Interview mit Sebastian Niedlich

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :) 

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Nein, eigentlich nicht.

Spaß.

Mein Name ist Sebastian Niedlich, ich schreibe Bücher, diewodaso witzig und nachdenklich sind.

Außerdem kann ich mit dicken Backen sprechen. Eigentlich ein Wunder, dass ich noch nicht in eine Talkshow eingeladen wurde.

Seit wann schreibst du? 

Seit ich in der Schule Schreiben gelernt habe. *Ba-Dumm-Tsch*

Danke, ich bin die ganze Woche hier!

Schätze, es geht darum, wann ich mit dem kreativen Schreiben angefangen habe. Da hatte ich schon relativ früh Lust drauf.

In jungen Jahren habe ich Comics gezeichnet und getextet, bis ich dann in eine Phase "Alle Bücher außer Sachbücher sind Schund" gekommen bin. Da habe ich aber

mehr gelesen als geschrieben. Schließlich, nachdem meine geistige Umnachtung wieder abnahm, habe ich dann mit Drehbüchern angefangen. Sagte ich gerade, dass meine

geistige Umnachtung abnahm? Ganz im Gegenteil. Drehbücher schreiben ist DIE geistige Umnachtung schlechthin. (Hiermit entschuldige ich mich in aller Form

bei allen Drehbuchautoren, aber ihr wisst ja selbst, wie das in Deutschland mit Drehbüchern, Produktionsfirmen, Redakteuren usw. ist.)

So gegen 2008 habe ich dann tatsächlich mit dem Romanschreiben angefangen.

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen? 

Mein damaliger Co-Autor und ich haben irgendwann zusammengesessen und überlegt, was wir als nächstes schreiben würden.

Der Erfolg unserer Drehbücher war bescheiden und irgendwie sagten wir beide, dass wir gerne mal einen Roman schreiben würden. So haben wir dann beschlossen,

dass wir beide jeweils ein Buch verfassen würden, dessen Fortschritt dann monatlich quasi vom anderen lektoriert wurde. So entstand mein erster Roman

"Der Tod und anderere Höhepunkte meines Lebens". 

Ab wann wusstest du, dass du Autor werden willst?  

Ach, eigentlich hätte ich das gerne schon in meiner Jugend gemacht, denke ich. Irgendwann dachte ich ja auch, dass das vor allem heißt, dass man irgendwo

in der Toskana faul auf der Veranda liegt, sich besäuft, mal eben in zehn Minuten ein Meisterwerk raushaut, alle Frauen auf einen fliegen und man dann im

Fernsehen nur in zitatwürdigen Sätzen spricht. Wie sich herausstellt sitze ich im kalten Potsdam, stocknüchtern (weil ich nicht trinke), brauche Monate für ein Buch,

bin schon froh, dass sich überhaupt eine für mich erbarmt hat, und neige dazu in Bandwurmsätzen zu tippen, die per Direktnachricht auf Facebook geführt werden.

Was für ein Leben!

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Da wären mein Erstling und Bestseller "Der Tod und andere Höhepunkte meines Lebens", der dazugehörige Kurzgeschichtenband "Der Tod, der Hase, die Unsinkbare und ich",

der Roman "Und Gott sprach: Es werde Jonas", der Kurzgeschichtenband "Ein Gott, drei Könige und zwei Milliarden Verrückte", der Kurzgeschichtenband "Das Ende der Welt

ist auch nicht mehr das, was es mal war" und den Sammelband mit allen Kurzgeschichten namens "Am Ende der Welt gibt es Kaffee und Kuchen".

Und im Herbst erscheint mein dritter Roman, der ebenfalls einen langen Titel hat.

Hast du für deine Bücher recherchiert? 

Ja, natürlich. Besonders bei "Der Tod und andere Höhepunkte ..." musste ich bezüglich des Arztberufs bzw. -studiums recherchieren. Selbst bei Kurzgeschichten schaue ich,

ob das alles passt. Die waren alle fast rechercheintensiver als die Bücher. Manchmal recherchiere ich auch etwas zu gerne und bleibe im Internet hängen. Manchmal

recherchiere ich auch so viel, dass ich evtl. zuviel davon in die Geschichten packe. Ich gelobe Besserung.

Wo schreibst du am liebsten?

Ich habe Teile von "Und Gott sprach: Es werde Jonas" tatsächlich in der Toskana geschrieben. Jetzt frage ich mich gerade, warum ich mich eingangs darüber lustig gemacht habe.

Auch in Istrien habe ich schon bei angenehmer Temperatur auf einer Veranda geschrieben. Das war zugebenermaßen schon recht cool. Aber Fakt ist, dass ich nunmal die meiste

Zeit daheim im Zimmer schreibe. Damit kann ich auch gut leben. Ich finde es eigentlich ziemlich dumm und prätentiös, wenn Leute extra in ein Café gehen, um dort zu schreiben.

Hast Du ein festes Schreibritual?

Bevor ich anfange zu schreiben, stehe ich für fünf Minuten in der Pose, die Grace Jones auf dem Cover ihres Albums "Island Life" macht, und singe dazu "Slave To The Rhythm".

Anschließend spiele ich noch die Greatest Hits von Queen auf dem Duduk und zerschlage eine alte Ming-Vase über dem Haupt eines greisen Einsiedlers mit Fußpilz.

Erst dann bin ich in der richtigen Stimmung.

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst?

Abgesehen von dem Buch, dass im Herbst 2017 erscheint, arbeite ich gerade an der Fortsetzung von "Der Tod und anderer Höhepunkte meines Lebens". Wird natürlich total super.

Könnt Ihr drauf wetten. Oder auch nicht. 

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat? 

Es gibt nicht einen Autor, der mich beeinflusst hat, es gibt viele. Aber so rückblickend würde ich denken, dass sich Loriot, die Truppe um Monty Python und die alten

MAD-Hefte schon am ehesten für mein Schriftstellerdasein zu verantworten haben.

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren? 

Ironischerweise sind die Bücher und Autoren, die ich zu meinen Lieblingen zählen würde, am wenigsten mit meinen Büchern oder mir selbst zu vergleichen. Neil Gaiman wird durch

seine "Sandman"-Reihe immer einer meiner Favoriten sein. Auch Walter Moers sind besonders mit "Die 13 1/2 Lebens des Kapitän Blaubär" und "Rumo" zwei ganz große Würfe gelungen.

Andreas Eschbachs "Eine Billion Dollar" finde ich großartig. Nicht zu vergessen Joanne Rowling oder Stephen King. 

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Früher hätte ich gesagt "Schreiben". Fotografie ist ein Hobby von mir. Aber machen wir uns nichts vor: Am ehesten liege ich auf der Couch, schaue Serien oder Filme oder

spiele auf der Konsole.

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest? 

So blöde wie das klingt: Ich würde gerne genug Geld haben, um sorglos durch die Welt reisen zu können. Es gibt so viele Orte und Gegenden, die ich gerne mal sehen wollen

würde. Zumal sich das prima mit meinem Hobby Fotografie ergänzt. Vielleicht würde ich da sogar ein Buch draus machen. Genug Geschichten von Reisen hätte ich eigentlich jetzt

schon zu erzählen.

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern? 

Das kommt sicherlich darauf an, wie man Feedback definiert. Konstruktives Feedback darüber, wie eine Geschichte funktioniert oder auch nicht? Da stütze ich mich auf

ein paar ausgesuchte Leute und bin für jede Anregung und Kritik dankbar. Generelles Feedback? Nun, natürlich freue ich mich über jede Rezension. Obwohl...

ich hoffe, das klingt jetzt nicht arrogant: Bei manchen "Besprechungen" fragt man sich schon, warum der "Kritiker" sich überhaupt die Mühe gemacht hat etwas zu schreiben,

wenn am Ende nur "Fand ich doof" oder "Fand ich gut" herauskommt.

Feedback im Sinne von "Interaktion"? Mittlerweile habe ich doch einige Fans auf Facebook. Das finde ich sehr schön, wenn dort diskutiert oder gelacht wird.

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen?

Eigentlich bleibt mir nur, mich mit den Worten des Protagonisten meines zweiten Buches - Jonas - zu verabschieden: Seid kein Arschloch!

 


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