Interview mit Thore D. Hansen

Hallo erst mal und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten :)

Magst du den Lesern kurz etwas über dich erzählen?

Ich wurde in Norddeutschland geboren. Ich habe Politik, Soziologie und Wirtschaft studiert, bin elend lange und viel in der Welt als Journalist und Kommunikationsberater unterwegs gewesen, habe viele dubiose und tolle Menschen aus Politik und der Finanzwelt kennengelernt, vor allem aber Zeitgenossen, die mir Einblicke in die Arbeit von Geheimdiensten gegeben haben, die einen ganz anderen Blick auf die Zusammenhänge in denen wir leben geben und das musste ja irgendwann in Büchern enden.

Seit wann schreibst du?

Berufsbedingt schon lange, aber meinen ersten Roman habe ich 2011 veröffentlicht und seither bin ich überwiegend nur noch als Autor tätig.

Wie bist du zum Bücher schreiben gekommen?

Ich wollte zeitgenössische und geheime Aspekte unserer Vergangenheit und politischer Gegenwart nicht mehr in Form von kurzlebigen Reportagen bringen, da ich eine andere Zielgruppe vor Augen hatte. Wenn man über Politik, Korruption, Gesellschaft, Geheimdienstarbeit, all das was uns umgibt aufklären will, kann man in einer fiktiven Rahmenhandlung viel mehr erzählen und dem Leser eine Atmosphäre anbieten wie es den Akteuren geht, warum sie welche Entscheidungen treffen und so manches Bild realer darstellen, als in trockenen Sachbüchern. Auch die Welt der Schurken ist grau und hat viele Facetten. Als ich zum Beispiel einen Investmenthai aus der Wall Street kennen gelernt habe, der im Grunde genommen ein ganz armer Mensch war, wurde mir klar, dass kann man nur in einem Roman richtig gut verarbeiten.

Politisch brisante Themen mit Insiderwissen in Hochspannung zu verwandeln ist mir eine echte Freude.

Ab wann wusstest du, dass du Autor werden willst? 

Es kursiert das Gerücht, dass ich mit 17 bereits erzählt haben soll, dass ich mal Schriftsteller werde. Ich kann mich nicht erinnern und dann war 2006 einfach der erste Plot im Kopf und seither lerne ich mit jedem Buch. Es hat ein paar Bücher gebraucht bis ich überhaupt das Erste Mal irgendwo gesagt habe: Ich bin Schriftsteller.

Welche Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Es begann mit einem sehr lustigen Buch. Die Hand Gottes, 2011, avancierte in den USA 2012 unter dem Titel The Celtic Conspiracy zum Beststeller, was ich bis heute amüsant finde, da es ein klassischer Erstling war, nachdem es noch viel zu lernen gab.

Dann folgte 2012 mein erster Politthriller Silent Control, der den NSA Skandal und mehr vorweg nahm.

Dann folgte 2015 „Quantum Dawn“ und 2016 die Fortsetzung „China Dawn“

In diesem Jahr dann doch ein Sachbuch. Was ganz anderes für den Politikwissenschaftler „Ein Deutsches Leben“, die kommentierte Biografie von Goebbels Sekretärin, Brunhilde Pomsel.

Hast du für deine Bücher recherchiert?

Die Bücher basieren alle auf fundierten Recherchen, Politthriller funktionieren sonst nicht.

Jedes Buch ist ein fortlaufender Rechercheprozess manchmal geht das bis zum letzten Tag, da noch Ereignisse in der Realität auch die fiktive Handlung beeinflussen.

Wo schreibst du am liebsten?

Irgendwo im Süden auf einer Finca oder zuhause mit Blick in den Wald und Garten.

Hast Du ein festes Schreibritual?

Nein eher eine ziemliche Disziplin, da ein Verlag zuverlässige Abgabetermine braucht.

Hast du eine neues Projekt, das du uns schon verraten kannst?

Es entsteht bereits ein gesellschaftspolitischer Zukunftsroman, der sich mit dem auseinandersetzt wo wir in 150 Jahren stehen werden.

Gibt es einen Autor, der dein Schreiben beeinflusst hat?

Nein. Ich habe natürlich viele gelesen, suche dort aber bewusst keine Orientierung. Man muss seinen eigenen Stil verfolgen. Aber ich verrate gerne das Erste Buch, dass ich mit 12 Jahren in einer Nacht durchgelesen habe. Solaris von Stanislaw Lem.

Was sind deine Lieblingsbücher und Lieblingsautoren?

Ach das sind so viele, da wüsste ich nicht wenn ich besonders hervorheben sollte. Wichtig ist mir, dass sie mir etwas zu sagen haben oder was hinterlassen. Aber das sind dann oft Romanklassiker und im Krimigenre sind mir beruflich Robert Harris, Daniel Silva oder Oelen Steinhauer nah, da sie ebenfalls aus dem Journalismus kommen und die Romane für die Darstellung größerer Zusammenhänge nutzen.

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Mit meiner Hündin spielen, mal nichts lesen. Freunde treffen, Reisen für die nächsten Inspirationen, schwimmen, segeln und in der Natur sein, um abzuschalten.

Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest?

Einen eigenen Hof in der Toskana …. Oder Südspanien

Wie wichtig ist dir das Feedback von deinen Lesern?

Jede Kritik ist eine wichtige Information und was mir einleuchtet nehme ich mit. Nach einigen Büchern hat man zwar seinen Stil gefunden aber ich freue mich über alles was man durch Hinweise von Lesern noch verfeinern kann. Oft sind mir die Hinweise der Leser wichtiger als die Kritik der Profis, die sich an ganz anderen Dingen aufhängen. In der Tat ist die Schriftstellerei ein Handwerk und keine Hexerei. Begabung für Plots musst du allerdings selbst haben, da kann dir keiner helfen.

Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast, magst du den Lesern noch etwas sagen?

Einfach nur ein Danke für das Interesse.  


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