Interview mit Ralf H. Dorweiler

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :)

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Ich wurde 1973 in der Nähe der Loreley geboren und bin dort auch aufgewachsen. Zum Studium zog ich nach Köln und von dort aus mit meiner Frau und meinem Sohn nach Süddeutschland. Seit vielen Jahren lebe ich im Südschwarzwald, wo ich mich sehr wohl fühle. 

Seit wann schreibst du? 

Schon sehr lange, allerdings nicht mit dem ernsthaften Ziel, damit an die Öffentlichkeit zu treten. Das hat sich 2004 geändert. Ich habe mir damals ein Jahr Auszeit genommen, um einen Roman zu schreiben. Meine innerliche Vorgabe war, dass dieses Buch auch veröffentlicht werden sollte. Entstanden ist mein erster Krimi, Mord auf Alemannisch. Seither ist die kommenden Jahre immer wieder ein neuer Band erschienen.

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen? 

Mit elf Jahren ist mir mal der Lesestoff ausgegangen. Da blieb nur, mir selbst eine Geschichte auszudenken und aufzuschreiben. Es wurde ein Abenteuer im Stil von Karl May, 70 Seiten kamen zusammen, eng mit Bleistift auf kariertes Papier geschrieben. Von da an hat das Schreiben mich nie wirklich losgelassen.

Ab wann wusstest du, dass du Autor werden willst?  

Den Wunsch hatte ich schon als Kind. Schriftsteller sein zu wollen, löste meine vorigen Berufsziele ab: Tierforscher, Archäologe und Astronaut. Es schien mir eine gute Möglichkeit, um alle meine vielen Interessen unter einen Hut zu bekommen.

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

2006 erschien der erste Teil meiner Krimireihe um den Testdieb Rainer Maria Schlaicher und seinen Basset Dr. Watson (Emons-Verlag). Gleich der erste Band war ein guter Erfolg, so dass ich Jahr für Jahr ein neues Buch schrieb, insgesamt hat die Reihe sieben Teile. Zwischendrin habe ich mit meiner Frau einen ungewöhnlichen Reiseführer über den Schwarzwald  geschrieben. Ganz aktuell ist mein erster Historischen Roman, "Der Pakt der Flößer", bei Bastei-Lübbe veröffentlicht worden.

Hast du für deine Bücher recherchiert? 

Recherche spielt immer eine große Rolle, immerhin bin ich auch ausgebildeter Journalist. Obwohl man sich in meinen Krimis über skurrile Charaktere und oft auch an Situationskomik erfreuen kann, gibt es doch immer ernsthafte Hintergründe, zum Beispiel das Testen von Medikamenten, Magersucht oder Wirtschaftskriminalität. So etwas muss genauso stimmen, wie die Polizeiarbeit. Ich möchte immer wissen,  wie genau die Polizei in meinen Mordfällen vorgehen würde, auch wenn ich mich dann nicht immer daran halte. Mein Kommissar Schlageter ist ein bärbeißger Einzelgänger, der von Ermittlung im Team nicht so viel hält. Er verstößt oft gegen Regeln. Mir ist es wichtig, zu wissen, gegen welche. Im historischen Roman spielt die Recherche nochmal eine viel größere Rolle. Die Geschichte um "Der Pakt der Flößer" wird durch einen heimtückischen Mord in Amsterdam ins Rollen gebracht, den ein dem Alkohol sehr zugetaner Pfarrer aufklären möchte. Dabei geht es auch um die Schwarzwaldflößer, die mit unfassbar großen Floßgebinden bis nach Holland fuhren. 700 Mann lebten die Fahrt über auf so einem Floß, also ein ganzes Dorf. Diese ganzen Informationen zusammenzutragen, hat eigentlich länger gedauert als das Schreiben der mehr als 500 Seiten.

Wo schreibst du am liebsten?

Wenn es warm ist im Garten, ansonsten im Esszimmer bei meinen beiden Bassets oder in meinem Arbeitszimmer. Zum Planen setze ich mich gerne mit viel Papier in ein Café.

Hast Du ein festes Schreibritual?

Nein. Höchstens, dass ich gerne eine Tasse Kaffee in der Nähe habe...

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst? 

Aktuell bin ich an den letzten Seiten für meinen zweiten historischen Roman, ebenfalls für Bastei-Lübbe.

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat? 

Eigentlich alle, von denen ich etwas gelesen habe. 

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren? 

Ich lese sehr gerne Science-Fiction. Isaak Asimovs Foundation-Trilogie gehört für mich mit zum Besten, was das Genre zu bieten hat.

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Ich bin gerne mit meinen Hunden unterwegs, kümmere mich um den heimischen Garten, gehe ins Kino oder in ein Restaurant.

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest? 

Zuerst dachte ich: Wunschlos glücklich!  Aber so ein paar Sachen könnte man doch immer noch aufsatteln: Ich möchte mir ein Pferd anschaffen, um schöne Ausritte im Südschwarzwald zu erleben, gerne ein großes Kaltblut. Mit meinem Sohn will ich mir Japan anschauen. Zwei weitere Reiseziele sind Australien und Island. Und ansonsten ist mein Ziel, noch ganz viele spannende Geschichten zu erzählen!

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern? 

Ich finde Feedback sehr motivierend, seien es Rezensionen in Portalen, Besprechungen in Blogs oder in der Presse, gemeinsame Leserunden im Internet oder eine direktere Ansprache per Mail oder gar Brief. Ich mache auch sehr gerne Lesungen, bei denen ich den direkten Kontakt zu meinem Publikum suche. Wenn dann zum Schluss Leute mit zerlesenen alten Krimis kommen und fragen, ob ich die auch signiere, bin ich immer ganz gerührt.

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen? 

Wir lesen uns!


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