Interview mit Simone Buchholz

©  Achim Multhaupt

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :) 

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Ich lebe mit meinem Mann und meinem Sohn auf Sankt Pauli, obwohl ich schon 45 bin.

Seit wann schreibst du?

Seit 25 Jahren.

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen? 

Nach 15 Jahren als Autorin für Magazine hatte ich das Gefühl, über alles geschrieben zu haben. Also musste was Neues her. An den Kriminalromanen hat mich zu Beginn vor allem der Sound interessiert, der so anders war, als alles, was im Magazin-Journalismus stattfand.

Ab wann wusstest du, dass du Autorin werden willst?

Als ich 21 war, habe ich ein Praktikum in einer Zeitungsredaktion gemacht. Da wurde mir klar, dass ich schreiben möchte, und dass man davon wahrscheinlich auch leben kann, wenn man sich nicht ganz doof anstellt. Außerdem gab es nichts, was ich sonst besonders gut konnte, obwohl: kellnern vielleicht.

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Sechs Kriminalromane, ein Kochbuch, drei Bücher über die Liebe.

Hast du für deine Bücher recherchiert?

Gute Kriminalromane sind Realismus. Das geht nicht ohne Recherche, du musst schon wissen, in welchen schmutzigen Ecken du dich bewegst, und welche Geschichten du da erzählen kannst. Ohne anständige Recherche weißt du doch nichtmal, wie die Leute reden, von denen du erzählen willst. Also: Augen und Ohren auf ist das mindeste. Und dann noch ein paar von den richtigen Fragen stellen.

Wo schreibst du am liebsten?

An meinem Schreibtisch. Der steht in unserem Wohnzimmer, vom vierten Stock aus kann ich den Himmel und die Straße sehen. Im Sommer schreibe ich auf dem Balkon, da ist noch mehr Himmel und noch mehr Straße.

Hast Du ein festes Schreibritual?

Wenn hier alle aus dem Haus sind, gehe ich laufen. Danach setze ich mich an den Schreibtisch und schreibe, ob ich will oder nicht. Um halb vier kommt mein Sohn aus der Schule, bis dahin muss ich mein Tagespensum erledigt haben. Mein Ritual ist der Zeitdruck.

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst?

Im August erscheint mein neuer Kriminalroman BETON ROUGE.

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat?

Raymond Chandler, J. D. Salinger, Marc Fischer, Jakob Arjouni.

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren?

Alles von William Boyd, Jakob Arjouni und Vladimir Nabokov. Und ich mag Friedrich Ani und Tana French.

Mein Allzeit-Lieblingsbuch ist EINES MENSCHEN HERZ von William Boyd.

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Mit meinem Sohn durch die Straßen laufen. Oder mir Freunden ins Theater gehen. Oder alleine in der Kneipe sitzen und mal sehen, wer reinkommt.

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest?

Ich wünsche mir nichts mehr, als dass meine Familie und ich gesund bleiben. Und ich möchte mal in Neapel wohnen, mit Dachterrasse und Blick aufs Meer.

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern?

Im Netz finde ich das manchmal schwierig, weil die Anonymität des Internets das schlechteste aus den Menschen rausholt. Deshalb schaue ich da meistens gar nicht hin. Im direkten Kontakt mit Lesern, auf Lesungen oder Festivals, finde ich es oft ziemlich interessant, was die zu sagen haben.

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen?

Esst mehr Gemüse.


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