Interview mit Selma J. Spieweg

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :)

Hallo, vielen Dank, dass du mich zu diesem Interview eingeladen hast

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Ich bin Jacqueline Spieweg, lebe in Berlin und als Autorin veröffentliche ich unter meinem dritten Vornamen Selma. Von Beruf bin ich Grafikerin und seit einigen Jahren selbständig. Letzten Sommer habe ich mit mildem erstaunen festgestellt, dass ich schon 50 bin und 50 einfach nur eine Zahl ist.

Seit wann schreibst du?

Schon sehr lange, an einen konkreten Anfang kann ich mich nicht erinnern. Wahrscheinlich war es ein fließender Übergang, von Welten erschaffen, Geschichten erzählen, dazu, sie aufzuschreiben.

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen?

Auch dass ist gar nicht so leicht zu beantworten, denn ab wann ist etwas Geschriebenes ein Buch? Während der Schulzeit habe ich hauptsächlich phantastische Kurzgeschichten oder Parodien geschrieben und war Mitglied in zwei Gruppen die sich trafen, um sich gegenseitig ihre Texte vorzulesen und zu besprechen. Das erste längere Werk war ein Fantasy-Roman. Ich war 15 oder 16 als ich ihn geschrieben habe. Weitere folgten.

Das erste Buch, dass ich veröffentlicht habe, ist Rattenauge. Durch Rattenauge ist Susanne Gerdom auf mich aufmerksam geworden und lud mich zum Autorennetzwerk Qindie ein.

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

„Rattenauge“ – ein surrealer Roman aus dem Genre Urban Fantasy.

Aus meiner Krimiserie „Deserteur Alexej“:

„Am falschen Ende der Hoffnung“ – das Prequel. Ein Kurzkrimi

„Die Erben des Deserterurs“ – Band 1

Band 2 ist zwar schon zu 20% geschrieben und Band 3 im Kopf schon geplottet, doch dann kam eine andere Serie dazwischen: „Boris & Olga

„Boris & Olga“

„Tod dem Zaren“ – Band 1

„Die Zeitmaschine des Arabers“ – Band 2

„Der Plan der Zeit“ –Band 3

„Der Patient der Anarchistin“ – Eine Spin-off Kurzgeschichte

„Posterbuch“ – ein Buch mit allen Zeichnungen der ersten drei Bände mit zusätzlichen Szenen.

„Ferienspaß mit Sprotte“ – Ein Buch/Magazin für Kinder, mit Geschichten, Spielen, Rätseln und witzigen Informationen.

Hast du für deine Bücher recherchiert?

Ja, ich recherchiere sehr viel für meine Bücher. Für die Krimiserie zum Beispiel: Was ist der Unterschied zwischen den russischen Sondereinheiten OMON und SOBR, wer wird bei der SOBR aufgenommen, was verdienen, welche Dienstwaffen benutzen sie und wie viel Schuss Munition sind im Magazin. Oder auch: welche illegalen Medikamente könnte man im Medizinschrank eines Schweinebauern finden und eigenen sie sich, um Menschen außer Gefecht zu setzen? Ich habe auch recherchiert, welche Befehle Alexej im Chat benutzen muss, damit nur bestimmte User seine Kommentare lesen können.

Besonders viel habe ich für „Boris & Olga“ recherchiert. Zum einen natürlich, welche historischen Gegebenheiten gab es 1898, die Zeit, in der die Handlung spielt. Ich habe Biografien gelesen, um den auftauchenden realen Persönlichkeiten gerecht zu werden, ihre Charaktere zu treffen und so weiterzuspinnen, wie sie in dieser Welt unter diesen Umständen hätten reagieren können. Aber ich habe mich auch in die Physik und Quantenmechanik eingelesen und die Theorien für die physikalischen Gegebenheiten der Fantasy-Welt angepasst.

In den „Boris & Olga“-Bänden gibt es im Anhang ein Glossar mit den interessantesten historischen und wissenschaftlichen Hintergründen.

Wo schreibst du am liebsten?

Ich habe zwei Lieblingsorte. Im Sommer zieht es mich nach draußen, dann schnapp ich mir meinen Laptop und ziehe in den Garten um. Aber meine Schreibecke ist zum Schreiben fast noch schöner. Auf der anderen Seite meines Schreibtisches habe ich mir ein kleines Podest gebaut, es gepolstert und mit Kissen ausgestattet.

Hast Du ein festes Schreibritual?

Kaffee in griffweite stellen.

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst?

Zur Zeit schreibe ich am letzten Kapitel vom 4. Band von „Boris & Olga“. Danach folgt wahrscheinlich der 2. Band von Deserteur Alexej.

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat?

Ja, mehrere: Meine frühen Geschichten wurden von Gustav Meyrink, Edgar Allen Poe, H. P. Lovecraft, Ray Bradbury, Douglas Adams und Franz Kafka beeinflusst, später kamen Arkadi und Boris Strugatzki, Eliot Pattison und Collin Cotterill hinzu.

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren?

Jasper Forde – alle Bücher von ihm, aber am liebsten die „Nursery-Crimes“, die leider noch nicht ins deutsche übersetzt wurden und die „Thursday Next“-Reihe. Von Eliot Pattison die „Inspektor Shan“-Serie.

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Leider habe ich nicht viel Freizeit. Als Selbständige Grafikern arbeitet man doppelt so viel (und verdient dafür nur die Hälfte). Aber wenn ich Freizeit habe (ich zähle Schreiben jetzt mal nicht zur Freizeit), dann arbeite ich gerne im Garten, spiele Querflöte oder gehe mit Freunden geocachen.

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest?

Es wäre schön, wenn meine Bücher viel gelesen würden.

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern?

Sehr wichtig. Besonderes das Feedback bei Leserunden. Da kann man überprüfen, ob man zu viel, oder zu wenig erklärt hat, ob die handelnden Figuren glaubwürdig sind und ob die Leser mit ihnen mitfühlen können. Allerdings nehme ich mir beim Schreiben die Freiheit, dass zu schreiben, was ich selber gerne lesen würde. Meine Bücher würden wahrscheinlich ein breiteren Lesegeschmack treffen, wenn ich Liebesromane schreiben oder auf die aktuelle Welle aufspringen würde.

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen?

Schreibt Rezensionen. Sie müssen nicht lang sein. Rezensionen helfen, das Buch sichtbarer zu machen, geben anderen Lesern eine Orientierung und motivieren den Autor weiterzuschreiben. In den letzten paar Jahren hat die Bereitschaft, Rezensionen zu schreiben, sehr stark abgenommen.


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