ist das noch geheim. Da lohnt es sich, zwischendurch auf meine Facebook-Autorenseite zu schauen, dort poste ich meist als Erstes, wenn es was zu berichten gibt.

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat?

Sicher jeder, dessen Buch ich gelesen habe. Aber nichts, was ich bewusst benennen könnte.

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren?

Das ist unglaublich schwierig zu beantworten, weil es so viele gibt. Ich liebe die Bücher von Mara Andeck, sie schreibt klug und tiefsinnig und dabei trotzdem lockerleicht. Die Bücher von Kerstin Gier verschlinge ich meist mehrfach, sie begleiten mich seit Jahren. Kathryn Taylor finde ich toll. Ihre Geschichten habe ich letztes Jahr für mich entdeckt. Diese Autorinnen (und noch viele, die ich jetzt nicht alle nennen kann) begeistern und beeindrucken mich mit ihrem Schreibtalent aber auch persönlich als Menschen. Ich bin sehr froh so wunderbare Kolleginnen zu haben.

Und dann noch die Harry Potter Bücher. Genial!

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

So richtig Freizeit habe ich eigentlich nicht, denn ein Teil meines Seins ist immer auf Abruf, immer auf der Lauer nach möglichen Buchthemen, nach Szenen die für Geschichten taugen, nach lustigen Worten – Rhabarberohren! – das hat mir eine Freundin erst vor ein paar Tagen geschenkt und ich bin glücklich darüber. Das kommt in den Roman, an dem ich gerade schreibe.

Aber wenn Arbeit sich wie Freizeit anfühlt, dann ist das doch auch wunderbar, oder? Und in dieser Arbeits-Freizeit gehe ich am liebsten Spazieren, strolche durch Gärten, fahre Fahrrad oder sitze am Rhein und lass das Leben an mir vorbeiplätschern.

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest?

Ich bin mit Herz und Seele Autorin, ganz klar wäre es fantastisch, eines Tages auf der Bestsellerliste zu stehen. Das ist der ultimative Traum.

Und ein Haus mit Garten.

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern?

Positive Rückmeldungen sind Streicheleinheiten für die Autorenseele und deshalb natürlich wichtig. Es ist auch ein schönes Gefühl mitzubekommen, wie das, was ich mir an meinem Schreibtisch ausgedacht habe, bei den Menschen ankommt. Zu wissen da gibt es Leute, denen ich ein paar Stunden Urlaub vom Alltag schenken konnte ist wunderbar.

Ich liebe Lesungen, weil man da nahe an den Lesern dran ist.

Manchmal bekomme ich Briefe von Klassen, das sind Gänsehautmomente.

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen?

Lest. Lacht. Liebt. Und vergesst eure Glücksfeen nicht. Meine schnarcht gerade hier neben mir.


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